Malini
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Es fällt mir wirklich sehr schwer, hier zu schreiben, andererseits sind meine Gefühle zurzeit so verworren, dass ich mir erhoffe, mit der Sicht von außen ein bisschen mehr Klarheit zu bekommen.
Ich bin in einer langjährigen Ehe/Beziehung mit gemeinsamen Kindern im Kleinkindalter. Dieses ganze Zeit ist nicht unanstrengend, im letzten Jahr haben mein Mann und ich leider sehr viel gestritten. Ich fühlte mich oft richtig ohnmächtig, weil ich das Gefühl hatte, er nimmt mich gar nicht wahr und hätte ihn manchmal gern wachgerüttelt.
Das größte Problem ist für mich aber, dass unsere Beziehung immer dann, wenn es anstrengende Phasen gibt, mir/uns keine Kraft gibt, sondern im Gegenteil, mich weiter auslaugt und sich wie weiterer Ballast anfühlt.
Er ist kein verkehrter Mensch, gibt sich sicherlich auf seine Weise Mühe, ist aber grundsätzlich ein "Glas-Halb-leer"-Mensch, der schnell genervt ist und fast nur über negative Aspekte seines Lebens spricht. Das ganze Negative hat mich auf Dauer richtig mit runtergezogen.
Zuletzt hat es mich so viel Kraft gekostet, dass ich ihm eine Art Beziehungspause vorgeschlagen habe, sprich, dass wir uns erstmal primär auf die gemeinsame Elternrolle konzentrieren. Seitdem wurden die Streitereien deutlich weniger und mir ging es (leider?!) besser damit.
Aber ich habe mich emotional distanziert. Ich habe immer gedacht, dass das nur anderen passiert, aber die Gefühle für ihn sind meinerseits zurzeit nur noch freundschaftlicher Art. Und genau deshalb fühle ich mich so unendlich schuldig, es kostet mich schon enorm Überwindung, das zu schreiben, weil ich wüsste, dass es ihn so sehr verletzen würde, das zu hören.
Außerdem glaube ich leider, dass ich mich in eine andere Person verguckt habe. Puh. Nun ist es raus.
Ich habe ihm eine Paarberatung/-therapie vorgeschlagen, wäre für ihn auch okay und jetzt lebe ich täglich im Gefühls-Wirrwarr und weiß, dass ich die Gefühle für die andere Person eigentlich abstellen müsste und die für ihn irgendwie "wiederbeleben" müsste, doch wie mache ich das? Vernunft und Gefühl arbeiten hier gerade komplett gegeneinander.