Guten Morgen Alena-52,
vielen Dank für Dein Mitgefühl.
Lange bevor ich habe mich hier im Forum angemeldet habe, habe ich Deine Beiträge mit großen Interesse verfolgt. Ich möchte Dir hiermit persönlich sagen (hatte es der Forenleitung bereits per e-Mail mitgeteilt), dass Du, liebe Alena, eine großartige, eine wunderbare Frau für mich bist. Deine Lebens- und Berufserfahrung und das Wissen aus Deinem Psychologie-Studium sprechen für sich. Deine Beiträge sind immer auf den Punkt gebracht und zeugen von viel Empathie. Nie bist Du verletzend, sondern bestrebt, anderen die Augen zu öffnen, auch wenn viele es nicht sehen, begreifen wollen.
Wie immer hast Du Recht. Auch ich kann und will es nicht verstehen, wenn Kinder als lebende Waffen eingesetzt werden. Die Problematik des Parental-Alienation-Syndrom (PAS-Syndrom, auch Eltern-Kind-Entfremdungssyndrom nach Richard A. Gardner) ist bei den Gerichten hinlänglich bekannt, wird insbesondere hier in Hamburg totgeschwiegen. Relativ schwierig ist der Nachweis zu führen, insbesondere wenn die Kindsmutter einen Umgang grundsätzlich befürwortet. Dies ist zumeist eine Schutzbehauptung der Kindsmutter, um möglichen Zwangsmaßnahmen (zwangsweise Durchsetzung des Umgangs, Zwangsgeld) seitens des Gerichts vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken. Man zeigt sich ja gegenüber dem umgangsberechtigten Elternteil kooperationsbereit. Auch das Argument, das Kind/ die Kinder müssen aufgrund der Trennungssituation erst einmal zur Ruhe kommen, ist in vielen Fällen haltlos, und wird von den Gerichten zugunsten der Kindsmutter "In dubio pro mama" gewertet.
Auch muss man sehen, dass viele FamilienrichterInnen übersehen, dass sie aufgrund eines Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom November 1980 bindend zur Aus- und Fortbildung in den Grundzügen der Padagogik und Psychologie verpflichtet sind. Insbesondere ältere FamilienrichterInnen ignorieren gerne diese bindende Verpflichtung, und sehen sich stattdessen unter der Sonne Mauritius im Ruhestand und genießen ihre üppigen Ruhestandbezüge.
Eine Nichtbeachtung dieses bindenden Beschlusses sehe ich persönlich als Rechtsbeugung und als Verstoß gegen Dienstpflichten, die sich aus dem Richtergesetz ergeben. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht ! Dies gilt insbesondere für FamilienrichterInnen und Fachanwälte für Familienrecht.
Das Kindeswohl ist immer originär zu sehen, d.h. die ungeschönte Meinung der Kinder. Selbst wenn die Meinung der Kinder durch die Kindsmutter manipuliert ist, kann man in vielen Fällen zwischen den Zeilen erkennen und beweisen, dass eine Instrumentalisierung des Kindes/ der Kinder vorliegt. Viele FamilienrichterInnen wollen dies nicht sehen, weil Gutachter bestellt werden müssen, und das Verfahren sehr kostspielig machen (Scheuklappen lassen grüßen, insbesondere hier in Hamburg).
Leider bin ich an einen Familienrichter (Amtsgericht) geraten, der kurz vor der Pensionierung stand, und dem Erkenntnisse aus der Familienforschung völlig egal waren (O-Ton: Ich bin Jurist, und kein Psychologe oder Pädagoge). 100 % "In dubio pro mama"-Rechtsprechung, das war die oberste Zielsetzung dieses Familienrichters bis zum Eintritt in den Ruhestand. Er hat es geschafft ! Allerdings zu meinen Ungunsten. Trotz Gratulation ! Beeindruckende Leistung für über 30 (!) Jahre Tätigkeit als Familienrichter !
Die Richter des OLG Hamburg hätten aktiv die PAS-Rechtsprechung beleben können. Bloß, warum sollte man die gängige Praxis mit der väterfeindlichen Rechtsprechung, und die konservative Sichtweise aufgeben ? Eines weiß ich mit Gewissheit: Die Beschlüsse wären vom Bundesgerichtshof kassiert worden, nur wären die Kinder dann volljährig gewesen, und auch wenn der Familienrichter, der meine Scheidung vollzogen hat, für die Kindschaftsverfahren (Sorgerecht, Umgang)zuständig gewesen wäre, hätte es diese Beschlüsse, in dieser Form nicht gegeben. Meiner jüngsten Tochter hilft das allerdings nicht mehr.
Mit meiner Scheidung hat für mich einen neues, ein schöneres Leben begonnen, bei dem nur noch die weibliche Ergänzung fehlt. Eine Frau auf Augenhöhe, studiert, intelligent, und ... Das war meine Ex unter Garantie nicht, stattdessen war ich aufgrund meiner Allgemeinbildung und meines Fachwissens zu dominant für sie. Völliger Blödsinn ! Ist es denn ein Verbrechen, die eigene Allgemeinbildung an seine Kinder weiterzugeben ?
Wie schon gesagt, habe ich sehr, sehr lange gebraucht, um alles, alle Tief- und Rückschläge zu verarbeiten. Tai-Chi und Meditation (Reise ins eigene Ich), und natürlich Marathonlaufen und Schreiben waren die Schlüssel dafür, dass mein Selbstvertrauen mit Beginn der Trennung und durch die Scheidung noch gestärkt wurde.
Hass gegen meine Ex kenne ich nicht und wird es nicht geben, auch wenn sie für den schmerzlichsten Verlust, den Tod meines kleinen, geliebten Engels, verantwortlich ist. Beim Scheidungstermin konnte sie mir nicht einmal in die Augen schauen, obwohl ich sie die ganze Zeit fest fixiert, jede Bewegung/ Rührung genauestens registriert habe. Sie ist gestraft genug, mit ihrer eigenen trostlosen Kindheit, und dem, was sie jetzt mit ihrem Gewissen zu verantworten hat. Mit vier einfachen Worten hätte ich mich zufrieden gegeben: "Es tut mir leid". Aber was soll`s, wenn man keine Stärke zeigen kann. Gott sei Dank ist das Vergangenheit, ich habe abgeschlossen und schaue in die Zukunft.
In einem Thread habe ich gelesen, dass sich hier im Forum schon zwei Paare gefunden haben. Warum sollte ich nicht auch das Glück haben, hier den passenden weiblichen Gegenpol zu mir zu finden ? Und Liebe hat für mich nichts mit Alter zu tun, sondern mit romantischer Anziehung und emotionaler Reife.
Grüße aus Hamburg
Wer mehr über PAS-Syndrom und die Vereitelung von Umgang lesen möchte, das ist der brutalste Fall, den ich kenne:
www.pappa.com/faelle/odyssee