Zitat von QueenA: Trotzdem gibt es Unterschiede, die im Alltag spürbar bleiben und nichts mit einer „Opferhaltung“ zu tun haben.
Ja, und weisst Du was das Schlimme ist? Das gibt es tatsächlich auf beide Seiten, leider. Und gegenüber Männern sind die Ungleichheiten sogar noch viel offensichtlicher. Hier einige Beispiele:
- Wehrpflicht (Männer müssen, Frauen müssen nicht), die Männer, die nicht können, müssen bezahlen. Frauen nicht.
- In öffentlichen Bädern gibt es Saunas, ausschliesslich für Frauen, während es für Männer nur Gemischte gibt.
- Parkplätze extra nur für Frauen, die näher bei der Eingangstür zum Gebäude sind.
- Scheidung (Mann finanziell und bei Obhutsregelung immer im Nachteil)
- Bis vor kurzem Rentenalter in der Schweiz (Frauen 64 und Männer 65)
- Bei der letzten Bundesratsersatzwahl, schloss die SP Schweiz die Kandidatur eines Mannes kategorsich aus, wegen der Frauenquote. Das Parlament hatte also keine freie Wahl um den Besten/die Beste zu wählen, sondern wurde gezwungen zwischen 2 Frauen zu entscheiden. Da Frage ich die Feministinnen, ist es echt das was ihr wollt? Eine festgelegte Quote, die die Qualifikationen komplett ausblendet? Also wäre ich eine Frau, dann würde ich in eine Führungsposition wollen, weil ich gut bin und nicht weil ich eine Frau bin...
Zitat von QueenA: Frauen verdienen im Durchschnitt noch immer weniger als Männer, selbst wenn sie die gleiche Qualifikation und vergleichbare Tätigkeiten haben, wie es auch das Statistische Bundesamt belegt.
Und schliesst Du hierbei völlig aus, dass es von daher kommt, dass einige Frauen nicht so gut verhandeln wie einige Männer? Ich sage nicht es ist so, aber es könnte doch sein?
Als ich noch Angestellter war, hatte mein AG eine Stelle ausgeschrieben, auf die sich sowohl Männer als auch Frauen beworben hatten. Ich durfte die Profile anschauen, vorsortieren und die Gespräche leiten. Nun, da zeigt sich mir bei den Lohnvorstellungen gewaltige Unterschiede. Im Schnitt forderten die Frauen (nur als Durchschnitt, die einen mehr die anderen weniger) rund 700 Euro weniger, als die Männer. Wenn sich nun mein AG entschieden hätte, eine Frau dafür einzustellen, ist es dann ok, wenn sich im Anschluss jene Frau wegen zu tiefem Lohn beklagt? Oder hätte sie vielleicht besser verhandeln sollen?
Zitat von QueenA: In Führungspositionen und in der Politik sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert,
Wessen Schuld ist das? Sind wir als Gesellschaft schuld? oder nur die Männer? Trauen sich gewisse Frauen das auch einfach nicht zu? Ich finde viel wichtiger als eine Frauenquote einzuführen ist es zu erörtern, warum das so ist. Und da reicht mir ein einfaches "Patriarchat" einfach nicht aus, sorry.
Zitat von QueenA: Für mich ist Feminismus deshalb kein Gegeneinander der Geschlechter, sondern ein Engagement dafür, dass Geschlecht keine Rolle mehr spielt, wenn es um Chancen, Bezahlung oder gesellschaftliche Anerkennung geht.
Werte Queen, dann verwechselst Du jetzt Feminismus mit Humanismus. Denn Feminismus hat ganz klar andere Ziele als "das Geschlecht spielt keine Rolle". So leid es mir tut.
Zitat von Femira: Du sprichst einen Straftatbestand an, der bestraft gehört und bestraft wird.
Hier geht es darum, ob unsere Gesellschaft außerhalb der bereits gestellten Gesetze so gerecht ist oder ob etwas angepasst werden müsste per gar Gesetze verändert werden müsste.
Ja, da sprichts du etwas Wichtiges an.
Ja, es gibt diese Verbote (Zwangsehe etc) und dennoch kaum jemand der sie konsequent umsetzt. Hier verweist Du aber auf bestehendes Recht, das muss quasi ausreichen (O-Ton)
Beim Feminismus, der den Frauen nun wirklich die absolut gleichen Rechte wie den Männern gebracht hat, gibt es ebenfalls per Grundgesetz eine Garantie dafür. Hier verweist Du aber, dass dieser noch nicht in der Gesellschaft voll gelebt wird. Merkst Du was?
Zitat von Femira: Feminismus ist im Kern immer darauf aus, eine lebenswerte Gesellschaft für alle herzustellen und dazu gehört auch der Antifaschismus.
Das stimmt so nicht. Feminismus ist dafür da, die Situationen der Frauen zu verbessern, obschon es mir ein Rätsel ist, wo es noch Handlungsbedarf geben soll.
Das was Du meinst wäre Humanismus. Seltsamerweise treffe ich selten eine Feministin, die sich dazu bekennen möchte.