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Enttäuscht über Verhalten nach Trennung

TinTin72

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Hallo liebe Mitleser*innen,

ich bin schon seit einige Wochen und das Mitlesen hat mir viel bei meiner eigenen Trennung geholfen.

Mein Thema: Mein Partner ist Ende Juni nach 6 Jahren Beziehung ausgezogen. Und da fängt es eigentlich schon an. Mein Ex kommt ursprünglich aus einer anderen Stadt (600 km entfernt) und ist vor einigen Jahren zu mir gezogen. Das Hauptproblem in unserer Beziehung war, dass er nie so richtig angekommen ist und seine Heimat, Familie und Freunde sehr vermisst hat.

Aber die Gründe für seinen Auszug sind das eine, was mich sehr belastet und enttäuscht, ist sein Verhalten nach der Trennung. Mit seinem Auszug war besprochen, dass wir versuchen wollen, die Beziehung zu retten und quasi auf Fernbeziehung umzustellen. Ob das funktioniert hätte, kann ich nicht sagen, denn als ich nach seinem Auszug mit ihm besprechen wollte, wie und wann wir uns das nächste Mal sehen, hat mir darauf keine Antwort gegeben. Er murmelte was von Auszeit und er bräuchte mal Funkstille, um sich zu sortieren. Parallel zu seinem Auszug habe ich familiäre Probleme bekommen, die mich sehr belastet haben (und noch belasten). Um es kurz zu machen: Er hat sich wochenlang nicht gemeldet, auf meine Versuche, eine Aussprache zu führen, hat er hinhaltend reagiert (er müsse erst in seine neue Wohnung ziehen, um sie zu sortieren). Nach zwei Monaten hatten wir dann vor Kurzem einige Telefonate. Die ganze Zeit hat sich nicht einmal nach mir oder meinen Kindern erkundigt.

Es ist so traurig, dass ein wirklich gute Partnerschaft - natürlich mit Höhen und Tiefen - so enden muss. Er war immer schon sehr konfliktscheu, die Probleme habe immer ich angesprochen, er hat auch seine Wünsche und Nöte nicht mitgeteilt. Aber sich so aus einer Beziehung zu schleichen und den anderen stehen zu lassen, das finde ich extrem respektlos und traurig.

Hat jemand von euch so etwas auch schon erlebt? Oder hat sich jemand schon so verhalten und kann mir erklären, warum es so schwer fällt, diese klärenden Gespräche zu führen? Nach fast 2,5 Monaten geht mir jetzt langsam besser, aber es macht halt im Nachhinein so viel kaputt, was ich schade finde, denn das wäre wirklich nicht notwendig gewesen.

Viele Grüße, TinTin

Gestern 11:49 • #1


Johanna15


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Das tut mir sehr leid für Dich.

Ich habe Ähnliches erlebt. Nach Trennung per Telefon gab es Versprechen, ich will unbedingt Kontakt, Freundschaft, Du bist mir immer noch so wichtig, Treffen usw. Danach hab ich nie wieder etwas gehört. Die 4 Jahre, mein Kind und ich sind gelöscht aus seinem Leben.

Liebe TE, egal warum Dein Ex so handelt, ob es nun Gleichgültigkeit, Feigheit, Verantwortungslosigkeit oder was auch immer seine Unzulänglichkeiten sind, ...Du darfst Dich daran nicht aufreiben.

Ich habe aufgrund dieser Tatsache auch Tage und Nächte damit verbracht zu überlegen, warum er so handelte, hab mich in Frage gestellt, fühlte mich wertlos, da es nicht für die kleinste Nachricht reichte und all das Kopfkino.
Der Nutzen von solchen Gedanken, was den Ex zu diesem Verhalten bewegt, sind gleich null. Du wirst es nicht herausfinden und Dich ewig dran aufhalten, was Deine Energie und Kraft fressen wird.

Das einzige was bleibt, ist es zu akzeptieren und nach vorne zu schauen.

Alles Gute für Dich

Gestern 12:08 • x 4 #2


Clair

Clair


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Liebe TinTin,

er schafft es 2,5 Monate nicht ehrlich mit dir zusprechen und schleicht sich aus der Beziehung. Das geht wirklich gar nicht aber ändern kannst du es auch leider nicht! Er ist Er!

Versuche doch mal dich selbst zu hinterfragen. Wofür brauchst du das Gespräch? Ein Gespräch hinter dem du her bettelst bzw. was erhoffst du dir davon?

Gestern 12:11 • x 3 #3


TinTin72


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Ja, worauf hoffe ich? Inzwischen wohl nur noch darauf, dass ich jetzt nicht 6 Jahre Beziehung infrage stelle. Aber vielleicht ist das auch eine Phase, die irgendwann vorbei geht. Es war halt wirklich schwer, ihn aus meinem Alltag rauszubasteln. Und jetzt geht es nur noch nach vorne. Dass sich jemand trennt, ist halt so, damit muss man leben. Das steht jedem zu. Aber sich so aus einer Beziehung zu mogeln und den andern im Regen stehen zu lassen, zeugt wirklich nicht von Reife und Stärke. Und es tut einfach weh, wenn man sich selbst eingestehen muss, dass man den Anderen im falschen Licht gesehen hat. Ich weiß, es geht vorbei und wird alles wieder gut. Es bleibt aber eine Angst, dass man sich wieder so täuschen kann.

Lieben Dank für eure Beiträge!

Gestern 14:45 • x 2 #4


Fanta1

Fanta1


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Zitat von TinTin72:
Aber sich so aus einer Beziehung zu mogeln und den andern im Regen stehen zu lassen, zeugt wirklich nicht von Reife und Stärke.

Das finde ich auch so ziemlich das Erbärmlichste wie man eine Beziehung beenden kann. Vielleicht will er sich ein kleines Hintertürchen offen halten und hat deswegen keine definitive Aussprache gesucht. Aber auch das hätte er kommunizieren können. Sagen, dass er zur Zeit unsicher ist, dass er mal eine Pause braucht um über alles nachzudenken, aber Angst hat, einen konkreten Schlussstrich zu ziehen. Was auch immer.....aber er hätte reden müssen !
Dieses " in der Luft hängen" finde ich ganz furchtbar. Mit mir hat mal einer Schluss gemacht, indem er zu mir sagte, " wir werden uns jetzt erstmal eine Weile nicht sehen können"....Was bitteschön soll man mit so einem Satz anfangen ? WArum kann man nicht sagen " ich möchte die Beziehung beenden". Dieses Rumgeeiere tut doch keinem gut.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft diese blöde Situation zu überstehen.

Vor 5 Stunden • x 1 #5


TinTin72


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Zitat von Fanta1:
Mit mir hat mal einer Schluss gemacht, indem er zu mir sagte, " wir werden uns jetzt erstmal eine Weile nicht sehen können"...


Da muss man ja schon fast lachen, wenn es nicht so traurig wäre... Häh? Und warum nicht? Bist du blind geworden? Ist dein Auto kaputt? Neulich habe ich ihn in einem Telefonat gefragt: Also nur mal für mich, für dich ist die Geschichte vorbei, oder? Er: Puh, also das könnte er momentan wirklich gar nicht beantwortet, wer weiß, was in ein paar Monaten ist... Ernsthaft? Ich habe ihn heute Morgen nun blockiert und gelöscht. Ich muss mich selber schützen und da hilft nur: KEIN KONTAKT! Aber es tut trotzdem weh .

Vor 2 Stunden • x 1 #6


Johanna15


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Wenn ich schon lese: puh bla bla bla.....
Ist mir ziemlich vertraut.

Deinen Plan finde ich sehr gut.
Worte, was mal sein könnte sind Schall und Rauch.... Die Taten, nämlich der feige Rückzug zählen.
Jetzt bist nur Du wichtig.

Vor 2 Stunden • #7


Kummerkasten007


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Zitat von TinTin72:
Er: Puh, also das könnte er momentan wirklich gar nicht beantwortet, wer weiß, was in ein paar Monaten ist...


Ich übersetze mal:

Also, im Moment jodelt mein Schniedel nicht so dolle, aber das kann sich ja ändern, wenn mir die Handcreme ausgeht oder sich andere Frauen als langweilig raustellen. Deswegen eier ich so herum, vielleicht kann ich bei Dir eine latente Hoffnung am Leben halten, dass Du im Notfall parat stehst ähhh liegst.

Vor 2 Stunden • x 1 #8


TinTin72


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Ich denke, Gründe für Trennung sind vielschichtig und nicht immer für andere nachvollziehbar. Das ist ja auch ok. Und ich verstehe auch eine Unsicherheit, bei der Umsetzung. Es ist ja nicht immer nur, dass man jemand andere kennengelernt hat oder die Partnerschaft schlecht läuft. Es gibt Umstände, wie das Verhältnis innerhalb von Patchwork-Familien, Umzug wegen des Partner, etc., die eine Trennung aufdrängen. Aber ich finde, man muss halt reden. Und wenn es nur ist, um zu sagen, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Aber einfach zu verschwinden und dann wochenlang nicht reden wollen, da fehlt mir wirklich jedes Verständnis für...

Vor 33 Minuten • x 1 #9


ttttt


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Du schreibst, er war immer konfliktscheu und er konnte seine Wünsche und Nöte nicht formulieren. Ich finde sein Verhalten daher leider nicht verwunderlich. Das macht es aber nicht besser. Kein Kontakt ist sicher das Beste.

Vor 17 Minuten • #10


TinTin72


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Zitat von ttttt:
Du schreibst, er war immer konfliktscheu und er konnte seine Wünsche und Nöte nicht formulieren. Ich finde sein Verhalten daher leider nicht verwunderlich. Das macht es aber nicht besser. Kein Kontakt ist sicher das Beste.


Nee, besser macht es das leider tatsächlich nicht. Er hat auch eingeräumt, dass es ihn belastet, wie das abgelaufen ist. Aber auch das hilft natürlich nichts. Am Ende hilft wirklich nur, auf sich selbst aufzupassen, einen Haken daran zu machen und nach vorne zu schauen. Aber es tut halt so weh, wenn etwas zu Ende geht, von dem man dachte, das hält nun bis zum Lebensende.

Aber mal schauen, jetzt erstmal wieder auf die Beine kommen. Ich bin gerade so müde vom Verletztsein. Das nervt.

Vor 3 Minuten • #11




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