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Ex trauert um verstorbene Ex von 2004

Vanessa2019

Vanessa2019

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Hallo, ich hatte 15 Jahre eine Beziehung, die ich im Mai verlassen habe. Wir lebten halt nur noch zusammen und hatten uns auseinander gelebt. Oft sprach ich es an, dass ich nicht mehr glücklich bin. Ihn hat es aber alles nie so gestört. Er sagte immer, ich solle doch dann was ändern. So. Ich zog halt aus. Er kämpfte nicht um mich. So gar nicht. Seitdem waren wir Freunde, er fragte mich täglich, was machst du, wann kommst du und wann schläfst du hier. Wir sahen uns 1-2x die Woche. Alles war ähnlich wie vorher. Nur, dass wir kein Paar mehr waren. Er war selbstständig mit einem Kleingewerbe und bekam große Probleme mit dem Finanzamt im September. Sie legten ihm nahe, dass er es besser lassen sollte und so kam es dann auch. Ihm ging es plötzlich sehr schlecht. Keine Arbeit mehr, kein Einkommen und Schulden. Da er sich die ganzen Jahre nicht Arbeitslosenversichert hat, bekam er natürlich auch kein Geld. Bis heute wird immer noch alles geprüft und Geld hat er immer noch keins. Mir tat er wirklich leid als es anfing ihm so schlecht zu gehen. Ich entwickelte wieder mehr Gefühle für ihn und schrieb ihm das auch mal. Er war sofort sehr skeptisch. Verstehe ich auch. Dann gab es da noch ein psychologisches Gespräch vom Jobcenter und da ist scheinbar die Vergangenheit hochgekommen. Seine große Liebe ist 2004 verstorben. Sie hat vorher Schluss gemacht und das ganze passierte kurz nachdem wir zusammen gekommen sind. Er hat nie wirklich getrauert. 15jahre war sie nie ein Thema und jetzt ist sie als Foto der Bildschirmschoner seines Handys. Er sagte mir kürzlich, dass er seit ihrem Tod nichts mehr fühlt. Er war 15jahre mit mir zusammen. Das kann nicht sein. Bis Oktober war alles gut mit uns und er schien wirklich Interesse an mir gehabt zu haben. Seit dem Gespräch ist alles anders und ich nerve ihn nur noch. Ja, er ist depressiv und wird auch hoffentlich bald Hilfe bekommen. Mit mir will er nicht wirklich reden und unsere Treffen sind sehr bedrückend. Ich möchte ihn nicht fallen lassen, obwohl er mir sagt, dass es von mal zu mal schlimmer wird wenn wir uns sehen. Und das es nie wieder was wird mit uns. Ich liebe ihn doch. Wir haben einen Hund, der bei ihm lebt und dafür steht er noch auf am Tag zur Zeit. Gott sei Dank Wie würdet ihr euch verhalten in der Situation? Sorry, aber ich musste ein bisschen was ausholen für meine Frage.

16.12.2019 22:21 • #1


T4U

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Zitat von Vanessa2019:
15jahre war sie nie ein Thema

Tragisch


Zitat von Vanessa2019:
Ja, er ist depressiv


Zitat von Vanessa2019:
Ich möchte ihn nicht fallen lassen

Wenn er von dir keine Hilfe annehmen will, dann unterlasse es. In seiner Situation sieht er das nicht so, wie du es meinst. Er braucht womöglich ne Gesprächstherapie, Medikamente und wird um HarzIV wohl nicht drumrum kommen.

Das Einzige, was du tun kannst, ist dich, wenn er es zulässt, dich ab + zu um den Hund zu kümmern.

17.12.2019 00:46 • x 1 #2


Vanessa2019

Vanessa2019


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Hm ja, das mit dem Hund betont er eigentlich fast jedes Mal... Das darf ich wohl.

17.12.2019 00:52 • #3


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Ich finde es immer etwas schwierig, auf Themen zu antworten, wo es so wenig Eckdaten gibt.

Wie alt seid Ihr? Die Ex ist 2004 verstorben, ihr seid in dem Jahr zusammengekommen - hat sie da noch gelebt, war sie grade tot, wie lange waren die zusammen? War sie schon Ex - und wenn ja, seit wann?

Ehrlich: Ich kann auch dieses "er bekam Probleme mit dem Finanzamt" nicht nachvollziehen. Jeder, der abhängig beschäftigt ist, muss in die Renten-, Pflege-, Kranken- und wasweißichfürVersicherungen einzahlen. Ganz ungefragt und selbstverständlich - nennt sich Solidarprinzip. Die bösen Abzüge sieht man jeden Monat auf dem Gehaltszettel.

Das Gejammer von Leuten, die super gerne selbstständig sein möchten, weil sie keinen Chef über sich haben wollen, dann aber nicht in der Lage sind, sich genauso selbstständig abzusichern, geht mir persönlich auf den Keks. Wer nie irgendwo was eingezahlt hat, isses selber schuld und sollte nicht die Erwartung haben, dass die dämlich Unselbstständigen die eigenen Fehlplanungen auffangen.

Sorry, ich krieg da echt nen Hals. Für nen kurzen, misslungenen Versuch hab ich Verständnis. Aber nicht für 15 Jahre Kleingewerbe mit Rumeierei.

Will sagen: Es gab ja Gründe, warum Du Dich getrennt hast. Guck da drauf, statt Dich auf "was hätte ich noch machen können" zu konzentrieren und ein Helfersyndrom zu entwickeln.

Was war wirklich gut in Eurer Beziehung, was waren für Dich NoGos?

17.12.2019 01:35 • #4


Vanessa2019

Vanessa2019


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Naja, darum geht es ja nicht, dass jemand jammert, weil er kein Geld bekommt, sondern eher um die beschissene Gesamtsituation, die ich damit verdeutlichen wollte.

Wir sind 43 und 42 Jahre alt.

Sie waren 5 Jahre ein Paar und sie hatte sich 4 Monate bevor wir uns kennengelernt haben von ihm getrennt.
Nachdem wir ein paar Wochen zusammen waren ist sie von einer Brücke gesprungen und hat überlebt.
Das hatte nichts mit mir zu tun, sie wollte vorher schon sterben, weil sie krank war. Er hat sie im Krankenhaus besucht und war verständlicherweise ziemlich fertig deswegen.
4 Monate später war sie dann tot.
Er wollte zur Beerdigung und wurde dort aber von Angehörigen sofort weggeschickt, diese dann vor Ort noch behaupteten, er sei mit Schuld an ihrem Tod. Das machte ihn natürlich sehr fertig und ich erinnere mich gut an die Situation, als ich ihn so abends antraf.
Die darauffolgenden Wochen merkte ich ihm keine Trauer an. So war das eigentlich die ganzen 15jahre. Es war halt nie Thema und über Gefühle sprach man sowieso nicht.
Auch ein Grund warum es gescheitert ist.
Er fragte mich neulich, ob ich nie bemerkt hätte, dass er keine empathie empfindet.
Nein, das habe ich nicht bemerkt und bin mir auch nicht sicher, ob er sich das gerade einredet.
Wir waren immer ein gutes Team und ich konnte mich immer auf ihn verlassen. Jetzt fühle ich mich allerdings verlassen und kann nicht gut mit dem Schmerz umgehen.
Ich merke bei jedem treffen, dass er sich schon wieder ein Stück mehr von mir entfernt hat und das ist nach so vielen Jahren leider nicht einfach für mich.
Ja... Ich muss nach vorne schauen, das weiß ich wohl... Allerdings bricht da gerade so viel weg bei mir und ich weine viel und isoliere mich.

17.12.2019 05:51 • #5


T4U

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Zitat von Vanessa2019:
Es war halt nie Thema und über Gefühle sprach man sowieso nicht.

Lass dir doch nicht all die Jahre von ihm schlecht reden. Beachte die letzten zwei. Wenn man sich damit auseinander setzt, findet man durchaus Reaktionen, die wage einen Gefühlswandel erkennen lassen, warum auch immer.

Vermutlich lässt er die, gemeint gefühlte Fehlbehandlung und Schuldzuweisung, der Anverwandten, seiner Ex nun an Dir aus. Wein dich ruhig aus, Dein Kummer ist frisch und du hast auch einen Vorteil, du sprichst darüber.

Und wenn es nur, mit uns Forenleuten ist. Hinzu kommt natürlich auch, das er als Selbstständiger versagt hat, keine Rücklagen, scheinbar nicht kritikfähig und auf seine Gesundheit wird er wohl auch nicht so geachtet haben.

Schau genauer hin, ich bin mir sicher, wenn deine Augen nicht mehr so nass sind, siehst du all die kleinen Veränderungen. Er hat sich quasi selbst kastriert und sucht die Schuld nicht bei sich, wie passend, das da die Ex-Freundin als Katalysator vorhanden ist, um seinen Mangel an Empathie zu kaschieren.

Beim nächsten Besuch gibt ihm doch ein Überraschungsei.

17.12.2019 09:10 • x 1 #6




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