JWilliamBrix
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ich habe eine Frage, da meine Beziehung stark leidet, bzw. ich selbst als Person stark leide.
Ich bin seit 6 Jahren mit meiner Frau verheiratet und eigentlich ist alles gut, wir sind seit geraumer Zeit in der Kinderplanung.
Leider ist sie sehr Gefühlskalt, sie ist sehr "kalt" erzogen worden und auch heute noch sind die Eltern sehr unemotional. Statt dessen wurde immer Leistung gefördert und anerkannt. Das ist aber nicht das Problem, damit können wir beide gut umgehen und wir sind uns der Situation bewusst.
Wir sind Beide in therapeutischer Behandlung, ich selbst wegen starken Verlustängsten. Leider hatte ich in der Vergangenheit öfters "Paranoia" und habe daher etwas getan was aboslut nicht in Ordnung ist, und zwar ihren Internet Verlauf überprüft und auch manchmal das Handy mit Audio Rekorder "liegen lassen". Ich schäme mich sehr dafür und auch meine Therapeutin verurteilt das Verhalten.
Es ändert aber nichts in meinem Gehirn.
Die Sache ist diejenige, das sie scheinbar Autoritätspersonen, besonders Chefs und Chefärzte idealisiert.
So habe ich auf eine der Aufnahmen mal gehört wie sie sagte "Ich liebe Dich (Name des Chefs).
Ich habe mich damals geoutet und wir haben darüber gesprochen. Sie war natürlich sauer, hat aber erklärt das es einfach ihre "Hirngespinste" sind und ich das nicht überbewerten soll. Ich solle ihr Vertrauen.
Auch meine Therapeutin sagt das man nicht alles kontrollieren oder ändern kann. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben, sie sagte "wenn 2 Erwachsene Menschen wollen, dann stellen sich keine Fragen mehr, dann kann man das Leben gemeinsam angehen".
Meine Frau argumentiert ähnlich und sagt "ich weiss gar nicht was Du willst, wir haben doch Kinderplanung, ich will Die Zukunft mit Dir."
Eigentlich wäre ja nun alles okay, aber ich komme immer wieder in Phasen wo ich absolut innerlich eskaliere. Ich hatte damals herausgefunden das sie teilweise Chefärzte googelt oder Themen wie "Affäre mit Arzt", "Verliebt in Psychiate", "wie finde ich heraus ob er mich mag".
Das ist ja okay, nur dann denke ich sollte sie den Mut fassen und die Ehe beenden und jemanden finden der zu ihr passt.
Dazu kommt, das sie wirklich NIE "Ich liebe Dich" sagt. Sie sagt höchstens "Ich hab Dich lieb". oder "Ich dich auch". Aber die "richtigen 3 Worte "reserviert" sie nur für ihre Traummänner.
Zwischenzeitlich ging es mir besser, meine Therapie hat mir zeitweise die Erkenntnis gebracht das ich mir selber die "Trigger" besorge. Also habe ich sehr lange nicht spioniert und es ging mir wirklich besser. Wenn es schlecht wurde habe ich mir immer gesagt "es ist alles in ordnung und wenn nicht, ändern kannst Du es auch nicht".
Aber momentan ist es wieder schlimm, speziell dadurch das sie nur arbeitet oder über ihre Arbeit redet. Der Haushalt leidet absolut, sie ist sehr unordentlich. Aber auf der Arbeit ist sie sehr perfekt, ihr Büro ist Pico Bello. Das belastet mich sehr weil es mir das Gefühl gibt als wenn hier das private eher zweitrangig ist.
Als ich vor Kurzem noch mal das Handy habe "liegen lassen" habe ich wieder gehört wie sie sagte "Ich liebe Dich (Name eines Chefarztes). Sie kann aber ohne Probleme 2 Stunden später mit mir so romantisch sein als sei nix.
Das Sexleben ist ebenfalls sehr monoton und nur bei der Kinderplanung vorhanden. Ich habe oft versucht mit ihr über ihre Fantasien zu reden. Iroischerweise bin ich da eifersuchtsfrei und finde es erregend wenn sie darüber sprechen würde auf welche Männer sie steht und was sie sich da vorstellt, aber das lehnt sie komplett ab.
Auch habe ich mehrfach angeboten das wir das Thema gemeinsam besprechen, diese Verliebtheit in diverse "wichtige Männer" um für uns herauszufinden was es bedeutet, aber sie sagt dann immer das sei Geschichte und sie würde niemanden mehr heimlich lieben, es sei eh nur Spinnerei.
Ich habe auch mal darum gebeten das sie das bei ihrer Therapeutin anspricht. Da kam aber nur zurück das ihre Therapeutin sagte es sei unbedenklich wenn sie sich dabei wohlfühle.
Ich bin an einem Punkt an dem ich nicht mehr hören kann was Therapeuten sagen und wo es mich interessieren würde was die Allgemeinheit dazu sagt, speziell die Frauen unter euch. Ist so etwas normal? Oder muss ich mir Sorgen machen.
Ich habe morgen wieder Therapie und meine Therapeutin wird mir wieder sagen das doch alles Paletti ist wenn wir doch Kinderplanung etc. haben und das ich einfach Vertrauen soll.
Aber es ist so das ich eigentlich ein glücklicher lebendiger Mensch bin und das bin ich seit langer Zeit nicht mehr. Ich bin sorgenvoll, fühle mich belastet und unfrei.
Um das Bild noch abzurunden: meine Frau mag ihre Arbeit nicht. Sie ist nah an einem Burnout, aber sie schafft es nicht sich zu befreien. Sie sagt immer sie muss mal ihre Therapeutin fragen ob der Job der richtige sei. Ich sage dann immer das ein Therapeut kein Job Coach ist. Ich habe dann ebenfalls gesagt sie soll das Thema "Burnout" einfach mal auf den Tisch legen. Das will sie aber nicht. Sie sagt es muss so rum sein dass sie einfach ihre Symptome schildert und die Therapeutin eigenständig sagt "Sie haben Burnout". Anders wäre es nicht seriös.
Das ist ein allgemeines Muster, diese Autoritätshörigkeit und der Wunsch das jemand ihr sagt was zu tun ist. Sie sagt auch selber das sie Vorgaben und Struktur braucht, aber ich bin scheinbar der einzige Mensch von dem Sie das nicht akzeptiert. Ich versuche ja Vorgaben zu machen. Mach heute mal Wäsche oder so, aber speziell dann rebelliert sie förmlich. Da ich gut verdiene haben wir auch oft besprochen das sie den Job gar nicht benötigt und sich Freizeit nehmen kann um sich neu zu orientieren und sich mehr um uns zu kümmern. Aber sie sagt dann immer sie braucht Zeit. Sie setzt sich immer Deadlines "wenn ich bis Ende 2019 keine Besserung habe kündige ich". Aber sie findet immer einen Grund die Deadline zu verlängern,
Sie sagt es sei alles wegen Ihrer Kindheit, ihr Muster scheint halt dasjenige zu sein, berufliche Anerkennung mit Liebe zu verwechseln. Es scheint alles Themenverwandt zu sein. Sie ist mittlerweile auch isoliert, hat keine Freunde, weil man da "eh nur verletzt" wird. Sie ist auch sehr paranoid das irgendjemand, Kollegen oder Andere, etwas schlechtes über sie sagen könnten, das stresst sie sehr.
Einerseits will ich ihr helfen, ich weiß aber nicht wie. Andererseits, wie oben schon geschrieben, will ich auch für mich Klarheit haben wie ich das einzuordnen habe das sie ihre Fantasien, Verliebtheiten etc. nicht diskutieren möchte und so tut als sei da nichts.
Andererseits stelle ich mir die Frage - bin ich der "verrückte"? Denn wenn es nach meiner Frau geht ist doch alles iO und es gibt keine Probleme. Mache ich mir das alles wirklich nur selbst?
Grüße