Zitat von Mann1989: Dennoch erschliesst sich mir nicht, warum der Staat, der ja schon einen ordentlichen Beitrag leistet, zusätzlich die doppelten Rentenpunkte für eine Schwangere zahlen soll, die doch diese Entscheidung aus freien Stücken getroffen hat. Wäre ja was anderes, wenn der Staat hinginge und den Frauen befehlen würde, sie müssen Kinder haben, dann wäre ich bei Dir. Ansonsten bleibe ich dabei, dass man wieder mehr Eigenverantwortung an den Tag legen sollte.
Das ist tatsächlich das Schwierige.
Ich nehme an, daß wir uns einig sind, daß ein Staat, der Frauen befehlen kann, sie müssten schwanger werden, weder mit Deinem noch mit meinem Verständnis von freiheitlicher gleichberechtigter demokratischer Grundordnung einher geht. Richtig?
Vor allem kommst Du ja dann eben auch in das kaum zu manövrierende Feld hinein, daß es nun mal Frauen und Männer gibt, (und das auch noch vermehrt) bei denen das alles nicht mehr so einfach ist. Müßte sich eine Frau, die grundsätzlich Kinder bekommen kann, dann von einem Mann trennen, weil dieser unfruchtbar ist?
Andererseits hat aber ein Staat nun mal ein Interesse daran, daß Kinder geboren werden, also ganz so reine Privatsache ist das nun mal auch nicht.
Und da sind wir noch gar nicht bei den hormonell ablaufenden Programmen unseres Körpers. Jetzt wo mein Östrogenspiegel schwer gesunken ist, stelle ich immer wieder mit großem Erstaunen fest, daß mich da auch einiges an Hormonen fest im Griff hatte (ist ja bei Männern jetzt nicht so viel anders) und die Lockerung des Griffs, so to speak, deutlich wahrnehmbar ist.
Wenn Du mich fragst, läuft schon einiges ganz gut und richtig und insbesondere Kinder zu bekommen, wird vermutlich immer so ein Zwischending bleiben. Also sowohl einerseits die Verwirklichung individueller Wünsche und Ziele, aber eben andererseits braucht es da schon auch strukturelle Gegebenheiten, die dabei helfen. Mir persönlich, aber das hatte ich ja jetzt mehrfach angesprochen, missfällt die völlige Gleichsetzung zwischen Familienpolitik und Feminismus. Als Feministin solidarisiere ich mich mit den Bedürfnissen von Müttern, aber sie sind dennoch nicht deckungsgleich mit meinen eigenen.
Was mich zudem, aber da laufe ich bei Dir vermutlich gleich ins nächste brennende Dorf

, nicht so super glücklich macht, ist, daß Feminismus sehr viel mehr ist, als die paritätische Gestaltung von heteronormativen Paarbeziehungen. So gern ich auch mal mit anderen Frauen über Fragen von Mutterschaft und Care-Arbeit diskutiere, so wenig sehe ich diese dann aber auf mich und meine Lebensrealität eingehen. Aber das ist eigentlich ein Ding zwischen uns Frauen und betrifft dich nun wirklich nicht.