Ehemaliger User
Gast
ich bin 1990 mit meiner EX ausgezogen von zuhause. Aber ich sag´s Dir ehrlich - auch wenn meine Eltern es nicht wollen, es ist immer ein Hauch von Kontrolle da. Ich muß sagen, wann ich zum Essen komme und wann nicht, es ist einfach nicht MEIN Leben.
Ich bin dafür wohl etwas zu alt, mit 35 will man doch auf eigenen Füßen stehen. Mir steht inzwischen aber nur noch der gesetzliche Mindestsatz an Unterhalt zu, davon kann man sich im Münchner Umland keine eigene Bude leisten.
Damit wären wir bei Deiner zweiten Frage. Angeblich bemüht sie sich um Arbeit - warum sonst hätte sie sich eine Steuerkarte holen sollen. Sie hat in ihrem letzten Brief geschrieben - neben vieler verletzender Polemik - daß sie ja auf Arbeitssuche ist. Die Kinder sind relativ selbständig, werden jetzt 8 und 10 und sind es gewohnt, mal 2 Std. allein zu sein. Eine Halbtagsarbeit wäre ihr also zuzumuten.
Weißt Du Kathi, das war das erste Mal, daß meine Tochter (acht) das gesagt hat. Irgendwann werde ich damit umgehen lernen müssen, da die Kinder ja größer werden. Und mir ist es wichtig - wie es mir auch bei meiner EX wichtig war - daß jeder seine Entscheidungen trifft und dazu steht, also sich selbständig entwickelt (was mir in der Beziehung ja zum Verhängnis wurde - "sie braucht mich nicht mehr, ich hätte sie nicht so laufen lassen dürfen...")
Ich habe viel gelesen Kathi, ich denke, es muß so gehen. Mir hilft es, wenn ich - bei schlechtem Befinden - hier etwas schreiben und auch etwas stöbern kann. Ich muß mich immer irgendwie positiv programmieren.
Heute fühl ich mich mittelmäßig, mir ist heute aufgefallen, daß mir die Wochenenden mit den Kindern zwar wichtig sind, aber ich mich dabei überhaupt nicht erhole. Ich denke wohl noch viel zu oft dann an Erinnerungen der Vergangenheit. Heute habe ich mit meinem Sohn Romme gespielt. Da erzählt er mir vom Schwiegervater und daß er gegen ihn gewonnen hat. Ich habe immer gerne gegen meinen Schwiegervater gespielt, hatte ein gutes Verhältnis. Ich wurde halt wieder erinnert, was alles zerstört wurde und wurde wieder unendlich traurig.
Manche hier beschreiben dann das Gefühl, wie wenn man "in Watte gepackt" ist, irgendwie dumpf und nicht lebendig, irgendwie steht man neben sich. Und das ist nicht erholend, in keiner Weise.
Teilweise habe ich dann sogar ein schlechtes Gewissen, ich komme mir lieblos vor. Da hab ich die Kinder und fühle mich so bescheiden. Ich versuche halt ein Ritual zu ziehen. Freitag abend holen, etwas reden, kleine Spiele, Samstag ins Schwimmbad, Sonntag bring ich irgendwie auch rum. Um 18.00 Uhr abgeben und dann etwas trauern, wenn ich meine EX wieder sehe und die Kinder abgeben muß und dann - schlechtes Gewissen - aber durchatmen, daß man 2 Wochen zum Luftholen hat. Wenn ich nicht verrückt bin, ich weiß es nicht.
Ich lese dann immer wieder Sachen aus dem Forum, die ich mir ausgedruckt habe und die mich etwas stabilisieren. Meine Eltern brauche ich nicht mehr drauf ansprechen, die können es nicht mehr hören - genauso mein Umfeld. Ich weiß, deshalb den Professionellen. Aber noch nicht...
Kathi, mir ging es nach dem Schreiben gestern etwas besser, aber die Nacht war wieder kurz und "durchgrübelt". Diese Wochenenden - wann bin ich endlich soweit...
Gruß und großen Dank, Gerd :-/