Zitat von Abendrot: Wegrennen führt leider selten zum Erfolg, sich fallen lassen und wegrollen , was ist das für eine Taktik ?
Das ist die Technik, die in den von der Landespolizei über die Schulen vermittelten Selbstbehauptungskursen für Schulkinder gelehrt wird, wenn einem Angreifer nicht mehr ausgewichen werden kann. Insbesondere wenn er größer ist.
Zitat von Zaungast: Und das übt dein Kind regelmäßig auf Betonboden?
Nein. Wieso sollte es?
Die Techniken wurden ganz normal in Schulsporthallen geübt und sollen regelmäßig aufgefrischt werden, um unter Adrenalin abrufbar zu sein. Machen wir auf einem Airtrack.
Zitat von Zaungast: Doch bitte nicht vorher rumkullern.
Man kann alles ins Lächerliche ziehen. Aber wenn Du aktuellere Informationen zu Selbstbehauptung und Selbstverteidigung von Kindern hast als die Trainer der Polizei, dann immer her damit. Ich lerne gerne dazu. Denn es geht ja um Sicherheit und nicht ums Ego, gell?
Zitat von Zaungast: Gab es so eine Situation schon mal für ihn?
Ich hatte die Situation schon zwei mal live mit Frauen, die von aggressiven Männern angegangen wurden. Ich würde nicht angegriffen, nur wüst beschimpft und bedroht. Aber wir waren dann auch schnell in meinem Auto.
Und mein Kind hat beim Selbstbehauptungstraining eine ähnliche Technik gelernt, dass man nie den Aggressor zu hindern versucht oder anspricht, sondern das Opfer anspricht und mit ihm unter einem Vorwand wegzukommen versucht. Bei ihm war das Training auf den Schulhof bezogen. Dass er z.B. eine Keilerei nicht mit "Lasst das!" oder "Lass den XY los!" unterbricht, sondern mit "Hey, XY, Du sollst ins Schulbüro!", damit der Unterlegene ohne Gesichtsverlust rauskommt und der Aggressor vor eine Situation gestellt wird, die er nicht erwartet. Er nutzt das manchmal, um sich aufschaukelnde Kabbeleien darum, wer Recht oder den Ball hat, unter seinen Kumpels abzukürzen. Ein beherztes "Ich geh zum Kiosk, wer noch?" hat da wohl schon mal gereicht.
Zitat von Zaungast: Alles Fälle wo ein Mann Frauen helfen wollte.
Statt das jetzt zum Anlass zu nehmen, sämtliche Hilfe einzustellen, wäre eine Analyse der Taten ganz hilfreich, um zu sehen, welche Herangehensweise zu Eigengefährdung geführt hat und ob die Experten(!) zu einem anderen Vorgehen raten. Denn jedem einfach nach bestem Vermögen eins auf die Nuss zu geben, ist vielleicht naheliegend, aber vermutlich nicht klug. Ob das diese Männer in der jeweiligen Situation getan haben, wäre dann zu klären, bevor man schnelle Schlüsse zieht.
Zitat von Wurstmopped: Im Krieg geht es um "Nachschub" nicht zwingend Qualität
Genau das. Und die Wehrpflicht in der bislang bekannten Form bietet ja auch nur Masse und nicht Klasse. Mein Bruder war genau 2 Mal am Schießstand mit abgezählter Munition. Wenn der statt dem Wehrdienst ein Jahr lang jeden Samstag zum Paintball gegangen wäre, wären seine Überlebenschancen im Ernstfall vermutlich besser.
Zitat von Ema: Ich denke nur, die Möglichkeit hat nicht jeder.
Das denke ich auch. Und wie bei jeder Katastrophe trifft es dann die Ärmeren, weniger Gebildeten, schlecht Vernetzten und die Heroischen als erstes und besonders hart.
Ein Grund mehr, sich von der Alternativlosigkeit oder Unausweichlichkeit bestimmter politischer Schritte nicht allzu schnell überzeugen zu lassen und sie auch nicht widerstandslos hinzunehmen.