Zitat von SchlittenEngel: Für mich nehme ich hier v.a. mit, dass Feminismus kein bisschen weniger notwendig ist als vor X Jahren.
Das ist deine Meinung und die darfst Du selbstverständlich auch haben. Das Gute ist ja, dass jeder seine eigene Meinung haben und auch kund tun darf, es sei denn sie sei widerrechtlich oder menschenverachtend.
Beispielsweise finde ich den Feminismus nicht mehr wirklich nötig. Gleichberechtigung wurde für mein Empfinden mehr als nur erreicht. Alles was darüber hinausgeht empfinde ich als Benachteiligung für das andere Geschlecht.
Ich halte also fest, und dies ist ja auch nur meine Meinung, dass in gewissen Bereichen Frauen im Nachteil sind und in anderen Bereichen Männer.
Zitat von Nalf: Um Zahlen zu erheben (und dafür Geld auszugeben) muss man einen Bedarf sehen. Der wurde bislang zu selten gesehen. Deshalb gibt es den Gender Data Gap, weil sich nur sehr wenige Männer (und Frauen) für die Realdaten von Frauen interessieren.
Da hast Du Recht. Wenn die breite Masse den Bedarf nicht sieht, dann wird auch nichts gemacht.
Zitat von Nalf: Menschen, die ohne funktionierende Beine geboren werden, werden auch durch eine schlichte biologische Begebenheit, für die niemand was kann, benachteiligt. Sie kommen überall dort, wo Treppen sind, nicht hoch. Wobei der Treppenbau eine Entscheidung von Gehenden für Gehende ist, die eben besonders platzsparend und praktisch ist - solange man gehen kann.
Der Vergleich hinkt etwas. Es ist dann schon noch ein Unterschied, ob jemand unverschuldet ohne Beine auf die Welt kommt vs. sich als Frau bewusst für ein Kind zu entscheidet. Da ist es nunmal biologisch nicht möglich diesen Umstand auf Männer abzuwälzen. Und da wird ja auch mit Mutterschaftsurlaub, dem Modell der Ehe und und und versucht diesen "Nachteil" auszugleichen.
Zitat von Nalf: Sollten wir trotzdem Rampen zur Verfügung stellen oder einfach hinnehmen, dass Biologie eben behinderte Menschen benachteiligt?
Und wie halten wir es dann bei Gebärenden?
Unbedingt Rampen aufstellen, völlig klar.
Aber ist es denn wirklich ein Nachteil ein Kind in sich tragen zu können? Ich kenne nicht wenige Frauen, die gerne schwanger waren und überglücklich mit Kind im Bauch. Frauen, die auch nach der Geburt mega happy waren und sich nicht benachteiligt fühlten.
Ich glaube, hier ist die Gesellschaft in ungesundem Wandel. Wir haben als Kinder oft gesagt bekommen, "es gibt nicht den Fünfer und das Weggli". Wie man bei euch in Deutschland dazusagt, weiss ich gar nicht. Frei übersetzt, man kann nicht alles haben. Und heute denke ich manchmal, gibt es Frauen, die zwar eine Familie mitgründen wollen, das Kind dann aber umgehend in die Kita schicken, um ihre persönliche Freiheit zu geniessen. Das war früher definitiv anders. Da hatte, so glaube ich, eine Frau ein anderes Verständnis von Mutter sein. Da war dieser Umstand von stolz geprägt, heute, so bekommt man den Eindruck, bewertet man es als Bürde.
Ich finde, da beisst sich die Katze in den Schw.anz. Das ist dann strukturell nicht nur zum Nachteil der Frau, sondern auch zu ihrem Vorteil. Ich persönlich kenne keine Frau, die nach dem Mutterschutz gezwungen wurde zu arbeiten. Die, die ich kenne, durften ihren Weg selbst entscheiden. Wenn dann eine Frau vor Beendigung des Mutterschutzes wieder beginnt, dann geht ein Raunen durch die Gesellschaft.