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Differenzen und Verlustangst

Z

Zimonella
Gast

Guten Abend,

ich könnte einen Rat gebrauchen und muss mich etwas ablenken, deswegen schreib ich mal hier.

Mein Ex und ich 38+48 waren 13 Jahre zusammen und haben die meiste Zeit davon zusammen gewohnt.

Wir hatten dieses Jahr ziemlich viele Streitereien und er war oft sehr respektlos zu mir. Es ging hauptsächlich um fehlende Unterstützung seinerseits z.B. im Haushalt und Garten. Mangelndes Verständnis für meinen Arbeitsstress. Er hat mich des Öfteren angefahren, war gereizt und es kam zu Streitereien, in dem er mir fehlende Nähe vorwarf, mich klein machte usw.

Bin geplatzt und hab gesagt ich kann das nicht mehr und vor allem nicht mehr mit ihm Zusammenwohnen. Es gab kein ruhiges Gespräch mehr, so das wir dann gar nicht mehr miteinander geredet haben.

Er hat sich eine Wohnung gesucht und nächtigt auch zwischenzeitlich bei Verwandten. Er holt seine Sachen am Wochenende und wir haben vereinbart, dass ich nicht da sein werde.

Die Fronten sind natürlich verhärtet und jeder muss zur Ruhe kommen und ob man wieder eine gemeinsame Basis finden kann, steht in den Sternen.

Natürlich hatten wir auch schöne Zeiten und hängen normalerweise sehr aneinander. Ich vermisse ihn schrecklich und bin sehr traurig, dass wir es nicht geschafft haben, nach allem was wir zusammen erlebt haben.

Der Schritt für getrennte Wohnungen war meiner Meinung nach unumgänglich. Ich hoffe er besinnt sich auf sich und wird eigenständiger. Er bekam auch von seiner Mutter und mir alles erledigt, sowas gefällt ihm. Aber es wird mal Zeit selbstständig zu werden, ich hab keine Lust mehr ihn zu bemuttern. Natürlich bin ich da auch viel selbst schuld, sowas darf man von Anfang an nicht zur Gewohnheit werden lassen.

Meine eigentliche Frage: Gibt es Leute die das Beziehungsmodell mit getrennten Wohnungen dauerhaft leben und es somit besser läuft. Ich hab jetzt keine Leute im Freundeskreis, die es so praktizieren. Was sagt ihr?

Würde mich über Meinungen und Erfahrungen freuen. Danke für das Lesen!

#1


Luto
Zitat von Zimonella:
Gibt es Leute die das Beziehungsmodell mit getrennten Wohnungen dauerhaft leben und es somit besser läuft

kenne ich wenig bis gar nicht, war er denn immer so, oder hat sich das in der letzten Zeit verschärft?

x 1 #2


A


Differenzen und Verlustangst

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Simsui
Nicht wundern, ich bin die Erstellerin des Beitrages, bin wieder in mein altes Profil gekommen.

Ja, es hat sich in letzter Zeit verschärft. Ich wollte ihm immer vieles recht machen und habe oft nachgegeben. Allerdings habe ich im Laufe der Jahre auch auf meine eigenen Bedürfnisse mehr geachtet und das gefällt im nicht so. Weil er schon gern das Sagen hat und ich bin für Gleichberechtigung. Meine Veränderung kommt nicht so gut an bei ihm, deswegen ständig Diskussionen.

#3


Violettsloth
Zitat von Zimonella:
Aber es wird mal Zeit selbstständig zu werden,

Er wird sich immer jemanden suchen, der ihm das abnimmt. Er kennt es auch nicht anders. Der Zug ist abgefahren. Mein zukünftiger Ex-Ehemann ist vom gleichen Schlag. Er hat nur gemacht, was er wollte. Hat man ihn mehr eingefordert, war er beleidigt und kam sich vor wie ein Hausangestellter. Nur weil er seinen eigenen Dreck mit wegmachen sollte. Er betonte sogar, dass ich mich glücklich schätzen könnte, dass er mir wenigstens ein bisschen hilft. Habe ihn an Mutti zurückgegeben. Er wohnt wieder dort und sie nimmt ihm sicher auch einiges ab. Für ihn passt das so.
Zitat von Simsui:
Allerdings habe ich im Laufe der Jahre auch auf meine eigenen Bedürfnisse mehr geachtet und das gefällt im nicht so. Weil er schon gern das Sagen hat und ich bin für Gleichberechtigung. Meine Veränderung kommt nicht so gut an bei ihm, deswegen ständig Diskussionen.

Und den willst du wirklich behalten? Warum?

x 5 #4


Simsui
Das ist natürlich eine berechtigte und wichtige Frage. Die Zeit kann ich nicht so einfach abschütteln, gerade ist es für mich noch unvorstellbar. Vielleicht ändert sich das, die Zeit wird zeigen was passiert. Wir haben die meiste Freizeit zusammen verbracht und teilen Hobbys. Ich bin den Schritt gegangen, natürlich auch mit der Hoffnung das sich etwas ändert.

x 1 #5


HappyMike
Zitat von Zimonella:
Guten Abend, ich könnte einen Rat gebrauchen und muss mich etwas ablenken, deswegen schreib ich mal hier. Mein Ex und ich 38+48 waren 13 Jahre zusammen und haben die meiste Zeit davon zusammen gewohnt. Wir hatten dieses Jahr ziemlich viele Streitereien und er war oft sehr respektlos zu mir. Es ging hauptsächlich um ...

Ich finde den Schritt mit den getrennten Wohnungen in Eurer Situation gar nicht so negativ – vielleicht ist er sogar genau das, was Ihr gerade braucht.

13 gemeinsame Jahre verschwinden schließlich nicht dadurch, dass einer seine Sachen in eine andere Wohnung trägt. Und dass Du ihn jetzt schrecklich vermisst, bedeutet auch nicht automatisch, dass die Entscheidung falsch war. Man kann einen Menschen lieben und trotzdem erkennen, dass das bisherige Zusammenleben so nicht mehr funktioniert.

Gerade bei Euch sehe ich in getrennten Wohnungen sogar eine Chance. Du beschreibst ja selbst, dass Du im Laufe der Jahre immer mehr übernommen hast und irgendwann eher in die Rolle derjenigen gerutscht bist, die organisiert, erledigt und hinterherträgt. Er wiederum hat sich offenbar daran gewöhnt. So etwas kann eine Beziehung irgendwann ziemlich unsexy machen – für beide Seiten.

Eine eigene Wohnung zwingt ihn nun dazu, seinen Alltag selbst zu organisieren. Und Du bekommst die Möglichkeit herauszufinden, wie sich Dein Leben anfühlt, wenn Du nicht ständig für zwei Menschen mitdenken musst.
Ob daraus später wieder eine Beziehung wird, würde ich deshalb heute noch gar nicht entscheiden wollen.

Getrennte Wohnungen können durchaus dauerhaft funktionieren. Für manche Paare ist „Living Apart Together“ sogar die bessere Beziehungsform: Man freut sich bewusster aufeinander, hat seinen eigenen Rückzugsort und verbringt Zeit miteinander, weil man es möchte – und nicht, weil man zufällig dieselbe Küche teilt.
Aber vorher würde ich Euch tatsächlich erst einmal wirklich getrennt leben lassen. Nicht sofort versuchen, aus der Trennung eine neue Beziehungsform zu basteln.

Vielleicht stellt Ihr nach einigen Wochen oder Monaten fest, dass Ihr Euch vermisst und wieder ganz anders miteinander umgehen könnt. Vielleicht entdeckt Ihr sogar Seiten aneinander wieder, die im täglichen Streit völlig verschwunden waren. Und vielleicht stellt einer von Euch fest, dass die Trennung doch endgültig richtig war.
Beides wäre eine Erkenntnis.

Deshalb finde ich Deinen jetzigen Schritt mutig und vernünftig. Du hast nicht gesagt: „Ich empfinde nichts mehr für Dich.“ Du hast gesagt: „So, wie wir miteinander leben, kann ich nicht mehr.“
Das ist ein ziemlich großer Unterschied.

Und wer weiß: Vielleicht braucht Eure Beziehung gerade nicht unbedingt ein gemeinsames Dach, sondern erst einmal ein bisschen Abstand, damit Ihr überhaupt wieder sehen könnt, was Euch 13 Jahre lang verbunden hat.

so long, alles Gute! Lachendes Gesicht

x 3 #6


Simsui
Wow, vielen lieben Dank für deine ausführlichen Worte, du hast es denke ich ziemlich gut getroffen.

So sollte sich jeder erstmal für sich besinnen. Wir brauchen wohl beide Zeit und Raum zum atmen.

x 1 #7


Worrior
Zitat von Zimonella:
Die Fronten sind natürlich verhärtet und jeder muss zur Ruhe kommen und ob man wieder eine gemeinsame Basis finden kann, steht in den Sternen.

Eben, sollte es wieder zünden muss es auch kein wohnliches aufeinandekleben sein.
Distanz kann auch Nähe schaffen.

Maßgeblich ist dass ihr erst mal zur Ruhe kommt, erst mal den Kontakt einstellt und jeder von Euch sein Leben eigenständig aufbaut.

Dann wäre das ein ganz anderes Niveau wenn ihr wieder aufeinander zugehen solltet.

#8


Heffalump
Zitat von Simsui:
Ich bin den Schritt gegangen, natürlich auch mit der Hoffnung das sich etwas ändert.

Du kannst dich aktiv ändern, aber er wird sich nur ändern, wenn er muss. Und wenn er Muttern hat, die sich kümmert, braucht er das nicht.

Du kannst viel einbringen in das Sparbuch der Lybe, abheben kannst nix. Ich kenne eine einzige Beziehung, wo getrennte Wohnungen halfen, zur besseren Partnerschaft, aber das ist nicht das Maß der Dinge.

Zudem, wenn er herrisch ist? Gefällt dir das?

#9


Fenjal
@zimonella natürlich, getrennte Wohnungen sind äusserst angenehm.
Rückzugsorte.
Niemals würde ich in meiner Hütte dauerhaft einen Typ dulden.
Das macht nur Unordnung und ständig wird man etwas gefragt und soll reden.

Mein Rat: selbstverständlich hast du eine eigene Wohnung.
Niemand kommt dir dort quer, wenn dein Typ das nicht versteht,.... seine Sache.
Lass dich auf nichts anderes ein, Eigenständigkeit und dein Rückzugsort sind zu 100% angenehmer als täglich Auskunft geben zu müssen und Unordnung die deine Routine torpediert.

#10


A


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