Ich weiß, alter thread usw. aber ich möchte doch einige Gedanken diesbezüglich niederschreiben.
Ich habe mir jetzt innerhalb der letzten 3 Tage den Thread komplett durchgelesen und dabei sind mir einige Dinge aufgefallen:
Es gibt User, die konstruktiv helfen wollen und andere bei denen ich das Gefühl habe, sie wollen nur Dampf ablassen. Wobei ich beide tatsächlich verstehen kann.
1. Bei der ersteren Gruppe las ich bei einigen eine gewissen Naivität heraus wohingegen bei anderen eine durchaus große Erfahrung herualszulesen war. Gerade bei jenen sah mal viel Empathie ohne, dass sie shedia wirklich in Schutz nehmen zu wollen. Viel mehr erkannten sie shedia als das was sie ist: Mental instabil auf Grund ihrer Vorgeschichte, die sie sich natürlich nicht ausgewählt halt. Niemand hat die selben Startoptionen, aber jeder hat nur sein eigenes Set an Charaktereigenschaften. Wäre die shedias Vergangenheit anders - oder sagen wir lieber: besser - verlaufen, hätte sie das, was sie zu dem trieb, was sie schlussendlich tat, nicht getan. Innerlich suchte sie das was ihr aus der Kindheit fehlte und das machen sehr viele Menschen. Dennoch: Man ist nicht für seine Gedanken verantwortlich, sondern für das, was man daraus macht.
2. Eigentlich sollte ich mich zu dieser Usergruppe zählen, da ich momentan in einer ähnlichen, wenn auch nicht weit aus so schlimmen Situation befinde. Jedenfalls sehe bei dieser Gruppe viel Frust und persönliche Angriffe auf shedia. Verständlich und Nachvollziehbar, aber nicht zielführend. Mit so teilweise beleidigenden und teils schwach argumentativ untermauerten Posts hege ich den Verdacht, dass jene dieser Gruppe stark ihre eigenen an ähnlich grenzende Erfahrungen auf shedia projezieren. Ihr helft ihr damit nicht, aber *vor allem* helft ihr euch selbst damit nicht.
Einem Menschen seine Fehler aufzuzeigen kann ein guter erster Schritt auf dem Weg zur Überzeugung sein, aber wenn das ständig passiert, ohne wirklich eine - und ich sage das jetzt bewusst, da sich in diesem Thema vieles hauptsächlich darum dreht -
emotionale Lösung anzubieten hilft da keinem. Die eine Seite wird ständig an die eigenen Fehltritte erinnert, was sie lähmt voranzukommen und der Helfende wird immer frustrierter und leider auch wütender, was dann in einem Teufelskreislauf endet.
Ich habe eine lange Zeit zu nr. 2 gehört.
Nichtsdestotrotz muss ich einigen hier auch zustimmen. Shedia ist definitv ein Fall für einen Profi. Ich denke, dass sie mittlerweile eine Meisterin darin geworden ist sich selbst anzulügen und in ihrem Fall wird sie durch keinen Foreneintrag und den daraus resultierenden Antworten zu einer durchbrechenden Erkenntnis kommen.
Ich möchte ehrlich sein - ich kenne nur diesen Thread von shedia und bis Seite 26 (?) hat sich alles von ihr so gelesen, als hätte es ein geläutertes Ich geschrieben. Doch dann kam ihr emotionaler Ausbruch, was für mich das Verständnis für sie zum Anzweifeln ihrer Geschichte brachte.
Besonders ein Post war eine RedFlag für mich:
Zitat:Sicher nicht! Aber es ist nunmal, wie es ist. Ich könnte ja gehen, wäre damit aber bestimmt nicht glücklicher. Also bleibe ich und picke mir die Rosinen raus.
@shedia11
Hier warst du das erste Mal wirklich ehrlich. Was ich jetzt schreibe, schreibe ich nicht um dir eins reinzudrücken. Ich schreibe es dir in der Hoffnung dir die Augen öffnen zu können, für das was gerade wirklich passiert:
Du bist nicht bei ihm geblieben, weil du für seine Großzügigkeit dankbar bist. Du bist geblieben, weil du Angst davor hast alleine zu sein. Er als Mensch ist dir unwichtig. Dir geht's alleine um den Comfort und den Lebensstandard, den du nicht mehr missen willst. Eigentlich bist du mit deiner Situation zu tiefst unglücklich, aber du weißt, dass es schlimmer sein könnte. Du hast dich also damit abgefunden - du hast es aber nicht akzeptiert. Im Inneren schreit immer noch das kleine Kind nach der Zuneigung, dass es von den Eltern nicht bekommen hat. Das einzige was dich
gerade daran hindert nicht nocheinmal fremdzugehen ist die finanzielle Sicherheit und das "okayische" emotionale Verhältnis zu deinem Mann. Dich da jetzt rauszureden wird jetzt sehr schwierig. Wenn ihr beide wieder 30 wärt, wärst du ihm immernoch treu geblieben? Stell dir einfach mal vor ihr wärt wieder jung, hättet die Probleme, die ihr jetzt im Alter habt nicht, aber du hättest dennoch deinen jetzigen Kopf. Wärst du ihm dann treu geblieben, mit all den alten neuen Möglichkeiten? Mach diese kleine gedankliche Zeitreise und du wirst deine Antwort finden (kleiner Tipp: wenn es unangenehm wird bist du auf der richtigen Spur).
Aber wie gesagt möchte ich dich trotzdem nicht anklagen oder verurteilen, weil es in meinen Augen auch einfach nichts mehr bringt.
Ich kann deine Situation nachvollziehen ohne sie gelebt zu haben. Traumata aus der Kindheit zu erkennen und zu verarbeiten ist verdammt schwierig und ja, ich verstehe auch, dass man lieber die süße verlockende Frucht der selbstbescheiscenden Illusion nascht, aber das ist immer noch keine Entschuldigung für das wast du getan hast und deine postings auf den letzten beiden Seiten geben mir das Gefühl, dass du den Kern der Sache selbst nach all dieser Zeit in Therapie nicht verstanden hast.
Und das ist sehr schade.