Ja, das politische Engagement vieler Alleinerziehender ist gering bis nicht vorhanden.
Bei vielen ist die wirtschaftliche Lage so wackelig, dass ein Jobverlust und Abrutschen auf ALG1 die Familie gefährdet. Daher sind sie auch die ersten, die umfallen, wenn Gegenwind kommt.
Feminismus muss Frau sich leisten können.
Aber ob eine Kontrolle der Verwendung der Transfergelder da hilft? Das wird ja auch bei Kindesunterhalt von Vätern und bei (Aufstockungs-)Bürgergeld immer gefordert, dass die Frauen Rechenschaft über die Verwendung ablegen sollen oder am besten in Vorleistung treten und dann Rechnungen einreichen, damit man die Verwendung der Gelder nur für gute Dinge für die Kinder überprüfen kann.
Welches Weltbild steht wohl dahinter? Warum kann man Frauen nicht trauen, Geld oder ihren Körper "sinnvoll" zu verwenden? Warum muss man das kontrollieren? Warum ist der Aufwand, den diese Kontrolle bedeutet, sinnvoll eingesetztes Geld? Und was passiert, wenn eine Frau dabei erwischt wird, das Geld für sich ausgegeben zu haben? Was ist dann die Konsequenz?
Und wieso kommen wir nicht zeitgleich auf die Idee, die Höhe des Unterhalts für Kinder an dem Lebensstil, den der Vater hat, abzugleichen?
Zitat von Fenjal: diejenigen, die wortreich Feminismus propagieren, deren Vita allerdings zeigt, dass der Uterus für sie als weibliches Engagement in Form von Genweitergabe genügt um Frauenrechte durchzusetzen.
Das ist eben die Frage:
Kann man Feministin und gleichzeitig Mutter sein?
Oder schließt das "Einknicken" in das "System Familie" aus, dass man sich für Frauenrechte und gleiche Chancen aller Geschlechter einsetzt?
Wenn aber Feministinnen keine Kinder mehr bekommen, dann erziehen nur noch Frauen, die das System so, wie es ist, völlig ausreichend finden, Kinder.
Zitat von Fenjal: Denn wenn das eigene Lager lahmt, wie sollen geschlechtsandere einen Marathon in Sachen Gleichberechtigung laufen.
Ja, sehe ich genau so.
Ich verstehe, wenn Männer sagen, dass es ihnen in der aktuellen Gesellschaft, so wie es für Frauen und Männer läuft, eigentlich ganz gut gefällt. Oder wenn sie sagen, dass sie es früher eigentlich noch besser fanden.
Umso mehr weiß ich es zu schätzen, wenn Männer abstrahieren können und die Ungleichheit, die ihnen persönlich nützen kann, aus Prinzip ablehnen. Ich finde das charakterstark.
Und ich verstehe nicht, warum nicht mehr Frauen sich solidarisch mit anderen Frauen erklären und für die Rechte von allen einstehen.
Ja, die Gesellschaft belohnt Frauen, die sich selbst zurück zu nehmen wissen, nicht zu laut sind. I sofern wird auch die Aussage, "also ich als Frau, brauche XYZ nicht" belohnt. Es schadet aber eben anderen Frauen doppelt. Daher ist die Aufklärung von Frauen fast noch wichtiger als die von Männern. Auch viele Frauen wissen nicht um ihre geringeren Überlebenschancen in Kliniken. Und sie wissen z.B. nicht, dass ihre Symptome ernster genommen werden, wenn sie einen Mann (kann auch ein erwachsener Sohn sein) mitnehmen, der die Symptome statt der Frau beschreibt. Und zwar unabhängig davon, ob der aufnehmende Arzt männlich oder weiblich ist.
Und dann kommt stets eine Frau um die Ecke, die besonderen Applaus von Männern und Vorteile bekommt, wenn sie sagt, "Also mir wird im KKH immer geglaubt. Ich brauche dazu keinen Mann." Das wird dann als "Post-Feminismus" angepriesen. Sind Imhof aber nur Frauen, die einen persönlichen Workaround in einer Welt gefunden haben, die einer Aussage eines Mannes mehr Gewicht gibt als der Aussage einer Frau.
Zitat von Mann1989: übrigens bei uns in der Schweiz mit hoher Frauenquote
Mehr als 51%?
Zitat von nalea: Warum setzen Frauen sich nicht für die Gleichbehandlung von Frauen ein und nehmen an dem Schaffen fairer Bedingungen aktiver teil?
Manche tun das. Bekommen aber von Männern und Frauen schon ziemlich viel Hähme ab und auch Unterstellungen. Das ist deutlich weniger angenehm, als mit "den Waffen einer Frau" den persönlichen Vorteil durchzusetzen.
Zitat von Mann1989: Und dann möchte man mir noch sagen, dass wir Männer doch sehr wohl eine Lobby hätten? Ja wo denn? Wie zeigt sich das?
Du kannst jedes neue Gesetz und jede Zuweisung von Geldern daraufhin überprüfen, ob dadurch mehr Männern oder mehr Frauen geholfen wird. Das kannst Du auch mit anderen Gruppen machen, z.B. Inländer und Ausländer oder Jung und Alt oder Reich und Arm. Dann siehst Du genau, für wen die Politik gemacht wird, wer also eine Lobby hat.
Privilegien kann man übrigens nur ganz schwer sehen, wenn man sie hat. Sie fallen besonders dann auf, wenn man sie nicht mehr hat.
Zitat von Mann1989: Bei einigen sicherlich ja. Bei anderen wiederum nicht. Generell ist auch die Frau sehr gut erforscht
Das stimmt leider nicht.
Wirklich nicht. Nachgewiesenermaßen nicht.