Zitat von paul258:Im Grunde ist es eigentlich doch ganz einfach. Entweder der TE geht zum Jugendamt/Polizei und berichtet von den mehrfach angedrohten Suizid Aussagen ...
Nein. Es ist nicht einfach. Einfach ist der Feige weg.
Der nicht einfache Weg wäre:
Ich suche mir eine Wohnung um die Ecke der Kindsmutter.
Ich biete somit dem Kind die Möglichkeit beide Elternteile in der Nähe zu haben, jederzeit sehen zu können ohne aus dem Umfeld gerissen zu werden oder zerrissen zu werden.
Ich arbeite mit Jugendamt und/oder Mediatoren an der Beziehung zur Kindsmutter. Nicht im Sinne einer romantischen Beziehung, sondern auf der Elternebene. So dass beide es aushalten gleichzeitig zur Einschulung und Theateraufführungen der Tochter zu gehen.
Ich lasse ansonsten die Mutter in Ruhe, bin nicht übergriffig und gebe ihr die Möglichkeit zu heilen.
Und damit das alles klappt, sortiere ich mein eigenes Leben. Ich akzeptiere, dass das Zeit braucht. Dass ich selbst Zeit brauche zum Heilen. Ich suche mir Hilfe, beim Hausarzt, einem Therapeuten, etc. Ich fange an täglich Sport zu machen, was der Psyche hilft. Ich melde mich bei einem XY Club an um neue Leute kennenzulernen und fahre regelmäßig zu Veranstaltungen nach Leverkusen und Köln und ab und zu nach Berlin. Ich baue die Freundschaft zu dem Freund aus, der mich spontan bei sich wohnen ließ, lade meine Kollegen auf ein B. ein und akzeptiere, dass sich Freundschaften nicht über Nacht, aber auch auf dem Land gut aufbauen lassen mit entsprechendem Einsatz.
Irgendwann lerne ich dann die alleinerziehende Mutter einer Freundin meiner Tochter kennen und verliebe mich wieder. Und da ich gelernt habe Verantwortung zu übernehmen und für mich zu sorgen läuft auch die Beziehung besser und wir bekommen einen gemeinsamen Sohn. Den die Mädels vergöttern. Meine Ex ist immer noch immer wieder labil, daher ist meine Tochter öfter bei mir und findet hier die Sicherheit, die sie braucht. Mittlerweile denke ich nur noch selten an Berlin, aber meine Tochter plant dort zu studieren.
Ist das einfach? NEIN. Das ist verdammt schwierig. Aber nicht so schwierig, als das, was der Tochter grade droht. Und es ist möglich. Mit Einsatz, mit Verantwortung und mit Geduld und Zeit.
Glücklich wird man nicht über Nacht. Auch nicht in Berlin. Unglücklich hingegen schon.
Glücklich bleibt man nicht ohne Einsatz. Unglücklich jedoch schon. Wie eine Klette klebt es sich an die Seele und kann das ganze Leben beeinflussen.