Uiuiuiui, da geht man mal nen Nachmittag ein Eis essen, na dann schauen wir mal:
Zitat von Mann1989: Ja, dessen bin ich mir bewusst. Nur ist die Definition sehr schwammig. Oder kannst Du mir lupenrein aufzeigen, wann eine Frau ermordet wird, weil sie eine Frau ist?
Das kann im Moment keiner. Die Maßstäbe, die du angesetzt haben willst und ansetzt und auf welche ich gleich noch einmal zurück kommen werde, gibt es so nicht. Denn es besteht zunächst im Grundsatz noch Uneinigkeit darüber, was denn eine Beziehungstat vom Femizid unterscheidet und je nach Coleur der jeweiligen eigenen Überzeugung wird darüber versucht abzuwiegeln oder zu pushen.
Festzuhalten aber wäre, romantische Partnerschaften entpuppen sich häufiger für Frauen als tödlich als für Männer.
Es würde ja hübsch beschrieben, eine Scheidung kostet zumeist den Mann sehr viel Geld und eventuell das Aufenthaltsbestimmungsrecht (weder die Obsorge noch das Sorgerecht), daher sehen manche hier Männer benachteiligt. Das ist also eine der (berechtigten) Sorgen von Männern. Eine der berechtigten sorgen von Frauen ist, daß eine Partnerschaft durchaus tödlich für sie ausgehen könnte.
anekdotisch: hast Du mal Frauen gefragt, wie das für die ist, wenn sie sich als einzige Frau in einem Meeting oder Raum wiederfinden und dann vergleich das mal mit den Erfahrungen die Männer machen, wenn sie der einzige Mann sind.
Zitat von Metalmaniac: Dann aber erleben muss, wie genau die gleichen Frauen, die verbissen den Geschlechterkampf führen, sich NULL KOMMA NULL für Frauen einsetzen, die wirklich unterdrückt werden. Die zwangsverheiratet werden, denen wirklich AUCH IN DEUTSCHLAND verboten wird, zu arbeiten und teilweise sogar ohne männliche Begleitung nicht einmal auf die Strasse dürfen. Ich will hier kein Migrantenthema aufmachen, ich weiß selber dass das nicht für alle gilt.
Aber man bekommt einfach den Eindruck, dass hier mit unglaublicher Energie um jeden Millimeter gekämpft wird, um Toiletten auf Raststätten, um die Frage ob das Gender GAP nun 2% oder 5% beträgt, über Menstruationsgerechtigkeit und andere Dinge (alles hier im Forum).
Ich will all diese Probleme nicht kleinreden. Aber was ist das im Vergleich zu einem 14 jährigen Mädchen, das mit einem 35 jährigen Mann zwangsverheiratet wird und die nie eine Wahl hatte?
Und von niemandem, auch hier in der Diskussion, wurde diese Mädchen angesprochen. Weil es offenbar egal ist.
Und warum? Das verstehen viele Männer (zu denen ich auch gehöre) nicht.
Zitat von Mann1989: Ich hätte gerne deine subjektive Sicht abgeholt und hatte mir offengesagt eine etwas konstruktivere Antwort erhofft. Denn oftmals ist es ja so, dass man etwas empfindet, das in der Realität gar nicht so ist oder wofür es plausible Gründe gibt.
Also genau genommen verfolgst du zwei Strategien: die erste ist, daß Du dem Feminismus vorwirfst, daß er so lange er sich nicht auch um von dir definierte Gruppen kümmert, kann dieser kein echter Feminismus sein. Und zweitens, möchtest Du persönliche Sichtweisen hören, bei denen Du von vornherein aber schon weißt, daß diese nicht zur Begründung des Feminismus taugen, weil die Frauen, die das so erleben, einfach da nicht genau genug hingeschaut haben (Du aber schon).
Bei ersterem spielst Du wie bereits angesprochen Gruppen gegeneinander aus.
Zitat von Metalmaniac: Findest du das nicht ein wenig armselig. Niemand spielt hier diskriminierte Gruppen gegeneinander aus.
Nein finde ich nicht armselig, denn das ist tatsächlich was Du machst. Du sagst, ein Feminismus, der sich eben nicht um eine bestimmte Gruppe von Frauen für Dich sichtbar kümmert, ist es nicht wert sich damit auseinanderzusetzen.
Völlig davon abgesehen, daß der Feminismus so nicht existiert, sondern innerhalb dieser Bewegung es Strömungen gibt und diese auch nicht darauf gewartet haben, daß da ein Mann Fragen hat oder der Meinung ist, er wüßte es besser, verfängt die Argumentation nicht. Sich mit strukturellen Benachteiligungen auseinanderzusetzen und diese sichtbar zu machen, wird nicht dadurch obsolet, weil man sich an der Stelle nicht auch um das Aussterben der Bienen kümmert.
Du bedienst Dich in Deiner Argumentation häufig des whataboutism, Goalpost shifting und der Polemik.
Zitat von Mann1989: Werte Queen, dann verwechselst Du jetzt Feminismus mit Humanismus. Denn Feminismus hat ganz klar andere Ziele als "das Geschlecht spielt keine Rolle". So leid es mir tut.
Feminismus ist Humanismus.
Zitat von Blindfisch: Wenn es eine Frau schafft, mit eigener Leistung in den Bundetag, in die Vorstandsetage oder sonstwo an irgendeiner Spitzenposition zu kommen, sollte man das nicht würdigen und unterstützen? Welche "Gefühl" hat dann eine Frau, die weiß, das sie nicht durch Leistung sondern durch Quote an ihren Posten gekommen ist?
Also ich wäre super fein damit. Es ist mir völlig Wurscht, ob ich aus Leistung oder aus Quote bezahlt werde. Ich möchte die gleichen Chancen wie ein durchschnittlicher Mann, der ewig die Karriereleiter hochfällt, aber dann doch von einem Team von Frauen unterstützt wird. Ich will nicht besser sein müssen, ich will das aus dem Petersprinzip ein "Peter und Petraprinzip" wird und wenn das mittels Quote zu erreichen ist, immer her damit.
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-PrinzipEine der wirklich interessantesten Aspekte rund um die Quotenregelung war der, wie mittels feinsinniger "Du willst doch für Deine Leistung gewürdigt werden und nicht aufgrund Quote" die internalisierte Misogynie von Frauen getriggert wurde und es tatsächlich Frauen gibt, die dieser Argumentation folgen. Mit Verlaub, ich kenne einfach keinen einzigen Mann, der sagen würde, huch die Beförderung habe ich mir nicht erarbeitet, deswegen will ich sie nicht
🙃 Das mag jetzt natürlich an den Männern liegen, die ich so kenne.
aber seien wir mal ganz ehrlich, die Quote ist ein Problem für Männer (und zwar nur bestimmte), die
Zitat von sinnet: Tja, wenn Mann halt zur privilegierten Gruppe gehört, dann fühlt sich Gleichberechtigung an wie Diskriminierung.
Preach. Es gibt inzwischen genug Studien, die besagen, daß inklusive Teams deutlich besserer und vor allem nachhaltigere Lösungen und Strategien in der Arbeitswelt entwickeln. Da es in diesem Team (zB Vorständen) nun aber schon eine Gruppe gibt, die überproportional vertreten ist, erfolgt Nachbesetzung eben jetzt erst einmal anders. Haben wir dann genug Diversität in den Teams erreicht, dann erfolgt Nachbesetzung halt auch wieder gleichberechtigt.
Zitat von Worrior: Meine Überlegung wäre ob mir so eine Frau Hilfe leistet wenn ich krank bin?
Oder dies ablehnt weil ich ein Mann bin und zudem nicht religiös konform?
Das fand ich eine sehr interessante Frage.