Zitat von SchlittenEngel: dass die sichersten Länder für Frauen ( Dänemark, Island, Finnland....)
Der Fairness halber muss man da allerdings berücksichtigen, dass dies auch Länder sind, die bei Weitem nicht so dicht besiedelt sind.
Daneben ist mir nicht ganz klar, wie man bei solchen Erhebungen Effekte von Sensibilisierungen ausschließen will/kann, denn:
https://fra.europa.eu/en/publications-a...men-surveyAus dieser (nicht ganz aktuellen) Erhebung geht hervor, dass eben jene Länder Spitzenreiter bei den Meldungen sind.
EINE Erklärungsmöglichkeit dafür wäre, dass dort auch eine höhere Sensibilität für das Thema besteht und diese Länder niedrigschwellige Hilfsangebote etabliert haben.
In anderen Ländern, in denen Gleichberechtigung noch weniger ein gesellschaftliches Thema ist, sind die Zahlen niedriger.
Entweder kann man hier den Schluss ziehen: Gleichberechtigung führt zu mehr Gewalt gegen Frauen.
Oder: in den anderen Ländern wird solches Verhalten eher als "typisch männlich/Ausrutscher/passiert halt" abgetan und daher gar nicht erst gemeldet.
Hier weiß wahrscheinlich der Geier, was wahr ist.
Zur Prävention/Gleichstellung hier einige Ideen:
- Heimwegtelefon oder Panikknopf-App (gibt's z.B. in Griechenland, soweit ich weiß) öffentlich bewerben.
- Alk (ist ein Faktor, der zumindest eingegrenzt werden könnte, z.B. durch eine Promillegrenze im öffentlichen Raum wie beim Fahrrad (ab 1.6 gibt's immer Punkte, ab 0.3 bei "Ausfallerscheinungen"), dann sind auch alle glücklich, die nur ihr Feierabendgetränk wollen). Ergibt einfach keinen Sinn, dass ich zwar nicht besoffen Fahrradfahren darf und bei einer Kontrolle ab 1.6 Promille zur MPU muss, aber mit 1.8 noch durch die Stadt wanken ist okay.
- mehr spezifische Angebote zu Impulskontrolle und Konfliktlösungen schon in der Grundschule. Sehr oft erlebe ich immer noch im schulischen Bereich (insbesondere Grundschule), dass da die Schultern gehoben werden und gesagt wird: "Naaaajaaa, sind halt Jungs." Daneben erlebe ich SEHR häufig, dass auch Straftaten wie Körperverletzungen/Diebstahl etc. gerade im schulischen Bereich von Eltern nur in sehr schweren Fällen zur Anzeige gebracht wird. Ansonsten gehen die davon aus, dass das die Schule schon irgendwie regelt und die kleinen Rambos bestraft. Ich rate inzwischen in den meisten Fällen zur Anzeige, auch damit ein entsprechendes Signal an die Eltern und den Täter/die Täterin rausgeht, dass es sich nicht "nur" um ein kleines Vergehen handelt, sondern um eine Straftat. Bei Häufungen meldet sich dann bei nicht Strafmündigen im besten Fall das Jugendamt.
- Aufbau von SocialAwareness. Ich habe in der geschilderten Situation den Weg gewählt, bin umgekehrt und habe die Jugendlichen zusammengefaltet. Laut genug, dass umstehende Erwachsene das hören konnten. Als die Gruppe sich vom Acker gemacht hatte, habe ich drei ältere Paare, die da rumstanden direkt angesprochen: dass es schön gewesen wäre, wenn sie auch reagiert hätten und sicher nicht wollen, dass ihre Töchter/Nichten/Enkelinnen so behandelt werden und das widerspruchslos geduldet wird. Man kann und darf solchen jungen Männern ruhig das Feedback geben, dass es weder lustig noch ein Kompliment ist, sondern Belästigung Minderjähriger.
- Selbstverteidigungseinheiten für Jungen und Mädchen in den Sportunterricht verpflichtend integrieren. Nützt mehr als zu wissen wie man einen Badmintonschläger hält.
- Bevölkerung und Anreiner stärker einbinden bei der Nutzungsplanung von öffentlichen Räumen. Konkretes Beispiel hier: am Bahnhof ist ein kleiner Park, der sogenannte "Junkierasen". Ich habe wenig Angst in der Stadt, aber diese Haltestelle meide ich nachts. Ich will nicht besoffen angelallt und aggressiv angeschnorrt werden. Ordnungsamt und Stadt belassen es dabei, weil so Zugriffe und Kontrollen für die Polizei "leichter" sind, wenn man weiß, wo sich diese Leute sammeln. Ist aber kein Zustand für Leute, die da eben abends lang
müssen. Oder für Externe, die halt am Bahnhof ankommen und dort in die Ubahn gehen.
- Gleichstellungsbeauftragte (bei z.B. Einstellungsgesprächen) sollten gleichberechtigt in zwei Positionen mit einem Mann und einer Frau besetzt werden
- Genderangebote wie der "Boys and Girls Day" sollten besser terminiert, abgestimmt und nachgehalten werden ("Nein, Cynthia, eine Eisdiele ist hierfür KEIN geeigneter Praktikumsplatz.")
- Anpassung der Unterhaltszahlungen für Kinder, z.B. das Rosenheimer Modell, sodass sich der Unterhalt genau nach der tatsächlichen prozentual geleisteten Betreuung richtet unter Berücksichtigung des jeweiligen Einkommens und der Wohnsituation. Das ist fair, das ist ok (aus meiner Sicht).
- Thematisierung, auch öffentlich, von Denkmustern wie: klar können Männer im Sommer mit *beep* Oberkörper in die Stadt gehen - Frauen müssen in solchen Fällen eher mit Problemen rechnen, wenn "jemand daran Anstoß nimmt".
...to be continued.