Nalf
Mitglied
- Beiträge:
- 2010
- Danke erhalten:
- 7441
- Mitglied seit:
Denn außer dem Ausbildungserforderniseinwand von EClaire und dem Auswahleinwand (zu dem ich kein Gegenargumente habe) habe ich bislang noch keinen einzigen sachlichen(!) Grund gelesen, warum mein Vergleich hinkt.
Ich selbst streite gar nicht für einen Schwangerensold. Ich streite jedoch stets dafür, Leistungen nicht deshalb abzuwerten oder gratis zu erwarten, wenn sie von Frauen aus Liebe erbracht werden.
Also nochmal: In Deutschland
wurde in den letzten 30 Jahren niemand zum Soldatenberuf oder Auslandseinsätzen gezwungen. Für beides meldet sich der Rekrut/die Rekrutin freiwillig.
In den letzten 30 Jahren wurde in Deutschland auch niemand zum Gebären gezwungen. Den 6 gehen (hoffentlich) auch die Frauen freiwillig ein. Und auch zur Schwangerschaft können sie sich größtenteils freiwillig entschließen.
Die Verteidigung des Landes und die Gestation neuer Staatsbürger sind beides Interessen, die der Staat hat. Fehlende Streitmacht und fehlende Staatsbürger müsste er sonst durch fremde Söldner bzw. Arbeitsmigration ausgleichen.
In den letzten 30 Jahren starben 119 deutsche Soldaten in Auslandseinsätzen und rund 750 Frauen bei Schwangerschaft und Geburt.
Das Lebensrisiko einer Schwangeren ist also 630% höher als das eines Soldaten im Auslandseinsatz.
Für das über 6 Mal geringere Risiko sowie die Unannehmlichkeiten, in einem Zelt in der Wüste zu hocken, werden Soldaten mit 25-110 Euro pro Tag und entsprechenden Altersansprüchen entschädigt.
Für 7 der knapp 10 Monate Schwangerschaft wird ein Mensch in keiner Weise entschädigt. Weder vom Staat noch von dem Elternteil, dem ein Kind im wahrsten Wortsinn geschenkt wird.
Was dafür der historische Grund ist, ist mir vollkommen klar.
Aber welche sachlichen Gründe könnte es im Jahr 2025 dafür geben?
EClair, ich bin ganz bei Dir, dass wir hier extrem hetero normativ und familienzentriert diskutieren. Dass in Deutschland z.B. les.bische Mütter, die mit der Gebärenden verheiratet sind, nicht genauso automatisch Elternteil wird, wie ein mit der Gebärenden verheiratete Mann, ist ein fuqin Skandal.
Und zu behaupten, dass Single Solo Frauen heute Single Solo Männerm gleichgestellt seien, blendet die noch vorhandene gesellschaftliche und berufliche Benachteiligung und Einschränkung völlig aus.
Ich finde es spannend, dass bei Dir die Wurfprämiensich assoziiert hat. Wusstest Du übrigens, dass das Mutterkreuz im 3. Reich nur aus Blech war und mit keinerlei finanziellem oder organisatorischen Vorteil für die Mutter hatte und erst ab 4 lebend geborenen, gesunden Kindern verliehen wurde?
Ich schlage ja keinen Orden für geborene Kinder vor, sondern eine Art Erschwerniszulage für jeden Tag einer Schwangerschaft, wenn zeitgleich gearbeitet wird (was bis auf 6 Wochen vor der Geburt in Vollzeit üblich ist).
Wenn wir das eine Wurfprämie nennen, ist die Auslandseinsatzzulage für Soldaten dann eine "Sterbens- und Staub-Prämie"?
Aber ich find's gut, dass Du diesen Gedanken hattest, weil eben ganz viel rund um die Mutterschaft ideologisch instrumentalisiert würde, statt es wie eine Arbeitsleistung mit schwerem körperlichen Einsatz zu werten. Ich hätte diese Tätigkeit gerne wenigstens auf dem Level eines Ehrenamts, bei dem man in Deutschland z.B. Unfallversichert ist, was Schwangere nur dann sind, wenn sie privat vorgesorgt haben. Nur dass diese Unfallversicherung nicht auf Schwangerschafts- oder Geburtsunfälle erstreckt.
Aber lass uns gerne das Riesenthema Menopause nehmen. Das sind mehrere Jahre der gesundheitlichen Einschränkung, für die Frau von Pontius zu Pilatus laufen muss, um gesunderhaltende Medikamente zu bekommen. Auch das ein fuqin Skandal.