Zitat von Ema: Man kann sich das alles gar nicht mehr ausdenken.
Muss man gar nicht. Man kann es nachlesen.
Zitat von Balu85: dich aber stets so ausdrückst als würdest du alles wissen
Ich bilde mir meine Meinung über Traktate von Leuten, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als sich mit dem Thema, für das ich mich gerade seit 5 Minuten interessiere, zu beschäftigen.
Und bevor ich meine Erinnerungen an das Gelesene wiedergebe, schaue ich in den Quellen nach, ob ich es richtig erinnere.
Wenn man so vorgeht, passiert das nicht:
Zitat von KlausHeinrich: Gefühlt sind an allem Männer Schuld und man liest derlei Einträge zu Hauf.
Kein Eintrag gab Männern eine Schuld an patriachalen Strukturen. Lediglich eine Mitverantwortung. Und die Feststellung, dass Männer davon heute noch profitieren. Das ist aber nicht ihre Schuld, sondern ihr Glück (das mancherorts auch Privileg genannt wird).
Zitat von Mann1989: Aufgrund meines Alters habe ich gar nie patriarchalische Strukturen erlebt.
Du hast sie offenbar nicht bemerkt. Aber erlebt hast Du sie schon.
Zitat von Balu85: und die anderen sind die ahnungslosen Schafe mit der falschen Wahrnehmung.
Bisweilen ja. S.o.
Zitat von Balu85: Werden hier etwa alle Menschen auf Grund ihrer regionalen Herkunft über einen Kamm geschoren?
Na eher aufgrund ihrer politischen Sozialisierung.
Zitat von Mann1989: Das heisst ganz klar für jedermann/jedefrau verständlich, dass die Gewalttaten, die von Nicht-Deutschen begangen wird überproportional hoch ist. Kannst Du abstreiten oder einsehen.
Die regionale Zuschreibung findet eher bei Mann1989 statt. Dabei ist auch hier die Sozialisierung und die Tatsache, dass es sich in der Mehrheit um junge, alleinstehende, zukunftsarme Männer handelt, entscheidend. Denn die Gewalttaten der Ukrainerinnen und der Persischen Omis scheinen ja weniger das Problem zu sein.
Zitat von Balu85: Da kann der Meier von der AFD oder der Müller von den Linke aus unterschiedlichen Gründen eben für seine Region vielleicht doch die beste Wahl sein.
Oder der Stan vom KuKluxKlan? Wie weit geht denn die Parteilosigkeit, wenn man glaubt, bei der AfD oder der MLPD seine politische Heimat gefunden zu haben?
Zitat von Balu85: ein Vögelchen hat mir gezwitschert, das eine feste Partnerschaft oder Ehe auch kein Garant dafür ist zu v.oegeln
Rein statistisch bedeutet eine feste Partnerschaft und Ehe tatsächlich mehr und regelmäßigerer Zugang zu 6 als das Singletum. (Der Playboy hatte über das Institut Norstat eine repräsentative Umfrage mit diesem Ergebnis in Auftrag gegeben.)
Individuelle Erlebnisse können, wie immer, vom statistischen Mittel abweichen.
Zitat von Sternenguckerin: Und jetzt schießt du ausgerechnet gegen die Partei, die am ehesten dafür sorgen würde, dass diese unkontrollierte Einwanderung mit einem überproportional hohen Anteil an ebensolchen jungen Männern unterbunden wird und somit dein beschriebenes Problem hierzulande am meisten entschärfen würde?
Die AfD kann das doch gar nicht entschärfen. Jedenfalls nicht mit Grenzen dicht und Abschiebung. Denn sonst hätten es Scholz und Merz und die lange Reihe an knochenkonservativen Innenministern doch schon längst getan.
Tatsächlich ist die einzige praktisch durchführbare Lösung der Nachzug von weiblichen Personen bzw. gezielte Einwanderungsbevorzugung für Frauen aus wirtschaftlich noch schwierigeren Ländern. Aber bekomm das mal an der Bildzeitung vorbei, wenn Leute der Überzeugung sind, Auswanderer seien durch ihre Kultur ein Problem.
Die AfD betreibt stärkeres future faking als andere Parteien. Aber zu viele Leute möchten gerne an einfache Lösungen für komplexe Probleme glauben.
Zitat von Sternenguckerin: und es deshalb unbegreiflich ist, warum die Regierung vor allem junge Männer einwandern lässt
Weil die Grünen und Linken SPDler versucht haben, Deutschland auch offiziell zu einem Einwanderungsland umzubauen. Und schau, wie sehr sie (auch) dafür vom Wähler gefeiert wurden. Dabei wäre das der einzige mir bekannte Weg gewesen, den unvermeidlich an der Tür klopfenden abgehängten Männern aller Länder etwas entgegen zu setzen.
Zitat von unbel-Leberwurst: Ich glaube nicht, dass es bei der die Gruppe der Wehrpflichtigen, 18 bis sagen wir mal 25 Jahre alt, schon wichtig ist, viel Geld für eine Familie oder eine Familie selbst zu haben.
Bei den 18 bis 25jährigen ist Beschäftigung und Stolz auf sich selbst wichtig.
Und Zukunftsaussichten, damit sie sich nicht in virtuelle Welten verkrümeln.
Zitat von unbel-Leberwurst: Ich glaube, dass ein Mann, der nicht viel erreicht, in erster Linie unzufrieden mit sich selber und seinem Leben sein wird.
Und warum ist er mit sich selbst unzufrieden?
Er könnte sich ja auch ohne Geld, Job und Frau als wertvolles Mitglied der Gesellschaft verstehen und sich eine sinnstiftende Beschäftigung suchen.
Welche Strukturen flüstern ihm denn ein, dass er abgehängt wird und abgehängt gehört?
Kapitalismus und Patriarchat?
Zitat von unbel-Leberwurst: Das hat aber nicht viel mit einer Hierarchie zu tun
Die Wut richtet sich gegen die, von denen man glaubt, sie hätten es (ungerechtfertigter Weise) besser als man selbst.
Frauen und Ausländer zuerst. Henkel und Quandt zuletzt.
Zitat von Zylinderella: Das hängt alles unselig zusammen.
Ja, Du bist da einer großen Sachen auf der Spur. Bleib neugierig.
Zitat von Lizzzy: Ich hoffe sehr, dass gerade dieser Auszug nicht dein Ernst ist bzw dein Vorschlag, mit Gewalt umzugehen
Zitat von Ema: Deine beiden Vorschläge sind schon nicht mehr mit kognitiver Dissonanz zu erklären, die grenzen alle beide schon an Wahnsinn.
Das sind nicht meine Vorschläge, sondern die Lösungen, die gerade (mal wieder) diskutiert werden und Alternativen zur Abschaffung patriarchaler Strukturen und Eindämmung des Kapitalismus wären. Die chemische Kastration ist in Italien gerade im Gespräch, weil die Regierung Meloni eine Kommission zur Evaluierung dieser Möglichkeit bei rückfallgefährdeten Sexualstraftätern installiert hat. Reine Symbolpolitik. Schließlich hat auch Italien eine Verfassung. Aber eben mal wieder im Gespräch.
Gerade diese Beispiele sollen ja zeigen, dass die Alternativen zur progressiven Emanzipation von Männern archaisch sind.
Mein Vorschlag ist und bleibt das hier:
Zitat von Balu85: Vielleicht reicht es ja wenn einfach mehr Männer auch keinen Bock mehr auf eine feste Partnerschaft haben und es ihnen zu anstrengend ist wegen ein bissl v.oegeln sich erst 6 Monate "beweisen" zu müssen.
Und zwar nicht, weil sie 6 Monate brauchen, um einer Frau zu beweisen, dass es sich lohnt, mit ihnen ins Bett zu gehen. Sondern weil sie erkennen, dass ihre persönliche Definition von Lebenszielen und Erfolg patriarchal geprägt wurden und sie daher gegen ihre eigenen Interessen arbeiten, wenn sie diese Ziele verfolgen.
Zitat von unbel-Leberwurst: Das hört sich für mich sehr konstruiert an.
Dann schau Dir an, welche Personengruppen darauf bestehen, dass Heirat und Familie und der Neuwagen vor der Tür das "natürliche" Ziel von Mann und Frau sein sollten.
Zitat von Zylinderella: Also nix mehr mit Patriarchatsstrukturen
Kannst Du mal in den Geschichtsbüchern nachlesen, wer in der DDR an der Spitze stand und die meiste Macht und den meisten Besitz unter sich versammelte? Männer und Frauen?
Zitat von Ema: So wie der ganze "rechte Flügel" der SPD.
Google mal nach Helmut Schmidt, dem Seeheimer Kreis und dem Godesberger Flügel.
Zitat von Ema: Alles, was aus heutiger Sicht nicht ganz stramm auf der ganz linksgrünen Schiene ist, wird zu Rechten umgeframed
Anders herum wird ein Schuh draus. Wer AfD, CSU und NPD für die konservative Mitte der Gesellschaft hält, kann zwischen linkem und rechtem Flügel der CDU oder SPD und den Linken oder Grünen nicht mehr differenzieren. Das ist dann alles "links".
Das Internet bietet die Möglichkeit, sich zu jeglichen Themen zu informieren. Man muss nur die richtigen Fragen stellen. Und das ist auch Dunning-Krüger. Wer sich mit der eigenen Meinung wohl fühlt, stellt keine Fragen und lernt nicht dazu. Wer weiß, dass er stets zu wenig weiß, wird forschen und Forschung schätzen.