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Freund hat mich im gemeinsamen Urlaub verlassen LANG!

Lotti111

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Hey, ich bin neu in diesem Forum, bin aber momentan sehr am verzweifeln.
Ich war mit meinem (Ex-) Freund 3 Jahre lang zusammen, wir hatten immer Mal wieder Schwierigkeiten, haben uns aber immer hingesetzt und über alles geredet. Viele Schwierigkeiten kamen von meiner Seite aus, da ich seit mehreren Jahren immer wieder depressive Phasen habe (sie sind wahrscheinlich zum großen Teil biologisch, also genetisch und biochemisch bedingt, war auch 5 Jahre lang in Therapie und habe 2 Jahre lang AD genommen, diese jedoch vor einem halben Jahr abgesetzt, da ich sie nur für eine besonders schwere Zeit gebraucht habe). Ich war (und bin) ihm immer sehr dankbar gewesen, weil er in schwierigen Phasen sehr viel Geduld mit mir hatte. Leider änderte sich auch das über die Jahre, er beschrieb mich dann oft als nervig, wenn es mir nicht gut ging und wollte in der Zeit auch möglichst nichts mit mir zu haben (weder treffen noch telefonieren, obwohl ich ihm immer gesagt habe, es hilft mir einfach mit jemandem zu reden oder eine Umarmung zu bekommen). Das hat mir oft weh getan, aber ich konnte auch verstehen, dass es auch für ihn sehr belastend sein kann.
Vor einem halben Jahr begann ich plötzlich an meinem Gefühlen zu zweifeln. Ich liebte ihn definitiv noch, nur leider fiel es mir zunehmend schwer Zugang zu diesen Gefühlen zu bekommen, da mir der Zugang zu mir selbst fehlte (typischer Selbsthass, den ich immer mal wieder habe). Ich habe ihn darüber aufgeklärt und ihm meine Ängste mitgeteilt. Kurz darauf hatten wir eine 5 wöchige Beziehungspause, weil ich wieder zu mir finden wollte und mir auch über alles im klaren werden wollte, was meine persönlichen Zukunftsvorstellungen angeht. Das hat alles super geklappt und nach der Pause war ich auch wieder total verliebt in ihn und wir haben beschlossen zusammen in den Urlaub zu fliegen.
Vor dem Urlaub hatte ich zwei Wochen lang eine schwere Krise, weshalb ich weider den Zugang zu mir verloren hatte. so fiel es mir während des Urlaubs schwer mich voll und ganz auf alles einzulassen. Ich erzählte ihm davon und auch, dass ich vielleicht ab und zu etwas Zeit für mich brauche, um meine Negativität nicht an ihm auszulassen. Das hat auch für mich gut geklappt indem ich nach dem Frühstück 2 h spazieren ging und wir anschließend etwas gemeinsam unternahmen. Er wurde dann krank, ich habe versucht mich um ihn kümmern, so gut es ging, jedoch war ich auch etwas genervt, weil er ständig gejammert hat, wie schlecht es ihm geht, während ich versucht habe das Beste daraus zu machen (auch als ich selbst krank geworden bin).
Naja, am letzten Tag hat er dann mit mir Schluss gemacht, für mich ziemlich unerwartet, mit der Begründung ich würde ihn nicht lieben und hätte mich mehr um ihn kümmern sollen, mehr liebe zeigen. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass es mir einfach schwer fällt, in Phasen in denen ich mich selbst nicht liebe, aber dass das nichts mit ihm persönlich zu tun hat. Jetzt herrscht Funkstille, obwohl noch Sachen von ihm bei mir liegen (auch seine Schlüssel). ich bin sehr verletzt, weil ich mir immer weider Mühe gegeben habe mich zu lieben, um ihn lieben zu können, neue Wege aus der Depression zu finden, um ihn nicht mehr zu belasten und er gibt 3 Jahre innerhalb von ein paar Tagen auf.
Ich will mir keine falschen Hoffnungen machen. aber ich weiß auch nicht, wie ich sowas überstehen kann, weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann. Vielleicht hat jemand Tipps, was hat euch geholfen? Ist es meine Schuld, weil ich meine Gefühle nicht unter Kontrolle habe? Hätte ich mehr machen müssen? Ich mache mir große Vorwürfe. aber gleichzeitig bin ich auch einfach nur verletzt.

27.04.2019 12:52 • #1


Gracia


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Hallo,

In deinem Profil steht du bist 21J. Und du hast schon eine 5jährige Therapie hinter dir....ist dein Ex etwa im gleichen Alter?

Dein Posting ist schon anstrengend zu lesen, ich denke der junge Mann ist mit eurer Beziehung total überfordert, weil das bei dir so ein hin und her ist wie du dich fühlst.

Zitat:
weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann


Was kannst du nicht nachvollziehen?

Zitat:
ist es meine Schuld? Mache mir Vorwürfe


Vorwürfe helfen dir ja auch nicht weiter. Bist du denn derzeit noch in einer Therapie oder hast einen Fachmann der sich *mit dir* auskennt?

Zitat:
es ist Funkstille.....habe noch Sachen von ihm und Schlüssel...


Schick es ihm per Post oder bitte jemanden aus deinem Freundeskreis ihm das zu bringen wenn du es selber nicht schaffst.

27.04.2019 13:17 • #2


Brunnen


Wie bitte?Du kannst nichts für deine Depressionen,aber irgendwie scheinst du dich zu sehr um dich zu kreiseln.Soetwas kann für den Partner extrem aussaugend sein,es wäre völlig ungesund,wenn sich jemand so um dich kümmern würde,wie du es dir wünschst.Dann ist er mal krank und du genervt und er soll wieder nur für dich und deinen Zustand Verständnis haben?
Du hast ihn doch überhaupt nicht gesehen. Willst du in den Arm genommen werden,soll er dich in den Arm nehmen.Macht er was für sich und überlässt dich dir selbst,ist es blöd.Brauchst du Abstand,soll er dir Die Zeit geben.Du hast Stimmungsschwankungen,er soll sich kümmern.Ist er krank,ist blöd,weil er dann nicht um dich kreiselt.
Nochmal : Du kannst nichts für deine Situation.Aber dein Umgang mit ihm war pure Überlastung. Du machst dein Gegenüber zu sehr für dich verantwortlich. Und dieses :" Ich habe so gekämpft um ihn lieben zu können" ist vielleicht Teil deiner Erkrankung,aber für den Partner auf Dauer doch etwas wenig,er kann auch nichts dafür,dass diese Erkrankung bei dir zugeschlagen hat.Und er hat es ja gespürt, dass du ihn tatsächlich nicht liebst.
Er hat nicht 3 Jahre plötzlich weggeworfen,er hat 3 Jahre durchgehalten und irgendwann geht jedem die Puste aus.

27.04.2019 17:57 • x 2 #3


Fanta1

Fanta1


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Zitat von Lotti111:
ch will mir keine falschen Hoffnungen machen. aber ich weiß auch nicht, wie ich sowas überstehen kann, weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann

In einem Satz vier Mal " ich "- das ist symptomatisch für deine Gedanken. Dass deine Erkrankung ein Teil deines Lebens ist und viel von deiner Energie nimmt und dass Depressionen ein lebenslanger Kampf sein können, ist unbestritten. Aber du hast nicht das Recht, einen Gesunden mit runterzuziehen. Du verlangst viel zu viel, er soll für alles Verständnis haben, soll immer zur rechten Zeit das richtige sagen und tun, er darf aber selber nicht jammern, wenn es IHM mal schlecht geht- obwohl er sich rund um die Uhr mit deiner Erkrankung auseinandersetzen und sich daran anpassen muss- ich finde das sehr egoistisch. Schon beim Lesen schnürt es einem ein bisschen die Luft zum Atmen ab . Eine Beziehung in eurem Alter sollte eigentlich ausschließlich deshalb geführt werden, weil man eine unbeschwerte, glückliche Zeit miteinander verbringen will ohne die Verpflichtungen, die im späteren Leben dazu kommen. Durch deine Schwermütigkeit, deine zelebrierte Enttäuschung, dein beständiges Einfordern von Verständnis und nicht zuletzt deine fehlende Liebe war es deinem Freund einfach zu anstrengend und energieraubend. Wenn man merkt, die Beziehung ist mehr Belastung als Bereicherung, dann muss man es eben beenden. Das hat dein Freund konsequenterweise getan.

28.04.2019 06:28 • x 1 #4


Körperklaus


Hallo Lotti,

Deine Geschichte erinnert mich in teilen an einen guten Freund von mir.
Auch er war war zwei Jahre in einer Beziehung zu einer an Depressionen erkrankten jüngeren Frau .

Fakt war , dass es bei ihm viele Gespräche brauchte um zu verstehen, dass er immer wieder Emotionen und Zuwendung einzahlt, sprich Energie, und am Ende sehen musste , dass Depressionen am Ende vom Tag doch eine Erkrankung ist mit der der Betroffene lernen muss zu leben.

Ich denke, dass diese Geschichte nach eurer 5 wöchigen Pause mit der Krankheit seinerseits lediglich der berühmte Tropfen war, der sein fass zum Überlaufen brachte.
Er wird sich schon länger mit dem ernsthaften Gedanken befasst haben sich zu trennen, weil er, so lese ich das raus , nicht mehr den Nerv und die Kraft hat immer wieder für dich da zu sein und Rückschläge zu erfahren.

Dass DU jetzt genervt warst , weil er krank war und rumjammerte war wohl der Knackpunkt.

Wie ich es raus gelesen habe hattest du auch in deiner Beziehungspause eine Phase in der dich deine Depression voll vereinnahmte.
Möglicherweise ist das alles noch nicht so stabil wie du es beschreibst.

Ich kann dich verstehen, weil du trotz deiner Krankheit gewillt bist konstruktiv an der Beziehung zu arbeiten .
Ich verstehe deinen Ex, der keine Beziehung führen möchte in welcher deine Krankheit Dauerthema ist und er hat keine power mehr dich da raus zu retten, was er faktisch nicht kann und auch nicht seine Aufgabe ist.

Habt ihr momentan Kontakt?

28.04.2019 06:44 • #5


Mctea


Zitat von Lotti111:
Naja, am letzten Tag hat er dann mit mir Schluss gemacht, für mich ziemlich unerwartet

Bei deiner Vorgeschichte, bist du sehr energieraubend unterwegs. Da geht jedem irgendwann die Puste aus. Er soll zu 110% da sein für Dich, an deiner Nasenspitze erkennen, wie dein tagesaktueller Zustand ist und auch noch immer lieb und dir zugewandt sein - wo bleibt da dein Part? Was tust du für ihn?

Ist immer leichter sich dann in diese Krankheit zu flüchten, statt auch mal zu erkennen, das sowas extrem überfordern kann.

28.04.2019 06:54 • #6


Tiefes Meer

Tiefes Meer


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Hallo @Lotti111 ,

tut mir leid, dass Du Liebeskummer hast . Hast Du noch therapeutische Unterstützung oder kannst welche bekommen ? Liebeskummer ist immer hart . Bei Dir sind die Umstände für die Verarbeitung nun zusätzlich erschwert wegen der Depressionen . Nicht, dass Du zusätzlich zum Liebeskummer um ihn jetzt noch tiefer depressiv abrutscht . Bitte zieh' einen Arzt oder Therapeuten zu Hilfe.

Wenn ich Deine Geschichte lese, dann habe ich den Eindruck, dass Du vieles sehr richtig machst . Du nimmst Dir z.b. Auszeiten, wenn Du erkennst, dass Du es brauchst . Du kommunizierst klar nach außen , was los ist . Das ist super und nicht selbstverständlich, das so gut hinzukriegen .

Ich finde auch Deine Grundhaltung, immer zu sehen, wie man das Beste aus einer Sache machen kann, sehr sympathisch . Dein Freund hat im Grunde auch vieles richtig gemacht . Wenn er sich abgegrenzt hat in Deinen depressiven Phasen, und da nicht viel mit Dir reden wollte, dann war das für ihn vermutlich einfach nötig .

Hat trotzdem nicht gereicht zwischen Euch . Ist aber manchmal einfach so. Beziehungen enden . Gerade auch in jungen Jahren . Und es passiert auch nicht-depressiven Menschen, dass sie sich hinterher anhören müssen, sie würden nur nerven .

Eine Sache nur verstehe ich nicht. Du schreibst, dass Deine Depressionen vermutlich genetische Ursachen haben . Wie kommt es dann, dass Du die AD abgesetzt hast ? Ich meine, wenn es genetische/ körperliche Ursachen hat mit Deinen Depressionen - dann wären doch genau diese Medis da, um das ausgleichen zu können.

Auffällig finde ich auch den zeitlichen Zusammenhang. Du schreibst, dass Du die Medis vor einem halben Jahr abgesetzt hast. Und weiter, dass Du vor einem halben Jahr dann begonnen hast, an Deinen Gefühlen zu zweifeln , weil Du den Kontakt zu Dir selber verloren hast . Klingt für mich im ersten Moment zumindest so, als ob es keine so gute Idee gewesen wäre, die AD abzusetzen . Wie siehst Du das ?

Viele Grüße

28.04.2019 09:29 • #7




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