Zitat von Birkai: Wenn es keine klassischen ausstrahlenden Brustschmerzen gab, wie es sich meist bei Männern äußert, hat Frau halt Pech gehabt.
Man mag vielleicht nicht sofort drauf kommen, dass sich bei der Frau ein Infarkt durch Schmerzen im Bauch äußert, aber genau das gilt es eben herauszufinden. Allein der Punkt Frauen und ihr Bauchweh ist wohl ein nicht ernstgenommener Punkt, tragisch, wenn allein aufgrund dessen Frauen an Infarkten sterben, dass man ihre Bauchschmerzen nicht ernst nimmt und ihnen auf den Grund geht. Sowas muss in unseren modernen medizinischen Zeiten eigentlich nicht sein.
Zitat von Nalf: und das Stereotyp der wehleidigen Frau, die eh schneller jammert, Einfluss auf die Schmerzmittelgabe hat.
Leider betrifft dieses Denken auch hier beide Geschlechter. Ich muss da gerade an den Skandal aus deutschen Kreißsälen denken, an fürchterliche Hebammen, die psychische und physische Gewalt an den Gebärenden verübten: Hebammen, Frauen! Der Spruch, dass sie sich nicht so anstellen solle, denn der S*x habe ihr schließlich auch nicht wehgetan, ist noch das Harmloseste auf der Scala der Abscheulichkeiten.
Das Denken sollte sich also bei beiden Geschlechtern dorthin bewegen, dass auch Frauen in ihren Schmerzen ernstgenommen werden und verrohte, sadistische oder nachlässige Männer und Frauen in der Medizin keine Macht mehr besitzen.
Zitat von Nalf: um eine Studie, die Du noch nicht gelesen hattest, zu Widerlegen bzw. ihre Legitimität und Methodik anzugreifen.
Mir erschließt sich auch überhaupt nicht der Sinn dieser Angriffe. Die betroffenen Frauen leiden doch nicht unter postoperativen Komplikationen oder erliegen diesen gar, um den männlichen Chirurgen schön Ärger zu machen. Sie würden wohl viel lieber einfach schmerzfrei und gesund werden.
Zitat von Nalf: Von den Frauen, die auf Scheiterhaufen verbrannt wurden, weil sie das Medizinmonopol der Kirche bedrohten, und von den Frauen, die sich am 18.11.1910 und am 6.6.1971 und am 24.10.1975 und am 25.10.1997 sich unbeliebt gemacht haben, ist überwiegend gar nicht bekannt, ob sie wütend waren oder "hasserfüllt". Und selbst wenn. Sind diese Gefühle für Frauen verboten?
Guter Punkt. Es wurde angesprochen, dass damals unliebsame, aufbegehrende Frauen in der Psychiatrie landeten. Die Frage ist, weswegen, unter welchem Vorwand. Die Diagnose war häufig Hysterie, etwas, das man seltsamerweise in schöner Regelmäßigkeit nur Frauen anhängte.
Kurz, jede Frau, die sich untypisch verhielt, sprich, die nicht ruhig, leise, friedlich, freundlich, sanft etc etc. sich verhielt, war suspekt, gefährlich und gehörte weggesperrt. So wie heutzutage auch noch viele Menschen Frauen, die nicht den Stereotypen entsprechen (zum Beispiel, weil sie wütend sind und hasserfüllt) , wegsperren würden, wenn sie nur könnten.