Er denkt an ausziehen!

Nine

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Hallo,

seit etwa Februar geht es in unserer Ehe auf und ab.
Wir sind seit 4 Jahren verheiratet, kennen uns 7 Jahre und haben einen fast 2 Jahre alten Sohn.

Im Februar hat mein Mann mir eröffnet das er unter unserer Beziehung leidet. Er fühlt sich zurückgesetzt, nicht genug beachtet. Ich fragte Ihn ob er auf unseren Sohn eifersüchtig wäre, er sagte nein aber ich hätte mich seit der Geburt unsers Sohnes zu sehr verändert. Er würde die Frau nicht mehr wiederfinden die er geheiratet hat.

Ich war schockiert, klar hat unser Kind einen großen Platz in unserer Beziehung eingenommen, aber ich konnte meinem Mann seit Februar scheinbar nicht klarmachen wie wichtig er für mich ist. Ich liebe Ihn, er glaubt mir nicht.
Er behanelt mich seit den letzten Monaten recht schlecht, ignoriert mich, nimmt mich nicht mehr in den Arm, kurz zeigt mir nur wenig Zuneigung und weißt Zuneigungen meinerseits zurück oder ignoriet diese. Ich fühle mich wie ein Bettler.
Anfang August hat er mir dann eröffnet er denke daran auszuziehen. Ich war erschreckt und wie gelähmt. Hab gefragt ob er eine andere Frau kennengelernt habe. Das hat er verneint. Er würde mich aber nicht mehr lieben, hätte immer die letzten 2 Jahre im Kopf in denen es Ihm (das habe ich nicht gemerkt) schlecht gegangen ist. Ich bat Ihn das ganze zu überdenken und habe versucht meinerseits an unserer Beziehung zu arbeiten. Er hat meine Zuneigungen auch immer für ein paar Tage akzeptiert, erwiedert..! Dann hat er mir Anfang September vorgeworfen ich hätte sein Ansinnen auszuziehen scheinbar nicht ernst genommen, weil ich das Thema nicht anspreche. Ich habe erwiedert das wir doch an der Beziehung arbeiten. Er sagte mir dann es wäre zu spät. Er liebe mich nicht mehr. Ich fragte wieder nach einer Anderen und diesmal hat er zugegeben seit 4 Monaten eine andere Beziehung zu haben. Das habe aber nichts mit seinem Wunsch auszuziehen zu tun. Er liebe die Andere nicht aber es wäre auch keine reine Bettgeschichte. Er habe durch Zufall diese Bekanntschaft gemacht.
Ich bin nun total verstört und weiß nicht mehr weiter. Ich liebe diesen Mann und kann mir ein Leben ohne Ihn nicht vorstellen. Ich habe versucht zu verstehen und in mich hineingehört was ich in den letzten 2 Jahren alles falsch gemacht habe oder haben könnte.

Ich bin im Moment noch nicht bereit die Beziehung aufzugeben.
Was könnt Ihr mir dazu sagen.

28.09.2004 13:37 • #1


greeneye


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Hallo Nine,

blöde Situation, ich kenne dieses Spiel. Hört sich für mich an, als würde er nicht ganz mit offenen Karten spielen oder er weiß im Moment nicht mehr, was er will. Wie alt ist denn Dein Mann?

Ich würde noch mal versuchen, in Ruhe mit ihm zu reden. Wenn er abblockt, würde ich nicht weiter nachbohren und ihn erstmal in Ruhe lassen, auch wenn es verdammt schwer fällt, schließlich hast Du ein Recht darauf zu wissen, woran Du bist.

Ganz liebe Grüße
Steffi

28.09.2004 13:53 • #2



Hallo Nine,

Er denkt an ausziehen!

x 3#3


Nine


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Hi Steffi,

mein Mann ist 38 und ich auch.

Er spricht sich ständig mit einer Freundin (wirklich nur Freundin, war aber mal seine Ex) aus. Sie ist z.Zt. seine Lebensberatung. Ich kenne diese Freundin flüchtig sie hört Ihm zu, er sagt er brauche jemanden zum reden. Das macht mich zudem Wahnsinnig, er soll mit mir reden...

Ich habe in meinem Umfeld, Freunden, Eltern bisher nicht über unsere Probleme gesprochen. Habe bisher alles in mich hineingefressen. Grund dafür ich will nicht das diese Menschen in direkt verurteilen.

28.09.2004 14:10 • #3


greeneye


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Hallo Nine,

bitte friss nicht alles in Dich hinein, das ist gar nicht gut und der Schmerz wird sich einen anderen Weg suchen, wenn Du ihn nicht rauslässt. Du musst jetzt an Dich denken und nicht daran, was andere über Deinen Partner denken. Denn Du bist im Moment das Wichtigste. Reden ist unheimlich wichtig und es wird Dir helfen, zu verarbeiten. Und wozu sind Freunde und Familie denn da? Du würdest Deinen Freunden doch auch zuhören und zu helfen versuchen, wenn es ihnen schlechtgeht, oder?

Liebe Grüße
Steffi

28.09.2004 14:42 • #4


Ehemaliger User


Hi Nine,

wenn ich so lese, was Du schreibst, kommt mir sofort der Gedanke, dass er den Verlauf Eurer Ehe allein in Deine Hände gibt. Mach Du, dass es gut wird... So funktioniert das aber nicht, entweder Beide wollen es und tun was dafür oder es kann nicht klappen!

Das kommt mir doch alles bekannt vor. Einer hat Probleme, schiebt sie mal eben dem Anderen in Schuhe und sucht sich schonmal was Neues.

Ich fass es nicht... ich weiß nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles Gute
GIPI

28.09.2004 14:50 • #5


Ehemaliger User


Hallo Nine,

das ist eine sehr heftige Krise, die du im Moment durchmachen mußt. Da wirst du auf jeden Fall jede Hilfe brauchen können, die sich bietet, deshalb kann ich Greeneye nur beipflichten, daß du das Elend nicht in dich hineinfressen darfst, sondern den Kontakt mit anderen Menschen suchen mußt, dich aussprechen und auch unterstützen lassen.

Es kommt ja leider ziemlich häufig vor, daß sich Partnerschaften nach dem Kinderkriegen verändern, und es würde mich wundern, wenn das bei euch nicht auch so gewesen wäre. Dein Mann hat es ja auch mehr oder weniger bestätigt, indem er sagte, du hättest dich nach der Geburt eures Sohnes "zu sehr verändert". Das ist sehr allgemein, eigentlich kann man mit so einer Aussage alleine nichts anfangen; er hätte dir hier sehr deutlich sagen müssen, was eigentlich los ist, und das hätte er von Anfang an tun müssen, nicht jetzt auf einen Schlag, so daß er dir gewissermaßen die Chance nimmt, aktiv zu handeln. Ich kann mir vorstellen, daß er schon eine Zeitlang unzufrieden mit irgendwas war, aber den Mund nicht aufgemacht hat. Damit hat er dir natürlich auch jede Chance genommen, beizeiten konstruktiv an der Beziehung zu arbeiten. Das ist nicht fair von ihm, aber Fairneß ist bei nicht gut laufenden Partnerschaften ja häufig nicht mehr im Spiel. Er hat sich - so sehe ich das - in dem Glauben gelassen, alles wäre ok, und jetzt stehst du plötzlich vor scheinbar vollendeten Tatsachen, und zwar Tatsachen, die einen Scherbenhaufen bilden.
Ich nehme ihm nicht ab, daß diese Beziehung, die er vor vier Monaten eingegangen ist, nichts damit zu tun haben soll. Man geht in der Regel nicht mal eben so außerhalb der Ehe eine Behziehung ein. Wenn das erfolgt, dann ist das meistens doch das Zeichen, daß in der Beziehung schon was faul war, denn sonst ist man kaum anfällig für Außenbeziehungen. Er wird schon, wie ich oben schrieb, seit einiger Zeit mit irgendwas unzufrieden gewesen sein, und im Zustand dieser Unzufriedenheit war er ansprechbereit, und dann ist ihm die Frau reingelaufen.
GIPI hat vollkommen Recht, wenn es in Beziehungen nicht läuft, dann müssen beide was tun. Und das Ansprechen ist der erste Schritt dazu. Den hat er jetzt viel zu spät getan. Wahrscheinlich kann keiner sagen, wie es jetzt weitergeht. Ich habe es schon oft mit angesehen, wie es in solchen Situationen zu langwierigen Geschichten kam: der Mann zieht aus, geht zu der neuen, kommt wieder zurück, zieht wieder aus, kommt wieder zurück... Ich wünsche dir das nicht. Im Grunde genommen kannst du nur machen, was Greeneye empfohlen hat: "Ich würde noch mal versuchen, in Ruhe mit ihm zu reden. Wenn er abblockt, würde ich nicht weiter nachbohren und ihn erstmal in Ruhe lassen, auch wenn es verdammt schwer fällt, schließlich hast Du ein Recht darauf zu wissen, woran Du bist." Wenn sich die Chance bietet, daß es zu einem solchen Gespräch kommt, dann solltet ihr genau herausfinden, was denn nun wirklich das war, was ihm in der Beziehung gefehlt hat, und bis wann es noch da gewesen ist. Wenn ihr dann beide daran arbeitet, eure Beziehung zu verbessern - und das darf nicht zu einem einseitigen Geschehen werden im Sinne von: "Ich (also dein Mann) bin unzufrieden, weil du .... machst, also mach .... anders!" - dann habt ihr sicherlich noch eine Chance. Die Tatsache, daß er eine Außenbeziehung hat(te), macht es für dich natürlich zu einer sehr schmerzlichen Situation; das muß eine schlimme Kränkung sein, und es wird sicherlich auch nicht leicht, da das Vertrauen wieder zu finden. Aber es ist auf jeden Fall möglich, auch wenn es ein schwerer Weg wird.
Und damit sind wir wieder beim Anfang: es wird ein schwerer Weg, und du wirst Beistand brauchen, schließ dich also nicht ab von der Welt, sondern hol dir den Beistand, den du bekommen kannst!
Ich hoffe, daß du mit dem, was dir hier geantwortet wurde, etwas anfangen kannst, und daß du einen für dich gangbaren Weg findest!
Alles Gute und viel Kraft,

Siron

28.09.2004 16:20 • #6


Nine


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Danke für den lieben Zuspruch..!

Habe es heute endlich geschaft einer Freundin von der derzeitigen Situation zu erzählen.

Es geht mir jedoch im Moment etwas besser, der Trauer, ist so etwas wie Wut gewichen.

Mein Mann ist im Moment etwas Krank und möchte bedauert werden. Habe festgestellt das nervt mich.

Wenn ich mir vorstelle er zieht wirklich aus, bzw. wir trennen uns wird mir flau. Wie soll mein Leben, das unseres Sohnes dann weiterlaufen. Ich wollte nie Alleinerziehende werden, sein. Für mich ein Horror.

Habe auch diese Nacht in mich hineingehört, ob ich ihn wirklich noch liebe und mir eine gemeinsame Zukunft vorzustellen versucht. Kann oder könnte ich ihm je wieder vertrauen...

An unserer Ehe hängt so viel. Die Familie um uns herum, Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, Freunde.
All die gemeinsamen Erinnerungen.
Schon wenn ich das schreibe sehe ich meine un die Zukunft meines Sohnes tiefschwarz.

Ich fühle mich in diesem Moment, elend, müde, schwach und auch wütend.

:-[

29.09.2004 11:56 • #7


Ehemaliger User


Liebe Nine,,

leider ist es oft immer das gleiche.Mein Mann hat sich damals auch allerlei Gründe aus den Fingern gezogen,um sozu sagen im besseren  Licht dazu stehen.

Dabei war der Grund so einfach: Er  hatte sich verliebt, und sich nicht getraut einfach ehrlich zu sein.

Im nachhinein hat er auch zugegeben, dass diese Gründe die er nannte nicht stimmten. Es war ein langer Kampf ,den ich leider verloren habe. Ich hatte mir auch nicht vorgestellt, als Alleinerziehende dazustehen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, dass habe ich leider schmerzlich erfahren müssen.

Es geht weiter, in kleinen Schritten, aber auch das schaffst du alleine. Du bist stark!!!!

Und bitte vergess eins nicht: Du bist nicht alleine Schuld.!!!!

ICh habe in der Zeit der Trennung meine Würde ,, ja meinen Stolz abgelegt,und mich nicht wieder erkannt.
Das passiert mir nie wieder.......

Er ging , weil er schon viel zu weit weg von seiner Familie war.
EIn Kribbeln und ein Verliebtseingefühl ist oft viel Stärker.Man ist nur MAchtlos

Ich wünsche Dir für die nächste Zeit viel KRaft.Kopf hoch



LG

FROZEN  

29.09.2004 17:42 • #8


Jazz


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Liebe Nine,

es hat mich "gefreut", in Deinem zweiten Beitrag zu lesen, dass so langsam die Wut in Dir hochsteigt, denn das war das erste spontane Gefühl, das ich bekam, als ich Dein erstes Posting las - Wut auf Deinen Mann:

<< Er fühlt sich zurückgesetzt, nicht genug beachtet. Ich fragte Ihn ob er auf unseren Sohn eifersüchtig wäre, er sagte nein aber ich hätte mich seit der Geburt unsers Sohnes zu sehr verändert. Er würde die Frau nicht mehr wiederfinden die er geheiratet hat. >>

<<Mein Mann ist im Moment etwas Krank und möchte bedauert werden. >> ... nach allem, was er grad mit Dir gemacht hat? ... hinterm Rücken schon mal ´ne andere Geschichte anfangen ?

Ja was denkt er sich den ?!!! Hast Du da einen echten Partner an Deiner Seite, der sich bei der Betreuung Eures gemeinsamen Sohnes engagiert? Kümmern sich da zwei fürsorgliche, erwachsene Eltern um das "Küken", das sie in die Welt gesetzt haben ... oder hast Du ein zweites Kind an Deiner Seite, das Dir zu der aufzehrenden Aufgabe, ein Kleinkind zu versorgen, noch zusätzlich Energie abzieht?

Das ist vielleicht etwas drastisch formuliert. Ich kann auch nicht wirklich aus eigener Erfahrung mitreden. Habe kein(e) Kind(er). Klar krempelt das das Leben komplett um ... und führt auch vielleicht immer zu einer Partnerkrise, wenn ein Kind kommt. Kriege das "erste Hand" bei meiner besten Freundin mit, die die ersten drei Jahre hauptverantwortlich für das Kind war. Nachts keinen Schlaf, zur "wandelnden Milchbar" werden, totaler Kraftverlust. Keine Zeit mehr gemeinsam als Paar - sich die ganz mühsam freischaufeln müssen. Alles dreht sich nur noch ums Kind.

Aber wie einfach, sich da eine andere zu suchen, bei der Mann wieder die volle Aufmerksamkeit bekommt! Bah! Das macht mich wütend. Vielleicht hab ich da auch einen zu großen Hang, mich immer erst mal gleich mal mit der Seite der Frau zu solidarisieren. Geht mir bei meiner Freundin auch immer so. Ihr Typ kommt bei mir meist schlecht weg  ;)

Aber genau diese Wut habe ich in Deinem ersten Beitrag vermisst. Du stellst Dich selbst so sehr in Frage. Suchst die Fehler bei Dir. Vielleicht ist ER auch zu unreif für die Situation! Siron spricht mir aus der Seele.

Ich schick Dir mal ein bisschen meiner Wut rüber und wünsch Dir die Power für eine konstruktive, konfrontative Auseinandersetzung. Das ist ein herber Schlag gegen das Selbstwertgefühl und das Ego, was Dein Mann mit Dir macht. Ich würde mir für Dich wünschen, dass Du Dich weniger in Frage stellst. Mich macht die Geschichte jedenfalls wütend so, wie Du sie geschrieben hast. Ich finde, er geht den für ihn "bequemsten, einfachsten" Weg.

Ich wünsch Dir ebenfalls ganz viel Kraft !!!
Liebe Grüße
Jazz

29.09.2004 19:45 • #9




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