mo_jo
Gast
ich brauche mal einen objektiven Blick von außen auf meine aktuelle "Ehesituation".
Kurz zu den Rahmenbedingungen: Meine Frau und ich (beide Mitte-Ende 30) haben zwei Kinder, sind 7 Jahre verheiratet, lieben uns eigentlich und wollen gemeinsam unsere Zukunft verbringen. Das wurde uns nach einem Recht intensiven Streitgespräch vor ca. einem Monat auch noch mal bewusst.
Allerdings gibt es da ein riesiges Problem, das mich psychisch und auch körperlich (ich leide zudem unter einer Zwangserkrankung) zermürbt:
Seit etwa 4-5 Monaten hat meine Frau wieder vermehrt Kontakt zu ihrem Ex-Freund (wohnt 400km weit weg, verheiratet, Haus gebaut).
Es fing an über das gemeinsame Hobby Sport & Fitness. Der Kontakt wurde dann aber deutlich mehr, sodass sie fast täglich schreiben.
Ich konnte den Typen und seine Art von Anfang an nicht leiden, was meine Frau auch weiß.
Ich habe irgendwann, weil mir die Nachrichten in der Vorschau komisch vorkamen, heimlich den Chat gelesen und dabei mehr oder weniger Flirts und 2-3 recht anzügliche Nachrichten entdeckt – klassisches emotionales Fremdgehen. Daraufhin gab es die besagte Aussprache (sie hat das nicht so empfunden, sagte aber, dass sie mich verstehen kann und an meiner Stelle genauso verletzt wäre).
Letztes Wochenende gab es nun ein geplantes Treffen der beiden in einer Nachbarstadt, da sie sich Jahre nicht gesehen hatten und es nun mal bei beiden zeitlich klappte. Ich wurde vorher gefragt ob das Ok wäre.
Am Tag darauf war ich auf einer Firmenfeier. Sie hatte ihre Sportschuhe in seinem Rucksack vergessen, er hat sie ihr auf seinem Heimweg vorbeigebracht. Sie hatte mir das zwar angekündigt, aber aus dem kurzen Abgeben an der Haustür wurden dann gute zwei Stunden Aufenthalt in unserem Garten, während ich weg war. Mir geht es jetzt gar nicht um die einzelnen Punkte. Das Treffen bei uns ist nur ein Teil, das ständige Schreiben ein anderer.
Was mich so unfassbar fertig macht, ist dieses permanente Gefühl des „Hinterherlaufens“. Ich fühle mich wie der Polizist meiner eigenen Ehe, der ständig kontrollieren muss, ob sie online ist, etc. (u.a. auch verstärkt durch meine Zwänge).
Es fühlt sich an, als müsste ich sie emotional mit ihm teilen, weil sie gefühlt alles auch mit ihm teilt.
Ich will nicht mehr über Einzelfälle diskutieren. Ich wünsche mir eine Partnerin, die von sich aus – aus Respekt vor mir und unserer Ehe – spürt, wo die Grenzen liegen und den Ex auf Distanz hält, ohne dass ich darum betteln oder Regeln aufstellen muss.
Reagiere ich evtl. zu sensibel?
Was meint ihr zu der Situation?
Danke für eure ehrlichen Meinungen.