Aussagen aus Deinem Eröffnungsbeitrag:Zitat von Lisa38:Er meinte immer zu mir, dass mit meiner Tochter muss sich ändern, da er das Gefühl hat das er in der Familie keinen Stellenwert hat. Ansonsten sei er sehr glücklich in der Beziehung.
Zitat von Lisa38:Auch habe ich seine Warnschüsse nicht bemerkt, die er mir wohl so oft gegeben hat
Aussagen aus dem weiteren Threadverlauf: Zitat von Lisa38:Hab ich ihm dann auch gesagt und er meinte, selbst schuld, wenn ich die Warnschüsse nicht merke.
Zitat von Lisa38:Aber ist es deswegen nach 2 Jahren zum scheitern verurteilt? Hätte er nicht eher merken oder sagen können das er das so nicht möchte?
Aktueller Stand laut Deinem Beitrag 172:Zitat von Lisa38:Ich habe für mich jetzt beschlossen, dass ich noch 2 Wochen warte. Wenn man nach 1 Monat nicht weiss, ob man Gefühle hat und Besserung sieht, dann weiss ich auch nicht mehr.
Ich finde es prima, daß Du das
für Dich jetzt so
entschieden hast und kann Dir nur raten, diese Zeit jetzt
auch für Dich zu
nutzen. Allerdings würde ich dann auch auf einer Aussprache am Tisch mit ihm bestehen, statt im Bett über sowas zu reden. Das Schlafzimmer ist ein Ruheraum, dort gehört sowas schlicht nicht hin.
Leider kann es tatsächlich sein, daß es bereits zu spät war, als Euer schon länger schwelendes Problem schließlich eskalierte und er insofern entschlossen bleibt, zu gehen. In dem Fall kann auch ich Dir leider nur empfehlen, ihn ziehen zu lassen. Dies schon deshalb, weil man sich in einer Beziehung vom Partner ganzheitlich angenommen und entsprechend geborgen fühlen sollte. Das kann man aber nicht, wenn es schon angesichts praktischer Fragen des Lebens wiederholt zu Trennungsankündigungen kommt, statt sich auf Lösungen zu verständigen und die dann gemeinsam umzusetzen.
Du hast hier im Thread etliche Hinweise erhalten, wie man die Erziehung Deiner Tochter auch umgestalten könnte, ohne gleich autoritär zu werden dabei. Was mir dabei sehr positiv auffiel war, wie offen Du für solche Anregungen bist. Du scheinst jemand zu sein, den man mit handfesten Argumenten durchaus überzeugen kann. Ich hoffe, daß Dein Partner ähnlich tickt und es wirklich ausschließlich um seinen Stellenwert in Eurer Familie geht, so wie Du eingangs geschildert hattest. Denn dann bestünde durchaus noch eine Chance, daß Ihr Euch auf einen Mittelweg einigen und wieder zusammenraufen könnt.
Da es Euch beiden letztlich auch um tiefinnerste Werte geht - Ihr seid durch Eure Elternhäuser äußerst unterschiedlich geprägt - kann es in Eurer Kommunikation relativ leicht zu Mißverständnissen oder gar gegenseitigen Verletzungen kommen, auch ohne daß dies die erklärte Absicht war. Eben hier könnte ein neutraler Mediator Euch hervorragend unterstützen. Deshalb fand ich diese Idee auch so klasse, als eine Vorschreiberin sie hier präsentierte.
Mir ist klar, daß die kommenden beiden Wochen für Dich sehr schwer sein werden. Vielleicht hilft es Dir, immer mal wieder hier im Forum was zu schreiben und wenn Du mal zumindest virtuell in den Arm genommen und gedrückt werden willst, läßt sich auch das sicher bewerkstelligen - irgendjemand ist ja fast immer hier. Also bitte keine Hemmungen diesbezüglich, dafür ist das Forum ja da.
Was ich Dir aber auch ans Herz lege, ist das Sorgentelefon. Es ist 24/7 erreichbar und Du kannst dort nicht nur reden, sondern auch chatten, falls Du etwas mehr Abstand wahren willst. Ich persönlich finde es leichter, mit Fremden über das Innere meiner Beziehung zu reden, als mit Freunden. Dies schon deshalb, weil die Sorgenteleföner - ähnlich wie ein Arzt oder Therapeut - zum Schweigen verpflichtet sind. Das Gesagte bleibt also garantiert dort und niemand wird es Dir zu einem späteren Zeitpunkt im Leben höhnisch vorhalten oder gar weitertratschen (aus "Freunden" können im Lauf der Zeit leider auch mal Feinde werden).
Für mich liest sich Deine Geschichte problematisch, was den späten Zeitpunkt dieser Bedenkpause betrifft - aber nicht so, als sei Hopfen und Malz bereits verloren. Und selbst wenn es in zwei Wochen endgültig zum Bruch kommen sollte: Dann hast Du es zumindest über die letzten 4 Wochen noch ernsthaft versucht; mehr kannst Du ja jetzt eh nicht mehr tun.
Sollte es tatsächlich schiefgehen mit Euch, dann akzeptiere es, aber nimm es bitte auch zum Anlaß, nachträglich zu beleuchten,
warum Du seine Warnschüsse über zwei Jahre hinweg nicht ernst genommen hast, als noch Zeit dafür war.
Nicht um Dir Vorwürfe zu machen oder "Schuld" zuzuweisen, sondern um Deinen Eigenanteil am Scheitern dieser Beziehung
für Dich selbst zu
klären - damit Du in Zukunft achtsamer diesbezüglich gegenüber anderen Partnern wirst.
Wünsche Dir und allen anderen eine gute neue Woche,