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Die Sache mit den Kindern

Florentine

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Liebes Forum ,
Ich trage mich seit etwa einem Jahr mit Trennungsgedanken und kriege doch nichts auf die Reihe. Unter anderem wegen meiner Kinder.

Hier gibt es sicher vielerlei Geschichten und ich fände einen Austausch schön. Von Scheidungskindern, Getrennten, Gebliebenen usw.

Meine Kinder sind noch klein. Mein Mann und ich laufen nicht mit offenen Messern im Haus rum, es ist mehr so die "guter Freund"-Beziehung.
Er kümmert sich nicht besonders viel, meist um die Große, dennoch lieben ihn die Kinder sehr und hängen natürlich an ihm.

Und da stehe ich: bin unglücklich. Und fühle gleichzeitig, dass ich nicht auf meine Kinder verzichten kann. Nicht 50:50 oder 8o:20 oder 40:60. Ich hatte sie seit der Geburt jeden Tag um mich.
Sie sind fantsastisch und super nervig, wie Kinder eben sind.
Ich fühle, dass mir das mehr weh tun wird als irgendwas. Aber ich habe meine Familie.
Mein Mann hat niemanden.
Und es fühlt sich noch grauenhafter an, daran zu denken, IHM das anzutun, indem ich eine Trennung ausspreche.

Ist das das eigene Glück im Leben tatsächlich wert?
"Darf" man das? "Darf" man das wollen?

Ich rede jetzt gar nicht von Ehen, in denen es Gewalt gibt o.Ä.
Bei mir würde es ganz schlicht darum gehen, dass ich meine, in dieser Beziehung kocht mehr glücklich zu sein.

Aber was ist mit den Kindern?
Ohne die Kinder wäre ich schon gegangen.

26.07.2018 21:51 • x 3 #1


schmerz_89

schmerz_89


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Ich habe deinen anderen Threat auch gelesen...packen dein Zeug und gehe...wenn du so weiter machst, kannst du dich in 10 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mal mehr um deine Kinder kümmern. Ist dir das lieber als sie mal für ein paar Stunden in der Woche zum Vater zu geben?

26.07.2018 22:02 • x 1 #2


Gretchen

Gretchen


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Ich kann dich total verstehen!

Habe mir ähnliche Fragen gestellt.

Hatte auch dein anderes Thema gelesen.

26.07.2018 22:09 • x 1 #3


BrokenHeart


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Es fällt mir schwer, etwas dazu zu sagen, wenn ich lese, dass es noch andere Threads zu diesem Thema von Dir gibt.

Man müsste jetzt "hinterher" lesen, was da gesagt bzw. geschrieben wurde. Das ist mir zuviel verlangt
Sorry

Aber um auch mal pauschal zu sein: Eine Beziehung aufgrund von Mitleid und Mitgefühl zu führen, kann es ja nicht sein. Dabei wird niemand glücklich, nicht mal die Kinder

26.07.2018 22:13 • x 2 #4


NiHe


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Zitat von Florentine:
Ist das das eigene Glück im Leben tatsächlich wert?
"Darf" man das? "Darf" man das wollen?


JA. Wenn du mit einer Trennung glücklicher bist und tief im Inneren gehen willst bzw. nur noch aus Pflichtgefühl und Rücksicht mit ihm zusammen bist, MUSST du gehen.

Natürlich wird das schmerzhaft, natürlich verletzt du ihn, natürlich wird es den Kindern weh tun. Aber gut arrangiert und liebevoll miteinbezogen können auch Kinder mit einer Trennung gut umgehen. Dass man seinen Partner verletzt, ist leider die traurige, aber unvermeidbare Folge - was sonst.

Versetze ich mich in deinen Mann, dessen Schmerz ich jetzt schon zu kennen glaube, würde ich ihm das Ganze natürlich gern ersparen. Aber ich weiß auch, früher oder später wird es eh zum Bruch kommen - auf Dauer lässt sich ein totes Pferd nicht weiterreiten. Und leiden wird er zu jedem Zeitpunkt gleich stark. Von daher macht es im Grunde keinen Unterschied, ob jetzt oder in einem Jahr.

Vielleicht nimmt er es aber auch ganz gefasst auf, da er eure Beziehung ebenfalls als nur freundschaftlich empfindet? Ihr könnt ja, wenn kein Rosenkrieg folgt, trotzdem weiterhin in gutem Kontakt stehen und Dinge mit den Kids unternehmen. Nur dass eben jeder von euch die Chance auf eine neue Liebe hat - denn ihr BEIDE habt das Recht darauf.

26.07.2018 22:23 • x 2 #5


Florentine


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Es geht mir hierbei gar nicht um meine persönliche Situation bzw. da Ratschläge zu bekommen.
Ich fände es einfach interessant zu hören, wie andere mit der Situation, den Zweifeln umgegangen sind.

Seid ihr geblieben, warum? Seid ihr gegangen? Gibt es vielleicht auch ganz andere unorthodoxe Lösungen?

26.07.2018 22:25 • x 1 #6


Gretchen

Gretchen


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Ich glaube du versuchst noch nach einer möglichst schmerzfreien harmonischen Lösung zu suchen.

Vielleicht gelingt es dir- (ich bin selber sehr Harmonie süchtig)

Ich fürchte aber es gibt da keine Lösung die immer für alle passt.

Die Frage ist für mich, was erwartet man persönlich von einer Beziehung? Und was erwartet der andere?

Ist die schnittmenge groß genug, klappt es noch- ist die zu klein, ist mindestens einer unglücklich- das kann man auch ziemlich lange durchhalten, wenn man denn will.

Ist echt nicht einfach.

Was sagt dein Mann?

Was würde dich glücklicher machen?

Ich selber vertrete ja eher ne pragmatische Haltung was langzeitbeziehungen betrifft (bin aber gerade damit baden gegangen..)

26.07.2018 22:31 • x 1 #7


Florentine


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@Gretchen
Ich habe keine Ahnung, was mich glücklicher machen würde. Ich kann nichtmal sagen, was mich unglücklicher machen würde.
Deswegen habe ich immer noch nichts entschieden bzw. gesagt.
Ich kann mir für mich gut vorstllen, dass ich nachher, alleinerziehend und pleite, finde, dass die Ehe aufrecht erhalten eine ganz gute Option gewesen wäre.
Ebenso gut kann ich mir vorstellen, in 5 oder 10 Jahren zu verzweifeln ob der Zeit, die ich in einer unglücklichen Beziehung vergeudet habe.

26.07.2018 22:38 • x 1 #8


Gretchen

Gretchen


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Ich würde vorschlagen, leb dein Leben erstmal unabhängig von der Beziehung.

Mach alles was dich glücklicher macht erstmal selbst.

Leider kann ja keiner in die Zukunft gucken.

Neulich sah ich ein Buch, es behandelte die größten Fehler von Menschen und wie sie die verarbeitet haben bzw was daraus entstanden ist.

Irgendeinen Tod muss man Sterben- irgendwelche Fehler wird man machen im Leben...

Will ich nicht wahr haben- lerne ich gerade auf sehr unschöne Weise...

26.07.2018 22:42 • x 1 #9


Löwenherz4

Löwenherz4


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Zitat von Florentine:
Seid ihr geblieben, warum?

Geblieben wegen der Kinder und Angst vor Verarmung. Meine Eltern haben mir das ja super vorgelebt. Durchhalten bis zum Ende.
Zitat von Florentine:
Seid ihr gegangen?

Ja. Als ich nicht mehr konnte und wusste, so will und kann ich nicht mehr.

Das ist schon lange her und nicht der Grund, weshalb ich hier im Forum bin.

Mir war schon lange vorher klar, wohin die Reise ging und wie sie endet. Aber immer dachte ich, warte bis die Kinder groß sind. Tu ihnen das nicht an.

Aber weißt du, sie haben es doch gemerkt. Wir waren keine Familie mehr. Schon lange nicht.
Und einen fremdgehenden Vater wollte ich ihnen nicht mehr antun und mir auch nicht.

Einen Satz wollte ich nie hören : wegen uns hättest du nicht bei ihm bleiben müssen.

Viele Geschichten sind ähnlich und doch wieder anders und jeder muss schauen

Alles Gute für dich.

27.07.2018 16:29 • x 2 #10


Kummerkasten007


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Gab es schon eine Paarberatung?

Denn da kann man auch eine Trennung mit begleiten.

Ansonsten überleg mal, wie Du bzw. ihr Euren Kindern ein Rollenverhalten vorlebt. Eine freundschaftliche Ehe ohne liebevolle Eltern, die das auch zeigen. Das kann prägen.

27.07.2018 17:50 • x 2 #11


Florentine


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Ja, die gab es schon vor zwei Jahren, eine neuerliche hat mein Mann im Februar bei unserem letzten Krisengespräch ausgeschlossen.

@Löwenherz4
Vor Verarmung brauche ich, glaube ich, keine Angst haben.
Ich habe Angst vor Überforderung.

@Kummerkasten007
Ja, das habe ich schon überlegt. Meine eigenen Eltern sind jetzt auch nicht so die Leute, die vor uns Kindern rumgeschmust haben. Da gab es mal einen Kuss, das wars. Trotzdem sind die seit 30 Jahren verheiratet.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, die Kinder so "aufzuteilen", Zeit einzuteilen.
Das ist immer der Punkt an dem ich dann denke: ach komm, so schlecht ist deine Ehe nicht, andere sind viel mieser dran.

27.07.2018 20:24 • x 1 #12


Dattel


Zitat von Florentine:
Das ist immer der Punkt an dem ich dann denke: ach komm, so schlecht ist deine Ehe nicht, andere sind viel mieser dran.


Ich habe beide Threads von Dir gelesen und finde es bewundernswert, wie sehr Du Dich bemühst.
Sich nach unten zu vergleichen bedeutet: trösten.
Sich nach oben zu vergleichen bedeutet: verbessern wollen.
Schlimmer geht immer, aber irgendwann zieht man üble Dinge zum relativieren heran (immerhin trinkt er nicht, immerhin schlägt er die Kinder nicht, immerhin grüßt er noch...)

Du willst etwas verbessern.

Dafür hast Du jetzt m.M. alles Menschenmögliche getan.

Irgendwann muss man aus dem ständigen Bemühen auch endlich mal raus, denn Optionen, was man noch alles ausloten und ausprobieren könnte, wird es immer geben:
Medizin, Beratung, Coaching,Schamanismus, Hypnose, offene Beziehung, getrennte Haushalte, Wohnortwechsel, gemeinsamer Sport, Akkupunktur, Einzeltherapie, Familienaufstellungen, aussitzen, auf saisonbedingte Besserung hoffen, Selbsthilfegruppen, ....
die Liste von Optionen ist genau so lang, wie Deine innere Geduld.

Ein Mensch tritt aus dem Kreislauf des ständigen Bemühens heraus und schneidet endlosen Optionen den Weg ab, wenn Geduld und Hoffnung sich beide geschlagen geben.
Ich entnehme Deinem anderen Thread, dass Du vor lauter Pflichtbewustsein Deinen Kindern und der Institution Ehe gegenüber völlig verlernt hast, auf laut schrillende Alarmsignale der beiden Freunde Hoffnung und Geduld zu hören?
Du hast sie vielleicht mit ständigem Analysieren und gut gemeinten Aktionismus auch einfach übertönt?

Dürfen, im Sinne von moralisch fragwürdig, ist in Deinem Kontext, finde ich, das falsche Wort.
Müssen ist ein stärkerer und adäquaterer Begriff.
Du musst jetzt Dinge bewegen, denn sonst bleibt ihr im Sumpf stecken.

28.07.2018 00:43 • x 1 #13




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