Igel79
Gast
ich möchte hier gerne meine Geschichte erzählen, da ich im Moment nicht mehr weiter weiß. Ich (32 Jahre) war mit meinem Freund (43 Jahre) 2,5 Jahre in einer Beziehung, habe aber bereits zu Beginn gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Trotzdem habe ich keine "Beweise" gefunden bzw. wollte auch nicht hinter seinem Rücken danach suchen.
Im April 2010 habe ich mich trotz Ahnungen für ihn entschieden als meinen Lebensgefährten und zukünftigen Vater meiner Kinder. Wir wollten zusammen ein Baby.
Tja, im Mai diesen Jahres kam dann alles raus - eine Bekannte hat mir gebeichtet, dass sie mit ihm während unserer Beziehung 3mal im Bett war, zwar bevor sie mich kennengelernt hat, aber es stellte sich heraus, dass es nur einige Wochen danach war, als wir unsere Babyplanung in Angriff genommen hatten.
Ich habe mich von meinem Freund daraufhin getrennt, bin zu einer Freundin gezogen (wir hatten eine gemeinsame Wohnung). Mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen.
Einige Tage später habe ich ihm eine Email geschickt, um ein paar organisatiorische Dinge zu besprechen. Damit kamen wir wieder in Kontakt.
Er will mich unbedingt zurück, hat mir alles gebeichtet - 2mal hat er mich körperlich betrogen, Xmale virtuell. D. h. er hat mit jedem weiblichen Wesen über gängige Social Media Plattformen Kontakt aufgenommen und so lange gehalten, bis er Bestätigung hatte, dass er mit ihr ins Bett gehen könnte (einige haben aber wohl abgeblockt). Alleine die Anzahl, die ich kenne, geht über die 40 hinaus...Dazu kommt, dass es sich zu einem großen Teil um gemeinsame Bekannte aus dem Sportbereich handelt. Ich sehe diese Frauen also immer und immer wieder.
Er sagt, ich habe ihm einen Wecker ans Ohr gehalten, ich habe ihn aufgeweckt und er ist jetzt wegen seiner Verhaltensstörung in Therapie. Er selbst sagt, er ist krank. Dieses Muster ist auch schon bei seiner Ex-Frau im Endstadium der Ehe aufgetreten. Wie so vieles hängt es mit der Kindheit zusammen. Ich glaube, er möchte sich wirklich ändern.
Jedoch komme ich nicht über die Demütigung hinweg, kann nicht glauben, was da eigentlich geschehen ist und was er mir damit angetan hat. Ich habe immer diese Bilder von ihm und der Bekannten im Kopf, wie sie miteinander schlafen und sich küssen und berühren. És tut so weh und ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Ich bin Anfang August ausgezogen, jedoch haben wir regelmäßig Kontakt und sehen uns auch (ja, wir schlafen auch miteinander). Ich möchte einerseits gerne verzeihen und an eine dauerhafte Veränderung glauben, jedoch überkommen mich manchmal solche Ängste und eine solche Traurigkeit, dass ich keine Chance mehr sehe.
Beide, er und ich, wollen wir eigentlich nicht wieder von Neuem anfangen, d. h. einen neuen Partner suchen, wieder alles von vorne aufbauen. Ich habe nur solche Angst, dass ich den falschen Schritt gehe und damit niemals glücklich in meinem Leben werden kann, im Gegenteil, das Damokles-Schwert hängt über mir bzw. so empfinde ich das, sollte ich ihm wirklich nochmal eine Chance geben.
Und wenn ich mich für ihn entscheide, dann wird auch die Kinderplanung bald wieder Thema sein (was ja grundsätzlich auch ein Lebenstraum von mir ist), aber ich habe so große Angst, dass ich diese Hölle noch einmal durchmachen muss und evtl. zudem dann noch ein Kind darunter leidet.
Ich mag ihn, ich liebe ihn noch, und er hat viele Wesenszüge, die ich sehr, sehr schätze. Er kämpft um mich, ist ehrlich zu mir, sogar wenn er wieder einen Anflug von seiner Verhaltensstörung hat. Er erkennt die Situationen mittlerweile durch therapeutische Hilfe und kann diese somit kontrollieren. Aber was passiert, wenn der Alltag in unserer Beziehung wieder einkehrt, wenn ich mich wirklich noch einmal für ihn entscheide? Wenn wir zusammen ein Baby haben sollten, und ich ihm dadurch erst einmal keine Aufmerksamkeit mehr schenken kann? Ich will nicht in Angst mein Leben verbringen...
Was soll ich nur tun?