FlowerOfLove
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Ich wende mich an euch, weil ich nach dem Betrug meines Freundes wirklich nicht weiter weiß. Ich weiß nicht wohin mit mir.
Es sind schon 4 Jahre vergangen, seitdem er mich für seine Affäre sitzen gelassen hat und es sind 3 Jahre vergangen, seitdem ich es herausgefunden habe.
Wir haben es danach nochmal miteinander versucht und sind wieder zusammen, aber dieses Thema verfolgt mich bis in den Schlaf, bis heute, und mein gebrochenes Herz scheint nicht heilen zu wollen.
Mein Freund war/ist meine große Liebe und ich dachte ich hätte den richtigen gefunden. Doch die Tatsache, dass er mich für seine Affäre im Stich gelassen hat und ihr Aufmerksamkeiten gegeben hat, die er mir nichtmal ansatzweise gegeben hat, begleitet mich wie ein Fluch.
Ich bin deswegen in Therapie und nehme Medikamente, um mit dem Leben zurechtzukommen (wenigstens meine Arbeit im Griff zu behalten), doch diese Flashbacks fangen morgens an und hören Abends auf. Manchmal verfolgt mich diese Geschichte sogar im Schlaf.
Ich fühle mich wie in einer Blase und zähle die Tage, bis ich endlich mit 70 oder 80 Jahren sterben darf.
Ich muss sagen, dass er sich Mühe gibt und auch seitdem den Kontakt mit ihr abgebrochen hat. Er scheint Treu zu sein und will unsere Beziehung nicht riskieren.
Trotzdem hat sich der Alltag eingeschlichen und ich habe das Gefühl, dass ich hinter jedem komischen Verhalten seinerseits, einen Verdacht sehe. Ich spreche es aber so gut wie nie an. Wenn ich es anspreche, sagt er, dass nichts sei, vorüber ich mir Sorgen machen müsste.
Mich verletzen allerdings soviele Dinge.
Ständig ist er genervt, wenn wir unterwegs sind. Mit seiner Affäre war er immer gerne unterwegs. Immer sind andere Themen wie sein Auto oder die Firma, in die er investiert hat, wichtiger. Zu Weihnachten hat er seinem Bruder und Vater Geschenke gemacht, mir nicht.
Auch zu Valentinstag gab es nichts, obwohl er seiner Affäre vor 3 Jahren ein unglaublich schönes Geschenk an diesem Tag gemacht hat.
Er sagt immer irgendwas negatives über meine deutsche Herkunft und so sehr durch die Blume, dass ich es nicht 'anfechten' kann - es geht auch ein wenig ins Ra*sist*sche.
Wenn ich dann sage, dass es nicht in Ordnung ist, kommt sowas wie: du lässt dich immer so leicht kränken (. ) du hast ein Kränkungsproblem (. ).
Vor einigen Wochen wurde die Depression dann in mir so schlimm, dass ich tagelang im Bett lag und täglich gut 18 Std geschlafen habe. Ich habe gearbeitet, bin ins Bett gegangen und habe mich abgeschaltet.
In meiner Verzweiflung habe ich angefangen zu trinken (so 1-2 mal im Monat), um irgendwie dieses furchtbare Gefühl zu ertränken. Ich versuche es aber zu vermeiden. Wegen meiner Gesundheit und weil er mir sagt, dass er nicht mit einer Person zusammen sein will, die trinkt.
Gestern hab ich dann meinen Mut zusammengenommen und habe mit ihm geredet. Ich habe ihn gefragt, warum alles wichtiger sei als ich und warum seine Affäre damals alles bekommen hat. Es ging auch um Wertschätzung.
Wenn es zu solchen Diskussionen kommt, sagt er mir oft, dass er kein Nerv mehr hat über dieses Thema zu sprechen und er eh schon viel um die Ohren hat. Sein Standardsatz ist immer: "du machst mir immer Vorwürfe". Obwohl ich immer versuche, meine Worte so zu wählen, dass nicht mal ansatzweise ein Vorwurf darin vorkommt.
Wenn ich dann völlig verzweifelt versuche mich zu rechtfertigen und das Gefühl habe, den Verstand zu verlieren, werde ich laut. Dann verlangt er eine Entschuldigung und mein Schmerzpunkt wird unterm Teppich gekehrt. Mein Kopf kann nicht mehr klar denken, mein Gehirn fühlt sich verbaselt an.
Ich habe dann keine Kraft mehr zu argumentieren, weil nichts hilft. Ich bin immer die Schuldige.
Meine Kollegen haben mich auch vor einiger Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass ich nur am Zittern bin. Das ist mir gar nicht aufgefallen, vielleicht weil dieser Zustand normal für mich geworden ist. Ich denke es ist der emotionale Stress.
Zum Glück sind meine Arbeitskollegen sehr verständnisvoll und ich weiß, dass sie sich nur Sorgen um mich machen.
Ich habe es darauf geschoben, dass ich wahrscheinlich irgendwas mit den Nerven habe.
Leider ist unsere Beziehung auch seit Tag 1 durch Gaslighten geprägt und ich weiß nicht mehr, was richtig und was falsch ist.
Immer wieder heißt es: Nein das habe ich nicht gesagt' oder 'das bildet du dir ein."
Ich fühle mich verantwortlich, den Haussegen gerade zuhalten, weil sein Bruder auch ständig sagt, dass ich durch meine Traurigkeit alles 'vergifte'.
Warum fühle ich mich so abhängig von meinem Freund?
Irgendwas in mir will ganz weit weglaufen und nie wieder zurückkommen, doch ich habe große Angst nie wieder so jemanden zu finden, wo ich mich 'wie Zuhause' fühle, so wie bei ihm.
Es ist ein großer Mist. Ich fühle mich wie in einer Zwickmühle und ich habe große Angst, die falsche Entscheidung zu treffen.
Hat jemand ähnliches durchgemacht?
Vielleicht lebe ich wirklich nur mit ihm zusammen, weil die Schuld in mir so groß ist, sodass ich es nicht rausschaffe.
Ich weine jeden Tag und ich würde am liebsten einfach nur laut schreien.
Bitte kann mir jemand helfen?
Ein paar Eckdaten:
- Wir sind beide 30 und arbeiten im gleichen Unternehmen (vielleicht deshalb die Angst zu gehen? Aus Angst ihm über den Weg zu laufen?)
- Ich bin Deutsch und er Franzose (Streithema Nummer 2, weil er ständig davon spricht wie unfein Deutsche sind und wie eloquent Franzosen sind)
- Ich wohne zur Zeit bei ihm im Haus, habe aber eine eigene 1-Zimmer Wohnung, die ich mir vor 4 Jahren zulegen musste, weil ich die Wohnung in der wir zusammen gelebt haben, finanziell alleine nicht halten konnte und ich sie auflösen musste.
LG FlowerOfLove