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Kann man Beziehungsmuster wirklich ändern ?

parasol

parasol
Mitglied

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Darüber denke ich nach.
Und wenn ja, wie ?

Ich hatte auf meine "Muster" irgendwann keine Lust mehr. Habe es aber auch nicht geschafft auszusteigen. Und habe mich damit irgendwann selbst genervt. Ich kam mir auf der Stelle tretend vor. Keine nachhaltige Entwicklung, aus manchem Fehler nicht gelernt. Dann habe ich die Pause Taste gedrückt.

Lese mich jetzt bestimmt super unsympathisch, aber überzeichnet waren meine Schleifen:
Hinterherdackeln. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Auch mal peinlich. Leider.
Aktiv Initiative ergreifen, Interesse zeigen. Nicht feinfühlig genug sehen, das ein Gegenüber das gar nicht so erwidert, außer sich vielleicht geschmeichelt fühlen. Oder verpflichtet oder kurzfristig davon angezogen oder sonst was.
Ganz schlimm- überzeugen wollen. Das man doch liebenswert ist, gute Seiten hat. Wert besitzt.


Habt ihr Geschichten, Erlebnisse wie ihr aus so einer Schleife- falls das jemand hier kennt- herausgekommen seit ?

x 4 #1


B
Hi, guten Abend, sich selbst reflektieren ist doch schon mal ein Anfang. Sei nicht zu streng zu dir, geb dir selbst Zeit. Ich kenne andere Muster. Machst du eine Therapie? Es ist ein Prozess, der auch in Beziehung mit anderen Menschen, neuen Beziehungserfahrungen, funktioniert, dann loesen sich diese auch.

x 1 #2


A


Kann man Beziehungsmuster wirklich ändern ?

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E
Zitat von Bubu38:
Hi, guten Abend, sich selbst reflektieren ist doch schon mal ein Anfang. Sei nicht zu streng zu dir, geb dir selbst Zeit. Ich kenne andere Muster. ...

Warum muß man hier immer gleich in eine Therapie gehen, wenn man mal ein Tief hat?

x 9 #3


K
Zitat von parasol:
Habt ihr Geschichten, Erlebnisse wie ihr aus so einer Schleife- falls das jemand hier kennt- herausgekommen seit ?


Ja, kenn ich. Ich war genauso. Ist ein paar Tage her. Irgendwann fing ich an so extrem darunter zu leiden, dass ich anfing nur noch nach mir zu schauen. Bis zu diesem Punkt war ich unheimlich bedürftig und unterbewusst dachte ich mit der richtigen Frau an meiner Seite wäre das weg. Bin dentsprechend meinen Auserwählten auch hinterher gelaufen. Mit all den von Dir genannten Ausprägungen.

Wie gesagt, irgendwann habe ich selbst so darunter gelitten, weil das nicht funktionieren konnte, mir anzuschauen wer oder was ich bin. Im wörtlichen Sinne. Nach etlichen Selbsthilfebüchern, Therapie und was weiss ich noch, dass alles nicht geholfen hat, da es nur andere Wege aufzeigt wie man das zugrunde liegende Problem auf vermeintlich bessere Weise kompensieren lässt, hab ich Zweifel an allen Methoden bekommen. Und dann blieb nur noch die Frage, wer oder was bin ich?

Habe dann die Herangehensweise verändert und statt mich verändern zu wollen, einfach mal mich selbst beobachtet. Also alles gelassen wie es ist und wertfrei beobachtet wie ich eigentlich funktioniere.

Dabei hat sich das zugrunde liegende Problem in nichts aufgelöst und von einem Tag auf den Anderen war das Thema durch.

Heute ist es mir im Grunde wurscht ob ich eine Beziehung habe oder nicht. Ich kann eine schöne Beziehung haben aber wenn nicht, ändert das auch nichts.

War ein ziemliches Abenteuer bis dahin. Dafür musste ich aber erkennen, dass alles handeln, auch der Wunsch anders zu handeln zu wollen den gleichen Antrieb hatte. Immer den, irgendwas in einer Beziehung bekommen zu wollen, was es in dieser niemals geben kann.

Erst als ich diesen Antrieb leid war, konnte sich wirklich etwas verändern.

x 5 #4


parasol
Danke. Nein eine Therapie mache ich nicht und habe ich auch nicht vor.
Ich stecke desbezüglich auch - zum Glück- nicht in einem Tief.
Ich denk nach und bin an Erfahrungen interessiert.

x 1 #5


parasol
Zitat von Knutuschi:
Habe dann die Herangehensweise verändert und statt mich verändern zu wollen, einfach mal mich selbst beobachtet. Also alles gelassen wie es ist und wertfrei beobachtet wie ich eigentlich funktioniere.

Dabei hat sich das zugrunde liegende Problem in nichts aufgelöst und von einem Tag auf den Anderen war das Thema durch.

Also auf den zweiten Part warte ich noch :- )
Das mich selbst beobachten und wie ich wohl funktioniere kenne ich. Hab ich selbst probiert.

Nur mal als Beispiel. Dann habe ich bemerkt: Mein aktiv werden, Initiative ergreifen- ist irgendwie Makulatur.
Ich mache das nicht ungern, vergebe mir dabei nichts , fiel mir oft nicht soo schwer- ABER...
in der Beziehungsanbahnung bin ich das in Wirklichkeit irgendwie nicht. Da komme ich in eine Rolle- die funktioniert mindestens mittelfristig nicht. Ich renn da voran und schaue dann viel zu wenig auf mich selbst. Es stellt sich für mich so gar nicht das Näheverhältnis, rantasten , Vertrauen aufbauen usw her, was ich brauche.
Ich habe das trotzdem unterbewusst offensichtlich gemacht ^^. Nachher ist dann irgendwie- zu spät.

x 1 #6


TT1347
Ich denke, dass man die Sicht auf sich selbst und seinen Platz im Leben ändern muss und daraus resultiert dann auch eine Veränderung im Bindungsmuster.
Ein Mensch, der beispielsweise wenig Selbstwert besitzt, wird sich (fast) immer auf Bindungen einlassen, die seine Abhängigkeit nach Bestätigung bedingen.

x 4 #7


S
Hmm, geht es nur um die "Anbahnungsphase" einer Beziehung? Und verstehe ich richtig, Du prescht dann vor?
Was dann Deine sensiblen, feinfühligen Seiten völlig verdeckt?

Oder geht es auch um das Muster in längeren Beziehungen?

Wenn man etwas erkennt und sich beobachtet, reicht das oft noch nicht für Veränderungen.
Vielleicht hilft es zu sagen: "ich mache immer XY. Ich würde stattdessen besser AB machen".
In einzelnen Situationen kann man dann, bevor man handelt sich zur Ruhe rufen und sich sagen: "Hey, Moment mal, ich wollte doch gar nicht mehr so oder so reagieren. Sondern ich könnte jetzt AB machen, weil ich es möchte und es mehr Sinn macht". Mit Übung und Übung und Übung kann man sich durchaus verändern...

Hoffentlich war das nicht zu theorielastig.
Mir passiert es manchmal beim Thema Kränkung, dass ich dann zu stark reagiere. Ich finde das an mir einfach nicht gut. Ich kann mich von dem Verhalten zum Glück immer weiter distanzieren...

x 1 #8


K
Zitat von parasol:
Also auf den zweiten Part warte ich noch :- )
Das mich selbst beobachten und wie ich wohl funktioniere kenne ich. Hab ich selbst probiert.


Dann mach weiter damit Dich zu beobachten. Dann kommt auch irgendwann der zweite Part.

x 1 #9


FrauDrachin
Hey Parasol,

keine Ahnung, ob das ein ähnliches Phänomen ist...
Bei mir sind es Flirtsituationen (oder auch nur gefühlt Flirtsituationen), in denen ich komplett gaga reagiere.
Total übereifrig, teilweise anbiedernd, und, wie du beschreibst, nicht mehr bei mir, irgendwie außer mir. Und zwar leider auch, wenn ich das Gegenüber gar nicht toll finde.
Ich hab auch noch keine echte Lösung für dieses Problem gefunden. Meine Gedankengänge dazu:

Ich bin nicht gut im Flirten, und das ist ok.
Ich versuche, in Flirtsituationen den "Flirt" möglichst rauszunehmen, und über sinnvolle Themen zu reden. Ich finde, da merkt man auch viel schneller, ob gemeinsame Interessen und sowas da sind. Gleichzeitig sortiere ich Menschen aus, denen nur am Flirt (und evtl. dem Happy End) glegen ist.
Ich versuche, Tempo aus den Unterhaltungen rauszunehmen
Ich versuche nicht, Partner auf Wegen kennenzulernen, bei denen es auf Flirten ankommt.

x 2 #10


Sentimentalo
Zitat von parasol:
Danke. Nein eine Therapie mache ich nicht und habe ich auch nicht vor.
Ich stecke desbezüglich auch - zum Glück- nicht in einem Tief.
Ich denk nach und bin an Erfahrungen interessiert.


Ich halte es für gut sich mit seinem Beziehungsmustern auseinander zu setzen, deswegen sind nicht alle Muster gleich negativ besetzt und therapiebedürftig.

Ich habe zum Beispiel bei mir erkannt, dass ich gerne der Kümmerer bin und das auch honoriert haben möchte. Das ist so ein Wesenszug, der zwar nicht für das Scheitern der Beziehung verantwortlich war, mir aber eine Trennung schwerer macht als es sein müsste. Also ab und zu in der Paarbeziehung etwas mehr auf die eigenen Bedürfnisse achten z.B. bei dem kurzweiligen Thema Zusammenziehen!

Bin gespannt auf andere Erfahrungen!

x 2 #11


parasol
Zitat von Sahara_:
Hmm, geht es nur um die "Anbahnungsphase" einer Beziehung? Und verstehe ich richtig, Du prescht dann vor? Was dann Deine sensiblen, feinfühligen Seiten völlig verdeckt? Oder geht es auch um das Muster in längeren Beziehungen? ]


Hm. Eher besonders in der Anfangsphase . Ich überhole mich da manchmal selbst an Aktion. Ich bin nicht übergriffig oder so, aber durchaus auch "Macherin" dann. Ich übersehe dabei dann auch ein Gegenüber in seinem Sein. Wird quasi von meinem Tun zugedeckt. So lange derjenige natürlich mitmacht. Wie er sozusagen "aus eigenem Antrieb" handeln würde sehe ich so (zunächst) nicht. Habe ich lange unbewusst so gemacht.
Ich denke ich wollte damit eine Art Sicherheit geben, gewollt sein zeigen. Aber vielleicht habe ich das aus der Motivation gemacht , weil ich mir selbst so etwas eigentlich für mich wünsche.

Ich habe mich in Bezug darauf schon beobachtet und sehe das heute klar.
Und über so eine Anfangszeit landet man dann ja in einer längeren Beziehung, hat man sich schon jemanden eventuell passend zu , in dem Fall diesem, Beziehungsmuster geangelt. da trägt sich das dann rein.
Was mir aber heute schon gar nicht mehr gefällt . Entsprechendes Verfallsdatum weil nicht passend vorprogrammiert.

Aber guter Rat, sich zu überlegen was man stattdessen macht. Handlungsplan.
Ich habe ja etwas Angst das mir das auch heute noch , Unterbewusstsein kann schnell zuschlagen, passiert.

x 1 #12


parasol
Zitat von FrauDrachin:
Hey Parasol, keine Ahnung, ob das ein ähnliches Phänomen ist... Bei mir sind es Flirtsituationen (oder auch nur gefühlt Flirtsituationen), in denen ich komplett gaga reagiere. Total übereifrig, teilweise anbiedernd, und, wie du beschreibst, nicht mehr bei mir, irgendwie außer mir.


Beim Flirten ist das nicht so. Das kommt bei mir erst dann, wenn schon eine Anbahnung stattfindet. Oder ich mir das plötzlich in den Kopf gesetzt habe das weiter zu verfolgen. Ich reiß da irgendwie das Ruder etwas an mich Augen rollen
Und ich finds doof.
Aber ja, dadurch habe ich mir auch schon den einen oder anderen angelacht, wo ich im nachhinein mich selbst fragen musste, was ich da eigentlich wollte. Von diesem Menschen. Passte gar nicht.

Vielleicht doch nur mangelnder Selbstwert ? Angst und Sorge, das der Andere von sich aus das gar nicht weiter verfolgen würde ?
Dabei ist es nicht so, dass ich das nicht schon erlebt habe. Ist nur länger her.

#13


B
Meiner Meinung nach kommt man raus- mit einer anderen Person.

#14


parasol
Zitat von Sentimentalo:
Ich halte es für gut sich mit seinem Beziehungsmustern auseinander zu setzen, deswegen sind nicht alle Muster gleich negativ besetzt und therapiebedürftig.


Daneben werden die auch durch die Persönlichkeit formiert. Ich mache zum Beispiel durchaus gerne etwas für andere. Ist ein Wesenszug den ich auch gar nicht los werden möchte. Da muss man dann auf Grenzen achten. Ich mache es wirklich gerne,
allerdings nicht wenn ich dabei ausgenutzt werde oder krassen Egoisten gegenüberstehe. Die Lektion habe ich schon gelernt.

x 1 #15


A


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