daria30
Gast
wahrscheinlich wird mir hier niemand weiterhelfen können, aber vielleicht tut es mir gut, mir meine momentane Situation etwas von der Seele zu schreiben.
Meine Trennung von meinem Partner liegt schon fast 1,5 Jahre zurück und wir waren auch nicht lange liiert (2,5 Jahre). Umso erschreckender ist es für mich, dass ich es nicht schaffe, ihn und dir gemeinsame Zeit loszulassen. Wir waren sehr glücklich - tatsächlich beruhte es auf Gegenseitigkeit - und hatten viele Pläne und ich könnte hier jetzt auch noch mehr ins Detail gehen, aber eigentlich ist dieser Punkt nicht so wichtig. Es hat mich kalt erwischt, als er sich von heute auf morgen getrennt hat. Er könne es sich selbst nicht erklären, eigentlich wäre alles perfekt, aber die Gefühle hätten sich verändert. Ich vermute zudem, dass er außerdem den Wunsch hatte, sich noch weiter auszuleben, da er zu dem Zeitpunkt 23 Jahre alt war und gerade mit einem beruflich neuen Lebensabschnitt beginnen wollte. Es gab Wochen lang keine wirkliche Aussprache, ich erhielt meine Sachen nicht zurück und er war wie vom Erdboden verschluckt. Nur in sozialen Netzwerken konnte man sein Leben (hauptsächlich Party und Freizeitaktivitäten) mitverfolgen. Irgendwann flammte jedoch doch wieder Kontakt auf - kurz zusammengefasst war seine Meinung, ich sei die ideale Frau für ihn, er wüsste aber auch nicht, was gerade bei ihm los ist. Beziehung ginge nicht ("und wenn dann nur mit dir") und er wüsste eh nicht, was er vom Leben will. Was dann folgte waren Monate, in denen ich mich leider als eine Option hab warm lassen halten. Mal meldete er sich, mal nicht, mal stand er auf einmal vor der Tür und war genauso schnell wieder aus meinem Leben verschwunden. Nach 6 Monaten fing er auf einmal sehr euphorisch an, wieder um mich zu buhlen, kam wieder regelmäßig, ließ sich sogar bei meiner Familie blicken. Nur um dann etwa 2 Monate später nach einem Streit wieder komplett abzutauchen. Dann folgte längere Ruhe, die ich sehr gebraucht habe. Ich hörte nichts, las nichts, stalkte auch nicht und hab mein Leben geordnet, auch wenn ich nicht viel Freude in der Routine erlebt habe. Es war monoton, aber unaufregend. Gedanklich war er dennoch sehr präsent. Trotzdem dachte ich, es geht jetzt bergauf und war guter Dinge, dass auch bald die Lebensfreude wieder zurückkehrt.
Doch wie in einem Film mit einer sehr nervigen Protagonistin, reagierte ich nach einem halben Jahr Kontaktstille doch wieder auf einen Kontaktversuch von ihm. Er würde mich vermissen, häufig an mich denken und hat sich eigentlich selbst verboten, je wieder Kontakt zu mir aufzunehmen, doch der "Druck" war zu hoch und er würde mich auch unheimlich gerne wiedersehen. Einen Tag später eröffnet er mir, er habe seit vier Wochen eine neue Freundin. Es wäre zwar komisch mit ihr, was daran liegen würde, dass er mich immer noch idealisiert. Aber er wäre trotzdem glücklich und sehe auf jeden Fall in ihr seine Zukunft und nicht in mir. Es tue ihm leid, wieder Kontakt gesucht zu haben, das käme von nun an auch nicht mehr vor.
Seitdem fühle ich mich wieder ausgeknockt. Ich komme kaum hoch, finde keinen Biss mehr, was für mein Studium oder Nebenjob zu tun. Diese 1,5 Jahre haben mich ausgelaugt und obwohl es wohl offenkundig ist, dass er nicht der richtige für mich ist, schaffe ich es nicht, mich von ihm emotional abzunabeln. In der Uni lief es immer gut, ich hab eine tolle Familie und einen lieben Freundeskreis, mir mangelt es sozusagen an nichts - deswegen verstehe ich es selbst nicht, warum ich es nicht schaffe, ihn loszulassen, wenn er das einzige "Übel" ist, das mich bisher heimgesucht hat.
Hat hier vielleicht jemand Erfahrung mit guten Selbsthilfebüchern? Wäre professionelle Hilfe ratenswert?