Zitat von E-Claire: Kurzer Einwurf: würdest Du also auch die Wortwahl Genozid ablehnen?
Nein, denn dieser beschreibt ja einen Massenmord. Da geht es darum, dass unabhängig des Geschlechts und des Alters eine ethnische Säuberung durchgeführt wird. Mitunter das Schlimmste, was es überhaupt gibt. Somit ist jener Begriff völlig in Ordnung. (bedauernswerterweise)
Femizid beschreibt aber den "einfachen" Mord. Und der Begriff impliziert aber, dass es schlimmer ist wenn eine Frau ermordert, als wenn ein Mann ermordet wird.
Zitat von E-Claire: Eine Bezeichnung für eine bestimmte Situation ist zunächst nur eine Bezeichnung, daraus eine "Besserstellung" ableiten zu wollen, finde ich gewagt.
Wieso denn gewagt? Ok, wie ist denn der Begriff, wenn ein Mann ermordet wird? Stimmt, es gibt keinen. Müsste es doch aber geben, oder siehst Du das anders?
Zitat von E-Claire: Schließlich, wenn eine Frau aufgrund einer Beziehungstat ihr Leben verliert und man feststellt, daß das kein Einzelfall ist, sondern daß sich dazu eine Kategorie aufmachen lässt, dann ist es nicht so abwegig, dem ganzen einen Namen zu geben. Das macht man ja auch bei rassistisch, antisemitisch motivierten Taten oder eben bei Taten aus Habsucht.
Ok, soeben habe ich die Statistik bemüht. Im Jahre 2024 wurden in Deutschland 154 Männer ermordet, Frauen waren es 131. Totschlag waren 369 Männer als Opfer, Frauen 299. (jede/r ist eine/r zu viel)
Tatverdächtige im Jahr 2024 87% Männer, 13% Frauen. Also von hundert Mordverdächtigten sind 87 Männer (87 zu viel) und 13 Frauen (13 zu viel, ich denke wir sind uns bei beidem einig.)
Nun also nochmals die Frage, wenn die Mehrzahl der Opfer bei Mord und Totschlag doch Männer sind, warum gibt es dafür keinen Begriff?