Zitat von Balu85: ach komm...es geht hier ersten um Deutschland und nicht irgendein anderes Land. Und dann ist es ja wohl ein Unterschied ob ein Elternteil unerwartet stirbt oder ob von vornherein klar ist da kann es niemanden geben.
Jetzt wäre die Frage ob das überhaupt ein Thema bei der Gleichstelltungsproblematik ist? Ich weiß es nicht...ist es eins?
Ich nin mit nicht sicher ob es auch hier greift...Unterhaltsvorschuss vom Staat? Bei einer Frau dessen Partner unerwartet stirbt (mögliches Erbe mal völlig außen vorgelassen) würde ich da jetzt nicht das Problem sehen. Wird aber grundsätzlich davon ausgegangen naja...ich bekomme ein Kind ohne Mann dazu und der Staat gibt mir noch bissl was dazu.Da hätte ich so meine Fragen.
Vielleicht liegt es ja nur am mir, aber irgendwie habe das Gefühl das du meine Beiträge, Ansichten oder Fragen womöglich in den falschen Hals bekommst.
Vielleicht hilft es dir mich besser zu verstehen, wenn ich dir sage, dass ich ein Mensch bin der zwar immer gerne auf andere vertraut hat, aber sich im Hinterkopf immer die was wäre wenn Frage gestellt hat. Einer meiner größten Albträume war es vor bald 20 Jahren mal ungeplant schwanger zu werden und am Ende mit dem Kind komplett alleine dazustehen. Mir war damals leider nur noch nicht bewusst, dass die bloßen Gedanken daran und ohne jede offenkundige Gefahr innerhalb der gelebten Realität dennoch wahr werden könnten;-) Er und ich waren bereits mehrere Jahre ein Paar, wohnten zusammen, arbeiteten teilweise sogar zusammen und waren uns von Anfang an einig irgendwann einmal ganz klassisch zu heiraten und Kinder zu bekommen. Tja und dann kam alles anders. Ich wurde zu dem denkbar schlechtesten Zeitpunkt ungeplant schwanger. Während für mich die halbe Welt zusammenbrach und ich nur noch 2,5 Wochen Zeit hatte eine endgültige Entscheidung diesbezüglich zu treffen, jubelte er und schmiss ganze Lokalrunden. Als ich ihm sagte, dass er sich unter keinen Umständen zu irgendwas gezwungen fühlen müsste, sondern erstmal ein paar Nächte drüber schlafen soll, hatte er offensichtlich viel Mühe damit, mich nicht als krankhaft misstrauische und paranoide Irre abzustempeln!
Ich wollte ihm daher gerne glauben und mich vertrauensvoll darauf ausruhen, als er vor mir auf die Knie fiel, mir einen Antrag machte und mir obendrein auch noch ne EC-Karte für ein neues (fortan leeres) Bankkonto in die Hand drückte (ja, heute kann ich darüber lachen, damals hingegen dachte ich so manches Mal ob ich nicht tatsächlich irre wäre und mir meine negativen Gedanken nur einbilden würde). In den 2 Wochen die ich noch Zeit hatte, ging ich viel spazieren und versuchte mir mein Leben jeweils mit und ohne das Baby in mir vorzustellen. Dabei war die zentrale Frage immer : Werde ich finanziell und emotional im Stande dazu sein, dass notfalls auch alleine zu packen? Werde ich damit leben können, wenn ich mich meinen Lebtag daran erinnern werde, dass es das erste Kind schon einmal gab? Was passiert, wenn mir bei der Geburt oder später etwas zustößt? Wer kümmert sich dann mit all seiner Hingabe und Kraft um mein Kind?
Auf alle diese Fragen hatte ich selbstverständlich nur bedingt Antworten, aber eins wusste ich dann sehr genau. Nämlich das ich alles in meiner Macht stehende und darüber hinaus tun würde, um dem Baby ein glückliches und sorgenfreies Leben ermöglichen zu können. Auch dann wenn der Vater seine Meinung ändern sollte. Spoiler...der Vater änderte seine Meinung, vergaß aber mir das auch genau so zeitnah mitzuteilen.
Um das Ganze mal abzukürzen.. Ich habe es damals und trotz der Situation als absolutes Privileg empfunden eine Frau im muckeligen Deutschland zu sein, die ganz frei und allein darüber entscheiden konnte, ob sie ein ungeplantes Kind bekommt oder nicht. Männern steht dieses Privileg nun einmal nicht zu, wenn eine ungeplante Schwangerschaft im Raum steht. Im Sinne der Gleichberechtigung des
Kindes finde ich, dass es daher nur fair ist, wenn jeder das leistet zu dem er selbst eben auch beigetragen hat