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Erfahrungen mit einem Bindungsphobiker

Emilia28

Hallo liebes Forum,

das schrecklichste halbe Jahr meines Lebens liegt hinter mir. Mein allesgeliebter Freund trennte sich von mir, angeblich wegen meiner schwierigen Persönlichkeit (die auch durchaus besteht), ich nahm die ganze Schuld auf mich und wollte mich ändern, auch weil er mir immer wieder Hoffnungen gemacht hat (obwohl die Trennung die brutalste und asozialste war die ich in meinem Leben je erlebt habe). Ich habe sogar eine Therapie angefangen, dort wurde mir bestätigt dass ich Verlustängste und ein sehr schwaches Selbstwertgefühl habe, dass mein lieber Exfreund jedoch eindeutig unter Bindungsängsten leidet. Er trennte sich als wir grad in der Kinderplanung waren (was er auch forciert hatte). Endlich ergibt alles einen Sinn, wie er sich mich innerhalb von wenigen Tagen aus dem Leib geschnitten hat, diese Gefühlskälte, das ambivalente Verhalten. Ich dachte wirklich er liebt mich, oder wusste ich von Anfang an dass etwas nicht stimmt und habe nur die Augen verschlossen? Dachte immer es läge ja an meiner Fehlerhaftigkeit (die er nicht müde wurde zu betonen). Ich bin noch lange nicht raus aus der Nummer, leide schrecklich unter seiner Abweisung (die jetzt schon über 3 Monate so geht), dennoch hat er täglich Kontakt mit mir. Warum? Vielleicht nur weil er auch noch narzzistische Züge hat und ich der einzige Idiot bin der sich so behandeln lässt, oft sagte er , dass er ja nicht wüsste was aus uns wird, ob es wieder werden kann. Inzwischen merke ich wie perfide er mich die ganze Zeit hinhält ohne sich auch nur im Geringsten festzulegen.
Das was ich mit ihm/dieser Trennung erlebt habe bzw erlebe, ist das Schlimmste was ich je mitgemacht habe.

Gibt es hier Besucher die ebenfalls Erfahrungen mit einem Bindungsphobiker hatten? Wie verkraftet man es, dass man wahrscheinlich nie richtig geliebt wurde (über Jahre) und von heute auf morgen auf den Müll geschmissen worden ist?

09.10.2016 23:08 • #1


ysabell

Hallo Emilia,

Zitat:
Gibt es hier Besucher die ebenfalls Erfahrungen mit einem Bindungsphobiker hatten? Wie verkraftet man es, dass man wahrscheinlich nie richtig geliebt wurde (über Jahre) und von heute auf morgen auf den Müll geschmissen worden ist?


ich habe noch nie gehört, dass Bindungsphobie gleichbedeutend damit ist, nicht geliebt und auf den "Müll" geschmissen zu werden.
Und das geht nun schon seit Jahren so?
Ich kann Dir keinen anderen Tipp geben, als Dir Menschen auszusuchen, die Dir gut tun, statt Energie in jene zu investieren, die Dir nicht gut tun.
Das mag banal klingen aber ich selbst habe einige Jahre gebraucht, um zu kapieren, dass ich freie Wahl habe, nicht unter bestimmten Menschen leiden muss, sondern mir aussuchen kann, mit wem ich meinen Weg teile, ob ich mich ständig mit Negativem konfrontiere oder mit Positivem. Ich kann mich an jemandem festbeißen, der mich unglücklich macht oder loslassen und weiter gehen.
Offenbar versuchst Du seit Jahren ihn zu verändern, oder Dich für ihn zu verändern. Es liegt in Deiner Hand, Dich für Dein Glück zu entscheiden.
Narzissmus, Bindungsphobie, Verlustängste, Du suchst alle Fehler bei Dir, er schiebt Dir alle Probleme zu...Leiden ohne Ende. Warum also ein Kind? :roll:

09.10.2016 23:51 • x 2 #2


unexpected

Er muss sich Hilfe suchen, sonst ändert sich nie was.

Sei dir bewusst, dass du einen Bindungsunfähigen Menschen nie 100 Prozent haben kannst. Der ist mit einem Fuß schon aus der Tür raus. Du kannst ihn entweder so nehmen wie er jetzt ist, oder wenn du darunter zu sehr leidest gehen, weil dich das kaputt macht!

Und dich auf ihn verlassen kannst du vergessen. Die kommen und gehen, wann es denen passt. Sobald sie sich eingengent fühlen, nehmen die reis aus!
Keine gute Voraussetzung ihn als Vater deiner Kinder zu betrachen!

Wenn er selber nich darunter gelitten hat, wird er auch nicht in THerapie gehen, ergo: es wird sich nie was ändern. wenn er allerdings bereit ist, und auch sieht, dass er das eigentliche Problem ist, dann ist es auf jeden Fall eine Chance wert.

Du muss konsequent sein und ihm sagen, dass du unter seinem Verhalten immens leidest und dass das so nicht weitergehen kann (falls er noch Interesse an dir hat bzw. dich weiterhin kontaktiert).

Ansonsten würd ich komplette KS machen, damit du wieder zu dir kommst und es dir besser geht.

Emilia, es gibt so viele Männer, die dich zu 100 Prozen wollen und lieben. DAs was ysabelle schreibt, stimme ich 1000 Prozent zu! Was willst du in deinem Leben? Jemand der dich liebt und zu dir hält, oder der schon auf dem halbem Weg wieder zwei Schritte zurück macht?

09.10.2016 23:57 • #3


unexpected

Und du muss unbedingt etwas machen, damit dein Selbswertgefühl wieder stärker wird, denn wärst du ein wenig selbstbewusster, so würdest du dich auch nicht so behandeln lassen. Dieses ständige Heck Meck mit dem Hin und Her würde ja jedem auf die nerven gehen. Entweder ganz oder gar nicht. Alles andere ist doch reine Zeitverschwendung!
Du hast es nicht nötig, dich so behandeln zu lassen!

Und es ist auch egal, wie kompliziert du bist, jeder Mensch hat Ecken und Kanten, lass dir das nie mehr einreden, dass du fehlerhaft bist und schwierig! Stehe zu dir!

10.10.2016 00:01 • #4


ysabell

Wie äußern sich denn Deine Verlustängste? Ich vermute mal, dass die Kombi Bindungsphobiker und Verlustängstler + geringes Selbstwertgefühl die denkbar schlechteste ist. Der eine Klammert, was dazu führt, dass der andere noch mehr auf Distanz geht....Abwärtsspirale.
Um mit einem bindungsängstlichen Menschen zurecht zu kommen, muss man schon ein starkes Selbstbewusstsein haben, d.h. nicht gleich tief verunsichert sein, wenn der Partner sich zurück zieht.
Aber wie dem auch sei...Wenn die Bindungsphobie extrem ausgeprägt ist, wird jede Lust, jede Liebesenergie blockiert...So sollte Lieben ja nicht sein....Es ist, als würde man unentwegt gebremst werden. Liebe sollte aber genau das Gegenteil bewirken.

10.10.2016 00:06 • #5


unexpected

Zitat:
Wie verkraftet man es, dass man wahrscheinlich nie richtig geliebt wurde (über Jahre) und von heute auf morgen auf den Müll geschmissen worden ist?


Wie lange wart ihr denn zusammen? Hat dir dien THerapeut nie gesagt, dass die Beziehung schädlich auf dich wirkt und wieso hast du nicht früher schluss gemacht?

Ich denke, dass einzige was du dir bewusst machen solltest ist: Das dieser Mensch nie richtig geliebt hat, weil er nicht lieben kann.

Und du auch ohne einen Mann, ohne ihn liebenswert bist und ein schönes Leben hast!
Mach dein Glück nciht abhängig von ihm, besonders nicht von ihm, der dich mal will, mal nicht, dann wieder will usw. Willst du ihm soviel Macht über dich geben?

Er spielt ja ein Spiel mit dir, ob jetzt bewusst oder unbewusst, ist ja egal.

Versuche ganz viel Zeit in dich selber zu investieren, mache Sachen die dir gut und achte nicht mehr auf den Kerl. Du solltest dir in allererster Linie am wichtigsten sein. Ein Mann, der dich nicht 100 Prozent will, der verdient dich ja auch nicht.

10.10.2016 00:14 • #6


Emilia28

Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure Antworten!

Zitat:
ich habe noch nie gehört, dass Bindungsphobie gleichbedeutend damit ist, nicht geliebt und auf den "Müll" geschmissen zu werden.


Meine Therapeutin erklärte mir, dass es sich bei dieser "Liebe" seinerseits um keine beständige Liebe handelt, für mich ist es dann keine richtige Liebe. man könnte nun diskutieren was Liebe ist, aber für mich fühlt es sich so an als ob ich nie richtig geliebt wurde und er beweist es mir ja auch nun indem er mich von heute auf morgen vor die Tür gesetzt hat.

Ich habe die Therapie erst begonnen nachdem er mich schon verlassen hatte. Ich wollte mein (wie er meinte) unerträgliches Verhalten abändern, damit er mich wieder ertragen (lieben) kann. Er hat mich immer als totales Monster dargestellt, auch vor seinen Freunden etc. (wohl um zu rechtfertigen warum er mich so fallen lässt), ich war grundsätzlich alles Schuld, habe durch meine Eifersucht und Klammerei "sein Leben zerstört". Erst in der Therapie ging mir das Licht auf, ich verstand auf einmal sein ganzes Verhalten.

Mir ist auch schon während der Beziehung aufgefallen, dass es sich um einen sehr egoistischen Menschen handelt und seine Radikalität in Bezug auf seine Gefühle hat mich oft erschrocken. Auch fiel mir auf, dass er sehr schnell den Rückzug antritt und irgendwie nie richtig "kämpft" (verpissen ist halt einfacher). Da ich eben aufgrund von Verlustangst/geringem Selbstwertgefühl durchaus oft ein exzessiv klammerndes und verstörtes Verhalten an den Tag gelegt habe (durch seine abweisende Art natürlich auch stärker hervorgebracht), nahm ich immer an, dass ich der Dreh-und Angelpunkt war. Komisch fand ich allerdings schon, dass er einerseits behauptet hat mich zu lieben wie niemanden zuvor und andererseits sagte, dass er meine Art nicht ertragen kann und er deshalb nicht weiter mit mir zusammen sein möchte (ich könne mir auch jemand anderes suchen !).

Meine Therapeutin ist sehr wütend darüber, dass er mich (wie sie sagt) warmhält. Täglich Kontakt, immer wieder subtile Hoffnungsschimmer, S. gab es auch noch nach der Trennung, genau wie Treffen wo wir uns wie frisch verliebte aufgeführt haben, nur damit er mir 2 Tage später wieder an den Kopf wirft, dass er diese Beziehung (und mich) nicht mehr ertragen kann, nur weg von mir will, das ich total krank und gestört sein und sein Leben (sorry für die Wortwahl, aber so drückte er sich auch) fi**** würde.

Hinzu kommt, dass er mich in einer Phase meines Lebens verlassen hat wo ich seine Unterstützung gebraucht hätte. Vermeintlich war das sogar der Grund (zu viel Verantwortung und so). Lächerlich auch seine zuletzt immer stärker forcierte Kinder-und Hochzeitsplanung. Im Nachhinein hat er die Beziehung als seine persönliche Hölle dargestellt und er MUSSTE ja gehen weil er sonst vor die Hunde gegangen wäre. Ja, als liebender hoffender Mensch nimmt man das natürlich ernst. Jetzt ist er froh mich los zu sein (obwohl er mich eben auch nicht ganz gehen lässt), kann sich mit Kumpels treffen wieder (was ich ihm nie verboten habe), kann wieder zum Sport gehen (was ich sogar gefördert habe), kann wieder atmen und leben, alles habe ich ihm ja genommen gehabt...

Das Schlimmste ist der Knall aus dem Nichts. Man läuft natürlich hinterher weil man denkt dass man an diesen Menschen (der noch vor kurzem die große Liebe beteuerte) wieder "rankommen" wird weil da doch so viel noch ist. Leider ein Irrglaube weil er (wie auch immer er das angestellt hat) von heute auf morgen nicht mehr weiß was er für mich fühlt (die Angstgefühle sind wohl stärker). Ich bin jedenfalls die Bedrohung, die böse manipulative Frau die sich in sein Leben drängen will, die ihn in Ketten legen will. Es ist einfach unfassbar alles.

Er hatte vor 1,5 Jahren schonmal so einen "Ausbruch" (sind 3 Jahre zusammen gewesen), damals kam er nach 2-3 Monaten wieder an bzw. hat sich wieder von mir "einfangen" lassen (im Nachhinein konnte er so behaupten dass er ja eigentlich nicht wollte, ich ihn aber wieder in die Beziehung manipuliert habe...er ist jetzt 33). Ich habe diesen ganzen Mist immer geglaubt und erst als meine Therapeutin sich über seine grandiose Art mich als den Buhmann hinzustellen und jede Verantwortung abzuschieben köstlich amüsiert hat, habe ich gesehen was der eigentlich mit mir veranstaltet hat.

Ich habe ihn gesagt, dass er da Probleme hat, er scheint es teilweise einzusehen (gibt es aber vor mir nicht zu! Ist ja sein Ausreiß-Joker: meine psychische Störung, käm ja doof wenn er auch einen an der Klatsche hat), aber ich denke er merkt es selber. Zur Zeit komme ich an diesen Mann nicht mehr heran, außer ganz platonisch oberflächlich. Ob er sich wieder fangen wird? Ich weiß es nicht. Ob es nochmal klappen kann, nachdem was die letzten Monate alles war? Gute Frage. Ich liebe ihn noch. Es tut immernoch höllisch weh. Vielleicht können wir beide uns ändern und es würde klappen. Ich habe Angst, dass er nie wieder aus dieser Haltung kommt, dass ich eine Bedrohung für ihn bin, dass er die Beziehung nie wieder hinkriegen wird.

Am Schlimmsten ist für mich, dass er alles eingerissen hat, er hat nicht eine Mini-Brücke stehen lassen, er wollte alles vernichten bis ins letzte. Er hat 3 Jahre innerhalb von 1-2 Tagen gelöscht. Er ist extrem kalt und verletzend zu mir (da ich natürlich immer wieder andocken will). Ich glaube ich werde das alles niemals vergessen.

10.10.2016 12:50 • #7


Emilia28

Es ist einfach so unglaublich schrecklich. Wir haben uns wieder getroffen, es gab auch ein paar Zärtlichkeiten, ich erkenne ihn nicht mehr. Danach wieder Funkstille, er meldet sich nie, melde ich mich ist er freundlich. Er macht mir latent noch diese Hoffnungen "wer weiß was wird", im nächsten Moment sagt er dass wir nicht zusammen passen, und umorientieren müssen! Er sagt mir ich soll ihm vertrauen, er würde mit keiner Frau zur Zeit etwas anfangen, das würde aber nicht heißen, dass es mit uns noch wird. Dann halten wir wieder Händchen, er verschwindet wieder für Wochen, teilweise 5-6 Nachrichten im WhatsApp von ihm am Tag...ich kann einfach nicht mehr, fühle mich seit nun fast 4 Monaten wie in meinem wahrgewordenen Alptraum.
Ich kann nicht los lassen.
Meine Therapeutin meint ein Bindungsgestörter der nicht einsieht, wäre nicht therapierbar. Er sieht nichts ein, ich bin alles Schuld, ich habe ihn durch meine Art vergrault, ich müsste jetzt kämpfen.
Er hat mich auf Millionen Arten so tief verletzt (er ist ja sowas wie Gefühlsautist, extrem Kopfbetont), ich liebe ihn dennoch wohl. Er sagte zuletzt, dass er mich irgendwo tief verschüttet wohl noch liebt, aber er kann nichts zu seinen Gefühlen sagen, sein Kopf würde ihm da was versperren. Im nächsten Moment behandelt er mich so gleichgültig dass es mich erschreckt.
Ich weiß nicht ob ich das noch lange aushalte, ich habe noch nie in meinem Leben so etwas schreckliches Quälendes erlebt.
Wir wollten eigentlich grad eine Zukunft aufbauen und jetzt sagt er mir ganz cool"wir passen einfach nicht"

....gibt es Jemanden der mir helfen kann, der dieses bindungsgestörte Verhalten kennt? Mir sagen kann was er da mit mir veranstaltet? Hält er mich warm bis er wieder bereit für eine Beziehung mit einer anderen ist? oder mir?

Ich bin wirklich völlig fertig langsam.

18.10.2016 22:40 • #8


Eswirdbesser

Eswirdbesser

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2974
Hallo,
warum lässt du dir das gefallen?

Schau auf dich...

Totale KS, er lullt dich ein...

Wenn du es dir nicht wert bist, den Rűcken für dich gerade zu machen, in dem du Verantwortung für dich űbernimmst und dich ganz klar abgrenzt...

sondern dich treiben lässt und ihm das Handeln sprich die Verantwortung gibst wird sich für dich nix verändern. ..

Er ist zufrieden so wie es mit dir läuft...

Wenn du dich nicht schűtzt, liebst und gut behandelst, wer soll es dann tun?

18.10.2016 22:56 • #9


Emilia28

Ich bin in dieser Beziehung leider sehr abhängig geworden. Sein ständiges "nicht ganz zu mir stehen" hat mich in die völlige Selbstaufgabe gestürzt, mein Selbstbewusstsein hat extrem gelitten. Durch die Therapie weiß ich warum das alles passiert ist, aber meine Gefühle, meine Sucht nach ihm, die Angst vor dem Alleinsein (ohne ihn) sind noch nicht besser geworden.

Ich frage mich warum er mir das antut.

18.10.2016 23:00 • #10


Emilia28

Er hatte schonmal so eine "Bindungsangstphase" wo er einfach abgehauen ist und mich wochenlang weggeschubst hat, nicht mehr wusste was er fühlt etc., irgendwann hatte er sich wieder gefangen, danach hatte ich weitere 1-2 Jahre mit ihm. Ich denke ich schiebe alles auf diese Störung. Denke immer, das ist ja nicht er, aber er ist es, er fühlt so zur Zeit...nämlich nichts. Er wird mich vermutlich immer wieder wegstoßen und mich durch die Hölle schicken. Dennoch hoffe ich, dass er sich auch diesmal wieder fängt.

18.10.2016 23:10 • #11


Eswirdbesser

Eswirdbesser

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3
2974
Zitat von Emilia28:
Ich bin in dieser Beziehung leider sehr abhängig geworden. Sein ständiges "nicht ganz zu mir stehen" hat mich in die völlige Selbstaufgabe gestürzt, mein Selbstbewusstsein hat extrem gelitten. Durch die Therapie weiß ich warum das alles passiert ist, aber meine Gefühle, meine Sucht nach ihm, die Angst vor dem Alleinsein (ohne ihn) sind noch nicht besser geworden.

Ich frage mich warum er mir das antut.


Weil du keine Grenzen setzt, sondern es mit dir machen lässt in der Hoffnung er verändert was...

Warum sollte er, sorry es läuft doch für ihn...

Ich hatte auch so extreme Verlustängste, ich habe mich sehr viel mit dem inneren Kind befasst...

Buchtipp
Das Kind in dir muss Heimat finden
von Stefanie Stahl

Ich war auch emotional abhängig und hatte eine seeeehr lange destruktive Ehe...

Ich habe mich hier schlau gemacht..

Habe Bayron Katie gelesen
Lieben was ist

Chuck Spezzano
Wie ich meinen Partner ändere und mich gleich mit

Robert Betz

Ich habe keine Verlustängste mehr und ich war selbstmordgefährdet...

Ich schreib dir das net um, mich als etwas tolles dazustellen...

sondern, wenn ich das geschafft habe, hey dann schaffst du das auch :trost:

achte auf dich, gehe liebevoll, ehrend, achtend und respektvoll mit dir um und das außen wird das auch mit dir...

18.10.2016 23:16 • #12


ysabell

Liebe Emilia,

Du klingst so unendlich verzweifelt :knuddeln: :trost:
Meiner Erfahrung nach ist Verzweiflung nicht das gleiche wie Trauer, Schmerz usw. Verzweifelt ist man, so scheint mir, wenn man sich selbst verloren hat. Und Du wirkst, trotz Deiner sehr guten Analysen, sehr (selbst)verloren.
Niemand hier kann Deinen Liebsten dazu bringen, sich anders zu verhalten bzw. Dir Tipps geben, wie es Dir gelingen kann, ihn wieder für Dich zu gewinnen. Aber Du kannst etwas tun, um aus der Verzweiflung heraus zu kommen und das kann sogar recht schnell funktionieren: lass ihn mal innerlich los, wenigstens für einen Moment. Das heißt nicht, ihn aufzugeben, nicht mehr zu lieben. Es heißt wirklich nur, mal für einen Augenblick aufzuhören, die Situation nach Deinen Wünschen lenken zu wollen, Einfluss zu nehmen, etwas bewirken zu wollen.
Man kann förmlich spüren, dass Du Dich wie eine Ertrinkende, oder wie ein verzweifeltes kleines Mädchen an ihn klammerst und Dich selbst nicht mehr spürst.
Darum lass los und gebe Dich Deinem Schmerz hin....
Etwas anderes macht sowieso keinen Sinn. Das merkst Du ja selbst: je verbissener Du Dich an dieses Thema klammerst, desto schlimmer wird es. Es wird kein Ende nehmen, solange Du nicht die Stop Taste drückst.
Sobald Du wieder bei Dir bist, wirst Du ruhiger werden. Helfen kann dabei Meditationsmusik, Atemübungen...Versuche wieder Deinen Körper zu spüren...Gymnastik, oder Schwimmen...Oder massiere Deinen Körper, nehme ein Bad...Egal was. Auch wenn Dir alles andere als danach ist, mach es. Am Anfang muss man sich manchmal zwingen. Es hilft.
Wenn Du Dich nicht einmal um Dein Wohlergehen sorgen magst, warum sollte es ein anderer tun?

18.10.2016 23:22 • x 1 #13


Emilia28

Ich danke euch sehr für eure Antworten. Ich weiß, dass ich achtsamer mit mir umgehen muss, mehr für mich und meinen Selbstwert, mein Wohlbefinden tun muss, es gelingt mir nur nicht. Er hat mich einfach WIEDER so brutal ins kalte Wasser geschmissen, dass ich mich wie gelähmt fühle. Hinzu kommt, dass ich grad vor der wichtigsten Prüfung meines Lebens stehe und es einfach nicht hinbekomme mich darauf zu konzentrieren. Ich habe mir ein Buch bestellt, werde es auch bald lesen wenn ich mehr Zeit und Ruhe habe.

Ich weiß nicht ob jemand hier (von euch) schon mal die Erfahrung mit einem Bindungsphobiker gemacht hat und weiß wie schrecklich das ist. Ich glaube er denkt wirklich ich sei alles Schuld und er würde grad nichts für mich empfinden weil ich durch mein Verhalten seine Gefühle zerstört habe ! Er merkt nichtmal dass es Angst ist die ihn von mir weg treibt, der Frau die er so geliebt hat, ich denke auch, dass er mich noch liebt unter seiner Angst, dass er es nur nicht spürt.

Das Schlimme ist, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass er seine Ängste wieder verliert und ihn die Sehnsucht packt. Möglicherweise aber auch nicht. ich stehe hier auf dem Abstellgleis und warte und leide und er leidet nicht wirklich weil er ja seine Gefühle abgespalten/eingeforen/was auch immer hat.

Es ist so ungerecht, es wird unserer Beziehung nicht gerecht, es ist alles so mies.

19.10.2016 19:06 • #14


Maus13

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Liebe Emilia,
ich erzähle dir kurz meine Geschichte.
Ich war 15 Jahre mit einem nur auf sich bezogenem Mann zusammen, habe zwei Jungs mit ihm gehabt.
Dann kam irgendwann, beim Tanzen ein Mann in mein Leben, wo wir dachten, wir haben alles
gemeinsam. Die komplette hobbyschiene, alles, er super einfühlsam zärtlicher toller Liebespartner ,kann gut Zuhören und sich einbringen .
Es war perfekt. Er war37 und überwiegend Single. Das hätte mich schon stutzig machen müssen.
Irgendwann zogen wir in meinem Haus zusammen, aber erst als ich schwanger war. Vorher hatten wir schon viele schlimme Streits hinter uns. Aber ich / wir dachten, wenn noch ein gemeinsames Kind da sein würde, würde alles rund.
Als ich hochschwanger mit ihm in Urlaub fuhr , fragte ich ihn, ob er mich denn heiraten würde.
Er beantwortete die Frage mit einem klaren NEIN !
Ich war geschockt, dachte aber das wird schon, wenn das gemeinsame Kind da ist.
Fehl gedacht, es wurde immer Eckiger. Meine Söhne wurden immer weniger beachtet und teilweise überhaupt nicht wahrgenommen. Es war schlimm für mich zwischen diesen Stühlen zu sitzen.
Schlimme Streits in all den Jahren . Als ich zweimal alleine in Urlaub fuhr, hatte er es nicht nötig mich vom Flughafen abzuholen. Kollegen haben dies getan. Ich war in Kur für sechs Wochen und hatte Geburtstag. Ein Strauss Blumen mit einer Karte , aber kein ich vermisse dich, oder ich freu mich auf dich.
Ich war in diesen Momenten, die es noch unzählige gibt so enttäuscht, so dass ich ihn immer wieder fragte,warum dies nie der Fall gewesen ist, dass er mich liebt, wo wir doch auch sehr schöne Momente verbracht haben.
Es war für ihn praktisch, ich war da um alle Hobbys auszuüben ( als Single hätte er sich ja immer jemand suchen müssen ) und dazu hab ich mich noch um Haus und Kinder gekümmert.
Er versuchte immer auszuweichen und erklärte mir , wenn wir uns streiten wäre es ihm nicht möglich ein Gefühl zu mir zu entwickeln. Aber leider auch nicht in schönen Momenten.
Fakt ist, dass wir nun 14 Jahre zusammen sind und er immer nur sagen kann er liebt mich nicht, aber mit mir ein Paar/ Familienleben führt.
Ich habe 14 Jahre so gelitten, von ihm nie in Wort und Taten ein Gefühl zu bekommen, was eigentlich in einer Paarbeziehung selbstverständlich ist.
Er sagt heute noch,ich sei es Schuld mit meiner Art und Weise und unsere Unterschiedlichkeit.
Aber er hat ein Problem, nicht ich. Das zeigt sich auch im Umgang mit allen anderen Menschen. Er kann nicht mit Fehlern von anderen Menschen umgehen. Er wird dann gefühlskalt und aggressiv. Dabei hat er selber so viele Fehler.
Ich habe lange ,zu lange gehofft, wenn es schöne Momente genug gibt, kommt das bestimmt mit dem Gefühl.
Nix ist passiert ! Er hat sich ich nicht bemüht, hat nie gekämpft, ist nur nicht in der Lage das aufzugeben wegen unserer gemeinsamen Tochter und dem Haus.
Ich war immer, immer unglücklich, weil ich egal was ich getan habe , ( Wochenende zu zweit organisiert mit Candlelight dinner etc ) nie das gespürt und gesagt bekommen habe, dass er mich so wie ich bin liebt.
Vor anderen hat er auch immer sofort Partei für die anderen ergriffen , wenn es ein Fehlverhalten gab. Ich war immer alles Schuld!
Ich war noch nie in meinem Leben alleine. Schon gar nicht mit Haus und Kindern.
Deswegen begab ich mich auch in Therapeutischer Behandlung, weil ich endlich den Grund wissen wollte, warum ich diese Trennung nicht schaffe. Es gab viele Gründe. Aber nun bin ich soweit!

Ich trenne mich gerade. Ein schwieriger Weg für mich mit dem Haus und den Kindern und Job.
Aber mein Leidensdruck ist so groß geworden, da wir ein Jahr schon eine platonische Beziehung führen und er sich immer mehr zurückzieht, weil er sich um sich kümmert. ich bekomme dann paar Termine gesagt und den Alltag schmeißen wir irgendwie.
Wir waren in den Herbstferien noch mal zusammen weg. Es war auch schön, da wir ja die Gemeinsamkeiten haben. Aber das wichtigste hat gefehlt. Seine Liebe !
Und Liebe ist nicht abhängig von Situationen. Sie ist da!
Ich bin auch oft sauer , aber zu keinem Zeitpunkt kann ich sagen, meine Liebe Gefühle sind gänzlich weg.
Es tut mir unendlich weh und ich leide auch sehr, aber ich will und kann in so einer Gefühlsarmut nicht mehr leben. Ich habe meine Fröhlichkeit verloren und leider keinen der mich auffangen könnte.
Deswegen bin ich hier und suche Kontakt zu Menschen, die das gleiche erlebt haben und möchte Menschen um mich herum haben, mit denen ich dann etwas machen kann, um nicht das Gefühl zu haben die Welt geht unter.

Was ich dir damit sagen will, erspare dir diese Jahre langen Leidens und warte nicht !
Er wird sich niemals ändern!
Du hast die Chance einen Mann zu finden , der dich liebt und dann die Voraussetzungen gegeben sind ,um eine Familie zu gründen.
Lass ihn gehen .Kein Kontakt mehr! Sag es ist gewesen, es fängt ein neues Leben an !
Falls er dich kontaktiert, versuche dem auszuweichen. fahr in Urlaub, such dir ein Hobby , geh weg, nur lass ihn ziehen ,er ist der Grund ,dass du niemals und da rede ich aus eigener Erfahrung glücklich wirst !

LG und las Ihn !

24.10.2016 14:26 • #15




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