Zitat von herzblut12:Einen Seitensprung zu dramatisieren? Seitensprünge können gut und gerne ein Trauma verursachen.
Genau das meine ich mit Dramatisierung. Seitensprünge verursachen in der Regel einen Knick im Ego des "betrogenen" Partners und ein akutes (nicht notwendigerweise chronisches) Vertrauensproblem in der Partnerschaft, aber doch keine Traumata - wir reden hier ja nicht von Vergewaltigung, Erdbeben, einem schrecklichen Unfall oder ähnlichen Kalibern.
Zum Problem wird der Seitensprung durch die Bewertung, die die Beteiligten ihm zukommen lassen (lebten wir in einer Gesellschaft, die Liebe nicht über s exuelle Exklusivität definierte, gäbe es diesen Thread nicht mal). Tragfähige (!) Beziehungen verkraften sowas häufiger als man denkt, vor allem, wenn es sich nur um einmalige "Ausrutscher" handelt.
Darum riet ich Ivi, sich erstmal zu beruhigen und sich die Sache genauer anzugucken. Sich zu fragen: Ist es so schlimm, wie es sich im ersten Moment anfühlt? Ist es tatsächlich passiert? Was genau ist denn überhaupt passiert, und warum ist es passiert? Wie steht er zu der Sache und möglicherweise daraus resultierenden Folgen?
Sie sollte also Informationen sammeln, die ihr helfen, die Situation einzuschätzen. Dummerweise ist ihr Freund zugleich ihr Hauptinformant, schmeißt Ivi ihn raus, kann sie weiterhin nur allein spekulieren.
Ivis Freund hat sie nicht geschlagen, er scheint sie auch nicht zu bedrohen, deshalb kann ich nicht ganz nachvollziehen wieso sie darin bestärkt wird, ihn rauszuschmeißen (also die Angelegenheit zu eskalieren) und alleine zu grübeln, anstatt in Ruhe mit ihm zu reden.
Wenn sich dabei herausstellen sollte, dass die ganze Sache wirklich so schlimm ist wie sie sich gerade für Ivi anfühlt, oder vielleicht sogar noch schlimmer, dann kann sie ihn doch immer noch rauswerfen. Aber dann weiß sie wenigstens, warum sie es tut.