Oha, hier ist ja was los.
Ok, also mal ganz allgemein:
1. Es gibt nicht den Feminismus, sondern viele verschiedene Richtungen.
Die Frage war, wo Frauen sich im Alltag benachteiligt fühlen, WEIL sie Frauen sind.
1. Bei der Carearbeit
Frauen übernehmen deutlich mehr Carearbeit, selbst dann, wenn sie bereits wieder arbeiten. Die Organisation von Kindergeburtstagen, Geschenken und Playdates übernehmen überwiegend Mütter.
Nachts aufstehen bleibt oft an der Frau hängen, weil "er das Kind nicht hört, er hat einfach so einen festen Schlaf" - Nein, er weiß einfach, dass die Mutter zur Not übernimmt, dementsprechend ist diese innere Alarmbereitschaft, wenn das Kind schreit, eher mäßig ausgeprägt.
Arztebsuche, die Pflege von Angehörigen, Haushalt bleiben überwiegend an der Frau hängen, weil viele Männer sich doof stellen und behaupten, sie könnten es naturbedingt nicht sehen, wenn der Mülleimer voll ist.
Selbst die Arzttermine für ihren Partner machen häufig Frauen.
Draußen mit den Kids auf den Spielplatz, das Baby im Kinderwagen schieben oder die Brotdosen packen... machen überwiegend die Frauen. Und das ohne, dass das mal anerkannt wird.
Während dessen ist der Vater, der mit seinem Kind zu McDonalds geht der "coole lockere Papa". Macht das die Mutter, ist sie zu faul zum kochen.
Ein Mann der seine Kinder "babysittet", wird mit "Du hast aber einen lieben Mann" gelobt.
Ein Mann wird sicherlich nicht hören, wenn er ohne Kids unterwegs ist:"Oh, und wer passt auf die Kinder auf?"?
"Na, die Mutter natürlich"
"Du hast aber eine liebe Frau. Toll, dass sie auf die Kids aufpasst, während du unterwegs bist."
Es gibt mehrere Studien dazu, dass Männer von einer Beziehung mehr profitieren, als die Frau. Das bedeutet nicht, dass Frauen in einer Beziehung gar nicht profitieren, aber nicht so sehr wie Männer.
2. Bei der Jobsuche/ Ausführung
Das fängt schon damit an, dass Frauen immer noch durchschnittlich weniger verdienen bei gleicher Arbeit. Und nur weil es nicht überall so ist, heißt es nicht, dass es das gar nicht mehr gibt.
Frauen müssen aufgrund der Übernahme des Hauptteils der Carearbeit häufiger in Teilzeit gehen.
Frauen werden aufgrund der Tatsache, dass sie schwanger werden können und anschließend in Elternzeit gehen bei Bewerbungsverfahren ebenfalls benachteiligt.
Wenn das Kind krank ist, wird meistens zuerst die Mutter angerufen, welche dann auch anschließend Zuhause bleiben darf, weil der Mann ja mehr verdient.
Wichtig zu betonen ist, dass es natürlich völlig in Ordnung isz, wenn beide Elternteile sich freiwillig dafür entscheiden und sich damit wohlfühlen.
Denn ich weiß, dass sonst ganz schnell wieder kommt "Ja, aber vielleicht will sie es ja so."
Ja, genau darum geht es: Die Wahl zu haben. Ohne dass sich dieses Elternpaar dafür rechtfertigen muss, warum vielleicht auch mal der Mann mit dem Kind Zuhause bleibt und die Frau Karriere macht.
Des Weiteren werden Frauen in ihrem Job oft nicht so respektvoll behandelt, wie Männer.
Sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz, sowie das Ausnutzen von Machtstrukturen im Zusammenhang dessen sind auch keine Geschichten aus dem Paulanergarten.
Musste sich eigentlich schon mal ein Mann vorwerfen lassen, er hätte sich hochgeschlafen?
Sexualisierung:
Frauen werden bei sexuellen Übergriffen gerne mal gefragt:"Was hattest du denn an?" Wurde ein Mann hier schon mal sexuell belästigt? Wurde ihm dann auch diese Frage gestellt?
Frauen müssen Angst haben, dass sie heimlich gefilmt werden, zB in Schwimmbädern, Umkleiden, öffentlichen Toiletten oder der U-Bahn.
Frauen werden ständig bewertet (Brust zu klein, Hintern zu flach, sie hat Falten, ist geschminkt/ ist nicht geschminkt, zu dünn, zu dick etc.). Es gibt Männer, die am Badestrand liegen und Frauen einstufen, wie f**klar sie sind. Einfach mal an einer Gruppe Männern vorbei gehen, nein, das ist nicht schön. Selbst wenn man ein Kind dabei hat, kommen plumpe Sprüche, was für einen g*ilen Ar. man hat.
Mindestabstand, davon haben auch viele Männer noch nichts gehört. Schon gar nicht auf der Autobahn. Ich wurde noch nie von einer Frau mit dicht auffahren und Lichthupe bedrängt.
Wenn Politikerinnen, Feministinnen etc im öffentlichen Fernsehen sprechen, wird selten auf den Inhalt eingegangen, sondern vorzugsweise das Aussehen bewertet. Wer einen Beweis möchte, der darf gerne mal Videos von Heidi Reichenek auf Tiktok ansehen und sich die Kommentare darunter anschauen. Da wird nur ihr Aussehen bewertet.
In Beziehungen:
Frauen werden immer noch anhand der Anzahl ihrer Sexualpartner bewertet. Frauen gelten als Schl*mpen, minderwertig und billig, wenn sie viel Sex haben. Männer dagegen sind erfahren, richtige "Hengste" und erzählen dann immer was von "früher" oder "in der Natur". Leute, wenn ihr euch auf die Natur beruft, dann fragt euch mal, warum ihr Medikamente nehmt, warum ihr Kuhmilch trinkt, warum ihr nicht mehr jagen geht, warum ihr euch operieren lasst bei Krankheit etc. Ist auch alles nicht natürlich, aber ihr habt doch einen Kopf zum denken. Man kann sich doch wohl weiterentwickeln und den neuen Lebensbedingungen anpassen.
Frauen wird immer noch gesagt, wie sie sich zu kleiden haben. Selbst rennen die Männer aber oberkörperfrei am Strand rum, tragen beim Radsport knallenge Radlerhosen, wo man sofort erkennt, ob er Rechts- oder Linksträger ist und liken Bikinibilder fremder Frauen.
Mich hat nicht zu interessieren, wer was trägt und wenn, dann behalte ich es für mich.
Zum Thema *beep* vor Kindern: die Leute aus dem Osten sind mit FKK großgeworden. Die Kinder sind alle bestens geraten. Der Kontext ist wichtig, schließlich gibt es einige Völker, wo die Frauen ebenfalls oberkörperfrei rumlaufen.
Zitat von Metalmaniac: Der ist beim Feminismus gesellschaftlich eher anerkannt, über Menschen, die aus Männersicht argumentieren wird eher die Nase gerümpft. Meine Wahrnehmung.
In diesem Forum less ich so oft, wie völlig zusammenhangslos in sämtlichen Themen einige User immer wieder anfangen über Feministinnen zu spotten. Da sagt in der Regel der Großteil nichts.
Zitat von Metalmaniac: Diese Wut, diese Frustration, dieses ständige dominieren müssen, diese Abwertungen. Dein Leben scheint ein einziger Kampf zu sein.
Wut ist angemessen.
Frust, das interpretierst du rein.
Dominiert werden und wurden immer noch die Frauen. Diese fangen nun an sich zu wehren. Veränderungen fanden selten statt, wenn nett drum gebeten wurde.
Abwertungen: Wenn ich mal alle Begriffe gegenüber Feministinnen und Feminismus an sich, nur in diesem Thread sammeln würde, da wären die Männer ganz weit vorne. Nur als Beispiel, was ich hier häufig lese (und was unkommentiert stehen gelassen wird):
-Frauen "befeuchten"
-Schneeflöckchen und Einhörnchen
-Berufsempörerinnen
-jammernde Frauen
-Narzisstin
-Ideologie
-Faschismus
-Moralpolizei
-Opferhaltung
-Eunuchen (männliche Feministen)
-frustriert
-Soja-Sören
-Katzenlady
-Resterampe
...
etc. Nur Beispiele
Zitat von Metalmaniac: Wenn man schon den Fehler gemacht hat und sich mit einem solchen Expemplar eingelassen hat (ich weiß, die Hormone und das betörend-maskuline Auftreten
Nein, Frauen, die sich auf den Falschen einlassen wiederholen oft ein ihnen bekanntes Muster, d.h. wenn zB der Vater schon sparsam mit Liebe war oder die Mutter wie ein Putzlappen behandelt hat, ist das, so paradox das klingt, das, was das Kind unter Liebe versteht. Das bedeutet, dass Frauen Sicherheit und Liebe verspüren, wenn sie einen toxischen Mann haben.
Weiterhin verstellen sich viele Männer. Anfangs zauberhaft, so zeigen sie nach der Ehe/ Geburt whatever plötzlich ein ganz anderes Gesicht, manipulieren die Frau, bis sie an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifelt... um mal einige Gründe zu nennen.
Zitat von Metalmaniac: dann sollte die Frau spätestens jetzt ins Handeln kommen. Anstatt in eine Opferhaltung zu verfallen sollte sie diesen Mann rauswerfen und ein 50 zu 50 Wechselmodell vereinbaren
Die Welt ist aber nicht so einfach, wie du es dir vorstellst.
Zitat von Metalmaniac: Aber versetze dich mal in die Lage eines Mannes, der sehr wohl bereit ist, bei der Karriere zurückzustelcken, der den Haushalt zu mehr als 50% macht weil die Partnerin regelmäßig 12-14 Stunden arbeitet und richtig Karriere macht. Und der dann regelmäßig (auch gerne in Film und Werbung) sieht dass der wilde, harte Mann angehimmelt wird. VON FRAUEN.
Oh Gott, also dass Männer sich due falschen Filme ansehen, dafür können Frauen nun wirklich nichts. Übrigens werden die netten Männer in Filmen oft die Prinzen:
Nachricht von Sam
Ritter aus Leidenschaft
Arielle
Traumfrauen
Aladdin
Titanic
Notting hill
etc. Die lieben Männer, die gewinnen dort die Frauen.