Hallo @casi45: Erstmal schön, dass Ihr Euch Sorgen macht (offensichtlich zu Recht) und Du hier nachfragst.
Ich stimme zu, dass sich das sehr stark nach einer depressiven Phase anhört.
Nun liegt es leider in der Natur einer Depression, dass man sich dann (meist) zurückzieht.
Was einem so gesehen gerade nicht hilft. Aber man kann es nicht ändern.
Ich kenne Depressionen von mir selber. Was mir am meisten hilft/geholfen hat/geholfen hätte:
Immer wieder merken, dass andere DA sind für einen, interessiert sind an einem, einen einladen oder auffordern, etwas zu unternehmen oder sie einen besuchen. Unaufdringlich, aber zuverlässig. Und auch nach der 10. "Zurückweisung" noch. Diese solltet Ihr auf gar keinen Fall persönlich nehmen (also wenn Du sagst, Ihr kommt nicht an ihn heran oder es ist schwer, an ihn heranzukommen und er ruft kaum zurück: das akzeptieren, aber es diskret und konsequent weiter versuchen).
Ich würde ihn einfach mal fragen, ob Ihr was unternehmen wollt am Wochenende.
Oder - ganz einfache Sache - die Frage: Wie geht es Dir!?
Wenn Du ihn
gut kennst, könntest Du ihm auch genau das schreiben, was Du hier schreibst, nämlich: Dass er immer für andere da war, wenn sie jemanden brauchten. Dass Du jetzt für ihn da sein möchtest. Du Dir Sorgen machst und merkst, dass es ihm nicht gut geht. Er Dir fehlt.
(An dieser Stelle würde ich aber dringend nur im SINGULAR sprechen, also nicht "Wir
alle machen uns Sorgen ...".
Wenn man in einer Depression steckt, fühlt man sich eh schon unterirdisch und wenig wert.
Da kann so ein "Wir machen uns ALLE Sorgen und sehen doch ALLE, dass es Dir nicht gut geht" noch einen draufhauen. Mitleid will man nicht, da fühlt man sich (m.M. nach) nur noch kleiner.
Einfach freundlich immer wieder den Kontakt anbieten/suchen.
Auch wenn er nicht die "beste Gesellschaft" ist (von wegen Lachen verloren): Gerade dann ihn bloß nicht alleine lassen.
Niemals so etwas sagen oder signalisieren wie "Reiß Dich zusammen" oder "Langsam müsstest Du drüber hinweg sein" oder "Andere Leute haben auch Liebeskummer".
Da sein, zuhören, ihn nicht wie einen Kranken behandeln, sondern wie einen normalen Menschen. Gespräch anbieten. Immer wieder Kontakt suchen (diskret und "normal", bloß nicht überbesorgt wie gesagt

).
Schlussendlich: Wenn Ihr Euch SEHR große Sorgen macht und Ihr ihn für suizid-gefährdet haltet, würde ich mit einem Profi (sprich: Arzt) sprechen und ihn fragen, wie Ihr Euch verhalten sollt/ob man da eingreifen muss/sollte.
Hat er einen Hausarzt, zu dem er ein gutes Verhältnis hat?
Gerade, wenn er sowieso jemand ist und schon immer war, der alles mit sich alleine ausmacht, lasst ihn bloß nicht alleine.