Zitat von Blindfisch:Könnte was dazu beitragen.
@blindfish, Danke fürs teilen des Videos:
Mir ist wichtig, dass wir in der Geschlechterdebatte Widersprüche ansprechen können ohne, dass es ein Gegeneinander wird, sondern ein Miteinander bleibt. Das Video passt ja ganz gut.
Ich habe mir das Video von Tamara Wernli (Kanal „TAMARA.“) angesehen, in dem sie eine interessante Beobachtung teilt: In der Geschlechterdebatte wird sexuelle Selbstdarstellung unterschiedlich bewertet je nachdem, in welchem Kontext sie passiert.
Ihr Beispiel: 2018 wurden die „Grid Girls“ in der Formel 1 abgeschafft, mit dem Argument, das sei sexistisch. Einige der betroffenen Frauen sagten jedoch, sie hätten den Job gern gemacht und gut verdient. Gleichzeitig werden Künstlerinnen wie Beyoncé oder Madonna, die ebenfalls sehr freizügig auftreten, von vielen als feministische Ikonen gefeiert.
Aus akademischer Sicht liegt hier ein Spannungsfeld zwischen Choice Feminism („jede Frau entscheidet selbst“) und struktureller Kritik (die Frage, wie frei Entscheidungen in einem von Machtverhältnissen geprägten Umfeld wirklich sind). Tamara fragt: Warum wird im einen Fall Selbstbestimmung gefeiert, im anderen Fall aber beschnitten?
Ich selbst bin für Gleichberechtigung in ihrer besten Form eine, die keinem Geschlecht schadet und keinem Vorteile verschafft, so
ndern fair ist. Feminismus sollte bedeuten, dass Frauen und Männer gleichermaßen respektiert werden auch in ihren Entscheidungen über ihren eigenen Körper und ihre Darstellung. Gerade deshalb lohnt es sich, solche Widersprüche offen, sachlich und ohne Feindbilder anzusprechen.
Ich persönlich hätte die jungen Frauen direkt gefragt, wie sie öffentlich auftreten möchten. Denn oft ging es weniger um die Frage ob sie dort arbeiten wollen, sondern vielmehr darum, dass die „Uniformen“ aus einem männlich dominierten Umfeld heraus vorgegeben wurden. Ein ähnliches Muster sieht man im Leistungssport, wo zum Beispiel Turnerinnen vorgeschrieben wird, in sehr knapper Kleidung anzutreten ob sie das selbst so möchten oder nicht.