Zitat von Worrior: Jetzt wird Ärzten schon indirekt unterstellt dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachkommen, absichtlich Frauen leiden lassen oder sie gar töten.
Das steht nicht in der Studie und hat auch keiner außer Dir vermutet.
Aktuell geht die Vermutung dahin, dass die Empathiefähigkeit von Männern sich eher auf Körper/Menschen, die ihnen selbst gleichen, erstreckt und das Stereotyp der wehleidigen Frau, die eh schneller jammert, Einfluss auf die Schmerzmittelgabe hat.
In den USA gibt es auch Studien zur Ungleichbehandlung in Krankenhäusern von Schwarzen Männern und Frauen im Gegensatz zu Weißen und Hispanics. Schwarze Frauen haben bei Geburten die schlechtesten Überlebenschancen, weil ihren Selbstangaben am wenigsten geglaubt wird. Schwarze Menschen bekommen weniger Medikamente verschrieben, weil ihnen häufiger eine Medikamentenabhängigkeit oder ein Weiterverkauf unterstellt wird, obwohl die Suchtzahlen und Schwarzmarktzahlen (auch wenn diese nur grobe Näherungen sind) dieses Vorurteil nicht unterstützen.
Ich finde es jedoch interessant, dass Du sofort sehr kreativ wurdest und mehr geschrieben hast als in Deinen sonstigen Postings, um eine Studie, die Du noch nicht gelesen hattest, zu widerlegen bzw. ihre Legitimität und Methodik anzugreifen.
Zitat von Worrior: Doch alle wollen dahin wo er Zivilisation, Sicherheit und Wohlstand erschaffen hat.
Den haben Männer und Frauen gleichermaßen erschaffen. Dass Männer jemals in der Geschichte einen höheren Arbeitsanteil als Frauen in Deutschland hatten, ist nicht belegt. Woher nimmst Du also Deine Meinung, dass wir unseren Wohlstand oder die Kultur vor allem Männern zu verdanken hätten?
Zur "weiß" vs "braun/schwarz" Debatte vergisst Du bei der Bewertung, dass die Ausbeutung, der Raub, die Versklavung und das Leben der einen auf Kosten der anderen bislang stets eine Einbahnstraße war.
Und bei allen Sicherheitsaspekten stellt sich die Frage, vor wem denn Sicherheit geschaffen werden muss und ob das allein oder vorwiegend durch Cis-Männer geschieht.
Zitat von Mann1989: Denn der weisse CIS-Mann hat für gewöhnlich keine Lobby,
Dann schau mal in die Parlamente, Vorstandszimmer, Kirchen, Unis und auf die Inhaber der dicksten Konten. Weiße, nicht-behinderte Cis-Männer ab 40 wohin das Auge reicht. Das ändert sich erst langsam und ganz graduell. Aber Du hast das Gefühl, keine Lobby und keine Privilegien zu haben.
Zitat von Worrior: und trotzdem nicht mit Hass und Wut erfüllt waren
Zitat von Worrior: Aber niemals begaben sie sich in eine verbitterte Opferhaltung und züngelten Hass
Das weißt Du doch gar nicht. Von den Frauen, die auf Scheiterhaufen verbrannt wurden, weil sie das Medizinmonopol der Kirche bedrohten, und von den Frauen, die sich am 18.11.1910 und am 6.6.1971 und am 24.10.1975 und am 25.10.1997 sich unbeliebt gemacht haben, ist überwiegend gar nicht bekannt, ob sie wütend waren oder "hasserfüllt". Und selbst wenn. Sind diese Gefühle für Frauen verboten?
Und wo in diesem Threads liest Du ausgerechnet bei den Frauen Wut oder Hass. Diese Gefühle gingen doch wohl von einem Mann aus. Wieso dichtest Du sie dann "den Frauen" an?
Zitat von Mann1989: ob jemand unverschuldet ohne Beine auf die Welt kommt vs. sich als Frau bewusst für ein Kind zu entscheidet
Also ist eine Schwangerschaft etwas, das eine Frau verschuldet und daher auch negative Konsequenzen, die über die Schwangerschaft hinaus gehen, hinnehmen muss? Und welche Beteiligung haben dann Männer an Nachkommen?
Kleines theoretisches Gedankenspiel:
Ist es als moralisch verwerflicher zu werten, wenn eine Frau kurz nach der Niederkunft das Kind beim Mann lässt und sich um die Versorgung nicht kümmert? Oder wenn ein Vater kurz nach der Geburt das gleiche mit Kind und Frau macht? Was von beidem wäre eine Schlagzeile in der Zeitung wert? Und welche Schlussfolgerung ziehen wir daraus?
Zitat von Mann1989: Beispielsweise finde ich den Feminismus nicht mehr wirklich nötig.
Für Dich ist er auch nicht nötig.
Zitat von Mann1989: Aber ist es denn wirklich ein Nachteil ein Kind in sich tragen zu können?
Die rein biologische Funktion stellt ein Überlebensrisiko dar.
Ob die Gesellschaft die Menschen, die Kinder gebären können, dafür belohnt, bestraft, als Leistung oder einen peinlichen Vorgang betrachtet oder diese Fähigkeit neutral bewertet, ist eine Entscheidung der Gesellschaft.
Bei Dir fällt mir auf, dass Du häufig von Einzelfällen auf die gesamte Gesellschaft extrapolierst und dabei die Einstellung, die man selbst hat (z.B. die eigenen Kinder zu lieben und sich für Kinder zu entscheiden) gegen die gesellschaftliche Wertung ausspielst (z.B. ob Kinder von Männern oder Frauen, privat oder professionell betreut werden).
Bei der Geschlechterdebatte geht es ja nicht um einzelne Menschen und private Entscheidungen, sondern um die gesamtgesellschaftlichen Bedingungen, in denen diese Entscheidungen gefällt werden. Z.B. die Entscheidung für eine arbeitsortgebundene, sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeit, für die sich in Deutschland eine Vielzahl von Frauen mit Kindern entscheidet, in Frankreich aber nicht. Es aber zeitgleich in Frankreich 10% mehr Frauen als in Deutschland gibt, die ganz vom Gehalt ihres Mannes leben.
Die Ursachen hierfür werden wohl eher in den unterschiedlichen Betreuungsmöglichkeiten, dem Arbeitsrecht, dem Scheidungsrecht und dem gesellschaftlichen Ansehen liegen als in der unterschiedlichen Biologie oder privaten Entscheidung einzelner Frauen links und rechts vom Rhein.
Daher ist es müßig, Einzelschicksale zum Maßstab zu machen. Es sollte schon mit Zahlen der Gesamtbevölkerung gearbeitet werden.
Und bis heute werden in der Medizin die Symptome bei Frauen nicht mit dem gleichen Zeitaufwand gelehrt und abgeprüft wie die Symptome bei Männern.