ratsuchender100
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ich umschreibe einmal kurz meine Situation. Vor einigen Monaten haben wir (also ich, 40, er 45) beruflich mit einander zu tun bekommen. Gleich zu Beginn habe ich mir gedacht, nett. .könnte mehr draus erwachsen. Finger weg, da er vergeben ist, Abstand wahren. Gelang mir auch. Ziemlich lange sogar. Bis zu dem Zeitpunkt zu dem mein Chef meinte, er müsste uns direkt mit gemeinsamen Aufgaben betrauen und wir seit gut 2 Monaten eng auf eng zusammen hocken und eben viel Zeit mit einander verbringen.
Zu Anfang suchte er den Kontakt zu mir, als wir die Projektgruppe bildeten, wir tauschten Nummern, irgendwann schrieb er. Ich dachte mir nicht viel dabei, aber es wurde intensiver, er teilte mir auch mit, dass seine Beziehung nicht laufe - das Übliche - wirklich viele Fragen habe ich nicht gestellt, da ich das garnicht im Detail wissen wollte. Klar, man tauschte sich privat aus. Irgendwann merkte ich die typische "Eifersucht": Was ich am Wochenende mache, hatte ich ein Treffen mit einem Bekannten, hieß es gleich, ich date ja "ständig irgendwen", irgendwann habe ich privat nichts mehr herausgerückt, woraufhin der Kontakt auch stark heruntergefahren ist und ich nicht unfroh war. Dann wurde aber auch gebohrt, was ich gemacht hätte am Wochenende.
Immer wieder wurde mir erzählt, wie attraktiv ich sei, wie gern man meine Nähe suche und vieles mehr. Privat haben wir uns nie getroffen, wäre auch logistisch etwas schwierig, da wir beide aus unterschiedlichen Richtungen fast 100km zum Job pendeln wäre das für je den anderen fast 200km Fahrt. Das ist vielleicht ganz gut und hält uns auch ab, uns irrsinnigerweise außerhalb vom Arbeitsplatz zu treffen.
Vor 2 Wochen hat er Urlaub angetreten. Wir hatten vorher mit dem Chef kurze Übergabe. Und irgendwie - fast aus dem Nichts heraus - ist es hinterher zwischen ihm und mir kurz mal heftig hergegangen. Nachdem wir beide an der Bahn standen, habe ich mich erwischt, wie ich richtig sauer war, dass er jetzt wegfährt mit seiner Freundin, mit der er sich angeblich ja nur streiten würde und was er alles erzählt hat. Und er meinte, er möchte dass wir uns ständig schreiben. Ich meinte daraufhin, was das soll, wenn er sich entscheidet mit seiner Freundin weg zu fahren, wirds wohl so schlimm nicht sein, daraufhin ist es zum Wortgefecht gekommen. Und dann war Funkstille. Im Urlaub schrieb er, dass er mein Verhalten nicht gut heiße. Ich habe mich zunächst zurück gehalten mit einer Antwort, Montag sehen wir uns wieder.
Vielmehr auf mich selber bin ich aber sauer, dass ich mich offenbar doch verliebt habe und Gefühle entwickelt habe, was ich um jeden Preis habe vermeiden wollen und ich möchte, bevor ich mich weiter in etwas rein steigere, da schnell wieder gefühlsmäßig herauskommen.
Für mich kommt eine Beziehung oder was auch immer nicht in Frage, da er sich scheinbar schon lange unwohl fühlt in dieser Situation, ob Interesse an mir besteht, hin oder her, offenbar ist er aber nicht in der Lage sich aus eigener Kraft zu befreien und zu trennen, und das allein ist ein Konstrukt, auf das ich keine Lust habe, da kann alles andere noch so stark sein.
Anfangs war er emotional hoch zehn und ständig an mir dran. Das hat zwar nie nachgelassen seinerseits, aber dennoch habe ich das Gefühl, er hat es (für sich) inzwischen gut sortiert. Seither habe eher ich ein Problem damit, und entwickle Eifersuchtsgefühle und überhaupt Gefühle.
In den Tagen wo er nicht da war, dachte ich anfangs, oh weh, jetzt sehe ich ihn nicht, aber dann merkte ich fast eine Befreiung, ihn nämlich nicht sehen heißt auch, sich nicht mit ihm und der Sache auseinandersetzen zu müssen, jedenfalls nicht ständig und schon garnicht während der Arbeit.
Ich möchte den Job keinesfalls wechseln, was jetzt auch erstmal wegen der Projektverpflichtungen nicht ginge.
Wir haben einmal telefoniert während seines Urlaubes, da wollte er, wenn er wieder hier ist, unbedingt ein Gespräch führen, wieso weshalb warum, keine Ahnung.
Anfangs war er ständig dabei mir zu entlocken, ob ich auch so empfinde wie er, ich habe damit nie ehrlich heraus gerückt, weil ich keine Zukunft sehe und dann auch keine Gefühle preis geben will.
Jedenfalls habe ich keine Ahnung, was ich tun soll. Soll ich mit offenen Karten spielen, ihm sagen, dass (auch ich) Gefühle habe, die ich aber nicht ausleben möchte und kann oder soll ich garnichts sagen, es ist auch ziemlich offensichtlich, dass bei uns die Luft zum Schneiden ist, das merken natürlich auch Andere um uns herum.
Vielleicht hat einer eine Idee.