Zitat von Nalf: Wenn zwei zusammen ziehen, können sich Synergieeffekte ergeben. Wenn Frau dann den Boden saugt, saugt sie seinen Dreck mit weg. Wenn Mann das Abendessen kocht, schnibbelt er die doppelte Menge an Gemüse, etc. Und macht damit ihre Arbeit mit.
Schon in dieser Konstellation zeigt sich, dass manche das 3-8malige Rasenmähen im Jahr gerne als gleichwertig mit dem Putzen des Bads ansehen möchten. Oder den Umstand übersehen, dass eine Person in der Partnerschaft deutlich mehr für die gute Stimmung im Haus zuständig ist,dem anderen zuhört,ermuntert, aufbaut, mental co-reguliert, als umgekehrt.
Ich meins nicht böse, aber für mich ist deine Sicht auf Beziehung und Liebe irgendwie anstrengend und nicht erstrebenswert. Für mich schliesst sich das Wort Liebe beim gegenseitigen Aufwiegen aus. Man hat mir mal beigebracht, Liebe misst nicht, Liebe ist.
Wenn ich dann lese, dass ein Bad zu putzen mit Rasenmähen verglichen wird und man das gegeinander aufwiegt, dann raubt mir das jegliche romantische Gefühle. Für mich ist was Du zuletzt schreibst "gute Stimmung, zuhören, zu eden, mentale Co-Ragulation" eine selbstverständliche Balance in der Beziehung, zu der beide gleichermassen Sorge tragen. Mal komme ich nachhause und bin dankbar wenn mich meine Partnerin auffängt, und wenn sie an PMS mit Stimmungsschwankungen leidet nehme ich sie in den Arm und tröste sie. Für mich ist Liebe kein Wettbewerb, sondern ein Ergänzen der gegenseitigen Stärken und Schwächen gepaart mit grossem, gegenseitigen Verständnis.
Zitat von Nalf: Und dann gibt es da noch welche, die denken, dass derjenige, der die 25 Stunden Kimderbetreuung des anderen Elternteils übernommen haben, damit auch gleich die 50% des Haushalts des anderen und 100% des Haushalts des Kindes und am besten noch die emotionale Versorgung des hart arbeitenden Elternteils übernommen hätten und über diese Arbeitsverteilung glücklich und dankbar zu sein hätten.
Ich kenne diese Situation nur in Verbindung mit...
Zitat von Nalf: indem sie ein gemeinsames Konto führen und gleichberechtigt darauf zugreifen und für beide Elternteile private Rentenvorsorge betreiben.
und erachte es aus diesem Grund als völlig richtig und fair. Ich persönlich kenne eine Menge Leute, aber wirklich niemandem der nur das Modell von oben lebt.
Zitat von Nalf: Damit hätten sie dann,wenn man sich die Kosten für die Baustoffe teilt, etwas ähnlich anstrengendes, gefährliches und die Familie konstituierendes oder erhaltendes wie die Frau geleistet. Gibt es dazu Widerspruch?
Mein Widerspruch gilt einzig und allein der Tatsache, dass es Dir freisteht zu entscheiden, ob Du überhaupt schwanger werden willst oder nicht. Du setzt dich absolut freiwillig deiner beschriebenen Gefahr aus und somit ist das doch das B. deiner Familie und nicht das von der gesamten Gesellschaft.
Man könnte doch den Spiess auch umdrehen und sagen, sobald eine Frau schwanger wird, soll sie doppelte KK-Prämien bezahlen, denn Schwangere müssen zwangsläufig häufiger zum Arzt, werden auch eher mal krank und tragen eine zweite Person mit sich herum, die auch versichert sein muss.
Oder der Extremsportler, der Risikoprämien zahlen muss. Sollen wir da als Gesellschaft hingehen und sagen, "nein, der soll nicht mehr als die anderen bezahlen?", obwohl er einem persönlichen Hobby frönt, das gefährlich ist?