Hallo. So, ich musste mich jetzt erstmal registrieren, um auf meinen eigenen Beitrag antworten zu können...
@SlevinS
Na ja... besonders in den letzten 10 Jahren unserer Beziehung gab es immer wieder Lebensereignisse, die viel Zeit und Kraft gekostet haben. Angefangen bei beruflichen Misserfolgen, über eine sehr schwere (und lebensbedrohliche) Erkrankung eines unserer Kinder, bis hin zum (Fast-) Burnout bei meiner Frau. Diese Zeit und Energie haben wir dann immer dort abgezogen, wo es am leichtesten war: bei uns als Paar. Und somit stand am Ende jeder Krise dann die Aufgabe, uns wieder zusammen zu raufen. Wie fühlt mein Partner? Was braucht mein Partner? Was hat sich durch die zurückliegenden Ereignisse für meinen Partner verändert? Was hat ihn in dieser Zeit verletzt? Gefühlt fangen wir dann jedes Mal von vorne an.
Nun ist für uns klar, dass diese Lebenskrisen immer wieder kommen werden. Eines unserer Kinder ist stark entwicklungsverzögert und wird sehr lange auf unsere Unterstützung angewiesen sein. Da wird noch einiges auf uns zukommen. Unsere Eltern sind nicht mehr die jüngsten, also werden wir uns irgendwann mit Dingen wie Pflege, Nachlass usw. auseinander setzen müssen. Meiner Frau stehen die Wechseljahre noch bevor und mit die Midlifecrises. Kurzum: Es gibt potenziell noch viele Situationen, in denen wir wieder Kraft und Zeit brauchen werden. Und genau dafür wollen wir uns jetzt rüsten, indem wir lernen, regelmäßig über uns zu sprechen. Offen, ehrlich, konzentriert. Damit das in einer Krise auch selbstverständlich ist und wir hinterher nicht immer wieder bei Null anfangen müssen.
Und dafür suchen wir einen Leitfaden. An dem wir uns orientieren können. Vielleicht ist das jetzt ein wenig klarer, was genau ich hier für Tipps suche.

@nalea
Ja, diese wöchentlichen Dates, diese feiern dessen was man hat, diese romantischen Ausbrüche, werden einem in jedem Beziehungsratgeber empfohlen. Und sie sind auch sicherlich gut. Aber in den Situationen, die ich weiter oben beschrieben habe, funktionieren sie leider nicht. Wenn es beruflich schlecht läuft und das Geld knapp ist, ist ein Kinobesuch eher Belastung als Freude. Wenn dein Kind krank ist, läufst du nicht im Sonnenuntergang am Stand entlang. Das hat man andere Sorgen. Hinzu kommt, dass einem oftmals schlicht die Zeit (und die Möglichkeit) dazu fehlt und dann ist es eher deprimierend zu sehen, dass man sich doch eigentlich jede Woche eine Auszeit zu zweit gönnen wollte, aber es schon wieder einfach nicht klappen will. Deshalb: ja, ich verstehe den Ansatz, aber es ist momentan nicht das, was wir brauchen. Wir brauchen einen Kommunikationskultur und einen geschützten Rahmen dafür.
