Freund ist gestern ausgezogen

Imperio

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Hallo,

ich habe mich heute hier angemeldet, nachdem mein Freund gestern ausgezogen ist.

Ich bin kein guter Schreiber das vorweg. Kurz zu uns:

Mein Freund (36) und ich (36) führen/führten seit fast 5 Jahren eine Beziehung. Wir sind beide gleichgeschlechtlich und haben uns damals im Internet kennengelernt. Nach einigen Wochen kam es damals zum ersten Treffen und ich war von Anfang an hin und weg von Ihm. Es ging ihm glaub ich auch so

Nach kurzer Zeit wurde ich dann Arbeitslos und wir zogen nach knapp 5 Monaten zusammen, da es auch eine Fernbeziehung war, und wir uns beide zu dem Zeitpunkt damals, klar waren dass es was wird mit uns beiden. Wir lebten glücklich bis vor fast 2 Jahren bei Ihm eine Krebsdiagnose aufkam. Ich wusste zudiesem Zeitpunkt genau, das wird eine schwere Zeit und ich muss hinter ihm stehen, und ihn mit all meiner Kraft unterstützen, was ich so gut es mir möglich war tat. Klar gab es dann Tage an denen ich dann (wenn ich unbeobachtet war, oder mal alleine) in Tränen ausbrach, weil ich es nicht mitansehen konnte wie er leidet darunter.

Ich muss dazu sagen wir hatten am Anfang unserer Beziehung bevor wir zusammenzogen schon so eine Errfahrung wo er meinte dass ich Ihn verlassen würde wegen seiner Krankheit die er hat, doch das war für mich nie ein Thema, ich liebte Ihn und nichts anderes konnte mich davon abhalten. Jedenfall er überstand jetzt diese Krebserkrankung aber ich merkte immer mehr dass sich was verändert hat, wir waren irgendwo beide vielleicht nicht mehr so wie vorher, dazu kam dass ich dann noch enorme Magenprobleme bekam weil ich niemanden hatte mit dem ich manchmal darüber reden konnte, und es somit in mich reingefressen habe was mich bedrückt oder die ganze Krankengescichte, aber ich würde nie sagen er hätte dafür gesorgt dass es mir dann auch schlecht ging. Nun so kam es dass anfang diesen Jahres es zu unserer Trennung kam, diese dauerte 48 Stunden und er kam zurück zu mir. Doch nun nach 5 Monaten sind wir wieder an dem Punkt wo er gestern dann ausgezogen ist. Er meinte er wüsste selbst nicht wirklich was los ist, er hat Gefühle etc., aber er braucht es wieder alleine zu sein.

Mir fällt es gerade schwer das alles zu schreiben, da es noch sehr frisch ist das ganze. Er wollte gestern eine endgültige Trennung, doch ich sagte Ihm dass ich Ihn liebe und wir all das was wir durchgestanden haben einfach so wegwerfen sollten, ich schlug ihm vor dann mal für eine Woche oder zwei auszuziehen um Abstand zu gewinnen und in Ruhe nachzudenken. Er meinte zwar dass es vermutlich keinen Sinn habe, aber er stimmte dann einer räumlichen Trennung zu mit der Bedenkzeit über alles nachzudenken in Ruhe und auf Distanz. Er zog dann aus und mir ging es dreckig, denn ich liebe Ihn nunmal von ganzem Herzen, ich würde mein Leben für Ihn geben. Ich kann seitdem nicht schlafen, und habe noch nichts gegessen, und bin nur am qualem obwohl ich das aufgegeben hatte und bis jetzt durchhielt.

Ich weiss dass ich Ihn nicht drängen darf oder soll, aber ich hab mich gestern Abend dann 3 Stunden lang hingesetzt und unsere Geschichte zu Blatt gebracht und eben Ihm auch meine Gefühlslage geschrieben (wir können schwer über unsere Gefühle sprechen - was wir lernen müssen), ich hab Ihm auch noch geschrieben was ich Ihm sagte, dass ich mir immer wünschte und noch wünsche mit Ihm gemeinsam alt zu werden, und er mir die Chance geben soll diesen Weg mit mir zu gehen, ich hab auch meine Fehler niedergeschrieben, es gehören ja immer 2 zusowas. Heute morgen dann bin ich zu seiner Arbeit und hab Ihm diesen Brief übergeben, er war nicht böse oder so weil ich da aufgetaucht bin, wir wussten in dem Moment eben nur nicht wie wir uns verhalten sollen. Ich hoffe das war kein Fehler, wir hatten (weil ich wegen der Whg. was brauchte) auch kurz telefoniert und ich hab ihm gesagt, der Brief sei kein Druckmittel oder wie nur eben meine Gefühlslage im Moment. Ich wollte mich auch nicht zu lange unterhalten um Ihm nicht das Gefühl zu geben dass ich Ihn unter Druck setze mit dem Anruf, und sagte ihm das auch und beschränkte mich auf meine Fragen zur Whg. War das richtig? Was meint Ihr?

Ich wünsche mir so sehr dass er wieder zurückkommt.

So das wars, es tat gut das ganze mal niederzuschreiben.

Schöne Grüße

Imperio

03.06.2014 20:23 • #1


Jette84


Hallo Imperio! Ich hatte mit meinem Freund und jetzigen Verlobten auch eine ganz, ganz schwere Zeit die letzten Monate mit häufigen Trennungssituationen (wegen einer schwierigen Fernbeziehung) und auch chronische Krankheit ist im Spiel (ich bin aber krank, nicht er!) Das mit dem Qualmen erinnerte mich echt an mich, obwohl ich aufgehört hatte, hab ich bei jedem Trennungsstreit eine nach der anderen geraucht, weil ich einfach auf alles ge*ssen habe, danach fühlte ich mich dann noch ungesünder. Echt schlimm was so Beziehungsprobleme mit Körper und Psyche anrichten. Mein Freund hatte auch schon psychosomatische Beschwerden deshalb. Aber auch wir lieben uns und wollen zusammen alt werden. Jetzt haben wir einen Neuanfang gestartet und wirklich ALLES ausdiskutiert und vom Herzen geredet und erstmalig klappt es wirklich. Ich glaube gerade in Beziehungen mit belastenden Umständen (Krankheit) sind beide oft total überfordert. Mein Freund ist dann immer "geflüchtet", hat sich zurückgezogen und ich wollte reden! Scheint bei euch ähnlich zu sein. Ohne Reden geht es nicht. Und "Nachdenken" hilft auch nur wenn man danach offen und ehrlich redet. Es klingt schon, als ob er Dich liebt. Aber irgendwas steht zwischen euch, ist aus der Bahn geraten. Fällt Dir von Deiner Seite aus ein, was da im "Argen" sein könnte? Kämpfe auf jeden Fall um Deine Beziehung, auch er sollte das so sehen. Denn Konflikte brauchen keine Flucht, sondern wollen gelöst werden und man findet nicht alle Tage einen Menschen, den man liebt. Du leidest sicher sehr! Gut, dass Du hier schreibst, das wird Dir helfen. Ich drück Dich ganz fest und hoffe ihr kriegt das hin.

03.06.2014 22:41 • #2


Imperio


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Guten Morgen Jette84,

vielen lieben dank für deine Antwort, das was du geschrieben hast stimmt irgendwie total. Mein Freund hat in der Zeit der Erkrankung kaum viel darüber gesprochen und hat es mit sich selbst ausgemacht. Gut man konnte Ihm ansehen dass das ganze ihn mitnimmt, aber er redete kaum darüber und ich wollte halt auch nicht immer "nachbohren". Heute Nacht konnte ich mal durchschlafen ohne ständig aufzuwachen. Das tat mal gut, und ich hab jetzt mal auch was essen können. Das mit dem Rauch ist so eine Geschichte, ich hab meine 2 schon hinter mir.

Ich war heut sogar schon soweit, dass ich als ich aufstand, zu einem Bild von Ihm gegangen bin und "Guten Morgen Schatz" gesagt hab, mein Gott ich glaub ich könnt gleich wieder losheulen. Wenn ich beim rauchen bin hab ich sogar manchmal ein Foto von Ihm auf dem Handy auf nur um Ihn anzusehen, und ich ertappe mich dabei dass ich mit dem Handy rede - ist das verrückt? Manchmal glaub ich dass ich bald durchdrehe.

Es ist noch so schwer zu schreiben, da mir dauernd irgendwie die Augen anfangen wässrig zu werden, ich musste mich im Büro gestern so zusammenreissen, ich habs nur einem Kollegen gesagt - er ist irgendwie ein Vaterersatz hier für uns Büroleute.

Mein Freund er fehlt mir so, ich weiss nicht wielang ich das noch aushalte. Ich hab ihm gestern nur noch am Telefon gesagt, dass wenn er lust auf einen Kaffee hat weiss wo er mich findet und erreicht. Er meinte darauf, das wir das die Tage machen. Er hat meinen Brief auch gelesen sagte er ging zwar nicht darauf ein aber vielleicht ist es persönlich besser zu klären, böse war er anscheinend nicht über den Inhalt, da er doch oft sehr direkt ist hätte er mir das dann glaub ich schon gesagt.

So ich geh mal Nikotin schnappen

Imperio

04.06.2014 06:39 • #3




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