Mann1989
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Zitat von carlos7:1. Einkommens- und Verdienstungleichheit (Gender Pay Gap)
Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich weniger als Männer, was zu langfristiger wirtschaftlicher Abhängigkeit und höherem Armutsrisiko führt. Der unbereinigte Gender Pay Gap betrug 2024 16 % (Frauen verdienen pro Stunde 16 % weniger), ein Rückgang von 18 % im Vorjahr. Der bereinigte Gap berücksichtigt Faktoren wie Beruf und Qualifikation, zeigt aber dennoch Ungleichheiten. Strukturelle Ursachen sind frauendominierte Berufe mit niedrigen Löhnen, Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen durch Familie; gesellschaftlich bedingt durch Stereotype, die Frauen in unterbewertete Sektoren lenken.
Studien und Belege:
Statistisches Bundesamt (Destatis): Analysen zur Verdienstungleichheit basierend auf der Verdiensterhebung 2024 und Eurostat-Definitionen. Der Gap stagniert ab dem Alter von 30 Jahren bei Frauen (durchschnittliches Geburtsalter des ersten Kindes), während er bei Männern steigt.
Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (BMFSFJ, 2017, aktualisiert): Der Gap beträgt 21 % bei Bruttostundenverdiensten; Frauen haben 53 % niedrigere Alterssicherungsleistungen aufgrund von Teilzeit und Unterbrechungen.
Hans-Böckler-Stiftung: Studien zum Gender Pension Gap zeigen, dass Frauen in Ostdeutschland geringere Lücken haben, aber insgesamt durch Minijobs und Care-Arbeit benachteiligt sind.
Wie hoch ist der bereinigte Gender Gap? 6%?
Und für diesen Gap gibt es für dich keine plausiblen Gründe, die womöglich nicht auf ein strukturelles Problem hindeuten?
Zitat von carlos7:2. Ungleiche Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit (Gender Care Gap)
Frauen übernehmen den Großteil unbezahlter Sorgearbeit (z. B. Kinderbetreuung, Pflege), was ihre Erwerbsbeteiligung einschränkt und zu beruflichen Nachteilen führt. Frauen leisten täglich 52,4 % mehr Sorgearbeit als Männer (ca. 1 Stunde 27 Minuten mehr), besonders in Familien mit Kindern (83,8 % Gap). Strukturell bedingt durch mangelnde Infrastruktur (z. B. unzureichende Kinderbetreuung); gesellschaftlich durch traditionelle Rollenverteilung.
Studien und Belege:
Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung: Basierend auf Zeitverwendungserhebung 2012/2013 (Klünder 2017) und Gutachten der Sachverständigenkommission; empfiehlt Reformen wie Abschaffung des Ehegattensplittings, das Abhängigkeit fördert.
Hans-Böckler-Stiftung: Studien zum Gender Time Gap und Care Gap zeigen, dass Mütter in der Coronakrise ihre Arbeitszeit reduzierten, während Väter seltener; fordert mehr Väterschaftsurlaub.
Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (BMFSFJ, 2023): Im Kontext Digitalisierung verstärkt Plattformarbeit (z. B. Reinigung) Prekarität für Frauen, insbesondere Migrantinnen; empfiehlt Regulierung von Plattformen für soziale Absicherung.
Ich sehe diesen Punkt aber verstehe in halt öfters nicht so recht. Ja, hier mag es sich bei mir um persönliche Einzelfälle handeln. Mich stört gesamtgesellschaftlich, dass Care-Arbeit (vor allem von einigen Frauen) als sehr negativ bewertet wird. Ich selbst sehe in diesem Bereich enorme Freiheit und womöglich hat das mit der Art und Weise zu tun, wie ich aufgewachsen bin. Ich sehe die Care-Arbeit als Riesenprivileg um eben nicht arbeiten gehen zu müssen und die Zeit mit seinen Kindern verbringen zu dürfen.
In meiner Ehe war es leider nicht möglich, da meine Exfrau jetzt nicht die höchsten Qualifikationen vorzuweisen hatte. Sie hätte also unsere Familie nie und nimmer ernähren können. Ich habe aber immer gesagt, wenn ich eine Frau habe, die mehr als ich verdient, dann machen ich sehr gerne den Hausmann und Papi.
Zitat von carlos7:3. Unterrepräsentation in Führungspositionen und Wissenschaft
Frauen sind in Führungsrollen und Wissenschaft unterrepräsentiert, was durch "gläserne Decke" und systemischen S. entsteht. Nur 16 % der VWL-Professuren sind mit Frauen besetzt; in der Wissenschaft veröffentlichen Frauen weniger und erhalten weniger Anerkennung. Strukturell durch fehlende Förderung und Netzwerke; gesellschaftlich durch Stereotype.
Studien und Belege:
Studie der idw (2025): Systemischer S. schafft Hürden wie Diskriminierung in Förderungen; Aufruf an Universitäten, Barrieren abzubauen.
Hans-Böckler-Stiftung: Analysen zu Frauen in Führungspositionen zeigen, dass Freiwilligenquoten helfen, aber viele Unternehmen ausgenommen sind; Corona verschärfte Rückschritte.
Zweiter Gleichstellungsbericht: Frauen nehmen seltener an Weiterbildungen teil, besonders in Teilzeit; empfiehlt genderkompetente Beratung.
Guter Punkt und völlig richtig. Hier steht richtigerweise ein Wandel an, der im vollen Gange ist. Nur das klappt nicht von heute auf morgen. Da hilf auch eine Frauenquote nichts, denn als Frau käme mir das Kotzen, wenn ich nicht wüsste, ob ich nun da bin, weil ich die beste Option bin oder ob ich da bin weil ich die besten von den möglichen Optionen (wenn Männer ausgeschlossen werden) bin. Da würde ich mir mehr Ehrgeiz wünschen.
Alles in allem hängt genau bei diesem Thema vieles an der Erziehung und wie wir die jungen Mädels sehen. Ich persönlich achte bei der Erziehung meiner Kinder, und ich habe sowohl einen Sohn wie auch eine Tochter, dass beide mit dem selben Selbstvertrauen und den selben Möglichkeiten aufwachsen. Beiden versuche ich mit auf den Weg zu geben alles erreichen zu können was sie sich wünschen und das sie dabei keine Rolle annehmen müssen, die ihnen nicht passt. Mein Sohn beispielsweise, trug mit 3 Jahren Mädchenkleider von "Frozen", weil es sowohl seine grosse, wie auch kleine Schwester taten. Mir wäre da nie in den Sinn gekommen, das nicht zu erlauben oder ihn nicht darin zu bestärken. Genauso darf meine Tochter mit mir am Auto schrauben, denn es ist mir völlig egal was sie tun, solange es sie erfüllt.
Zitat von carlos7:4. Medizinischer und gesundheitlicher Gender Gap
Frauen werden in der Medizin benachteiligt, da Forschung und Behandlung oft am Männerkörper orientiert sind, was zu Fehldiagnosen und unpassenden Therapien führt. Bei Herzinfarkten erreichen Frauen die Notaufnahme zwei Stunden später; Medikamente wirken unterschiedlich (z. B. Digoxin verkürzt Leben von Frauen). Strukturell durch Unterrepräsentation in Studien (nur 1/3 bei Herzmedikamenten); gesellschaftlich durch Ignoranz weiblicher Symptome.
Studien und Belege:
Quarks.de / Gender Health Gap (2024): Beruft sich auf Studien zu Medikamentenwirkungen (z. B. Fluvoxamin: 70-100 % höherer Blutspiegel bei Frauen) und EU-Verordnungen seit 2005; fordert mehr Frauen in Studien.
Das mag in einigen Fällen stimmen, die hier aufgelistet wurden. Es gibt aber auch andere Krankheiten, die vor allem bei Frauen auftreten und auch gut erforscht sind. Bspw gibt es psychische Gebrechen, die bei Männern noch viel seltener sind als bei Frauen und bei denen vorallem die Symptome der Frauen erforscht wurden und zur Diagnose dienen.
Zitat von carlos7:5. Gewalt gegen Frauen
Etwa 35 % der Frauen erleben körperliche oder S. Gewalt, oft durch Partner; strukturell verstärkt durch Diskriminierung vulnerabler Gruppen (z. B. Migrantinnen, Behinderte). Jährliche Kosten: 3,8 Mrd. Euro. Strukturell durch mangelnde Hilfsinfrastruktur; gesellschaftlich durch Machtungleichheiten.
Studien und Belege:
Robert Koch-Institut (RKI-Bericht, 2020): Basierend auf FRA-Studie (2012) und BMFSFJ (2003); Frauen mit Behinderungen 2-4-mal häufiger betroffen; empfiehlt besseren Zugang zu Hilfen.
Zweiter Gleichstellungsbericht: Jede vierte Frau erlebt Partnerschaftsgewalt; besonders Geflüchtete betroffen; empfiehlt Ausbau von Frauenhäusern.
Dritter Gleichstellungsbericht: Digitalisierung fördert Cyber-Harassment; empfiehlt Schutzmaßnahmen.
Hat das wirklich mit Benachteiligung zu tun? Inwiefern? Institutionell? Gesellschaftlich?
Klar ist, dass es diese Gewaltverbrechen gibt, aber es gibt auch Gesetze dafür. Da können wir uns für die Frauenrechte einsetzen wie wir wollen, wenn ein Mann ein A.Loch ist, dann hilft da nichts gegen, leider. Man muss da einfach aufpassen, dass es nicht auf die andere Seite kippt, Stichwort #metoo. Eine Zeit lang mussten dann einige Männer ihre Unschuld beweisen, was grundsätzlich unserer Rechtstaatlichkeit widerspricht. Oder auch der sagenumwobene Fall von Johnny Depp, Gina-Lisa Lohfink und noch einige weitere Fälle. Der Grat ist irre schmal.
Zitat von carlos7:6. Armutsrisiko und Alterssicherung
Frauen haben höheres Armutsrisiko durch niedrigere Renten und Abhängigkeit. Strukturell durch Minijobs und fehlende Anerkennung von Sorgearbeit; gesellschaftlich durch Rollenverteilung.
Studien und Belege:
Hans-Böckler-Stiftung: Studien zum Gender Pension Gap; Frauen in Soloselbstständigkeit besonders prekär.
Zweiter Gleichstellungsbericht: 53 % niedrigere Renten; empfiehlt Reformen der Alterssicherung.
Wir halten fest, rechtlich sind Mann und Frau gleichgestellt. Ich finde eben das innerfamiliäre Leben ist kein Thema für den Staat bzw für die Allgemeinheit, sondern eine Angelegenheit zwischen Eheleuten. Es steht jedem Mensch frei eine/n Partner/in zu finden, der/die passt. Es steht jeder Familie frei sich beruflich selbst zu organisieren und abzusprechen, wie man im Falle einer Schwangerschaft und Geburt damit umgehen möchte. Meiner Meinung nach ist man heute der Auffassung Kinder zu bekommen sei ein Grundrecht, das keine Pflichten nach sich zieht. Wir bekommen ein Kind und beide wollen arbeiten, ok, wir geben das Kind in eine Kita. Diese hat aber kostenfrei zu sein, denn ich brauche ja mein Recht auf persönliche Freiheit. Das soll gefälligst die Allgemeinheit bezahlen.
Dass es Gesetze braucht, die den nichtarbeitenden Part in der Ehe bspw. bei der Rente mitversichert, selbstredend. Ich sträube mich aber zu akzeptieren, dass die Gesellschaft für die Erfüllung persönlicher Wünsche aufkommt.