Zitat von NurBen: Habe gerade gelesen, dass es laut Bundesministerium für Bildung, Familie, blabla in Deutschland eher anders herum ist.
Danke für den Link. Ich glaube, Frauen suchen sich bei Einsamkeit eher Frauen. Männer suchen sich bei Einsamkeit eher Frauen.
Zitat von Mann1989: Die Gesetze, die Männer/Väter vor Entfremdung ihrer Kinder schützen sind gut, dennoch wäre es aber nötig mehr zu tun, denn noch immer findet diese mit grösseren Zahlen statt...
Hmm, Du hattest von 30.000-40.000 Entfremdungsfällen in der Schweiz geschrieben:
Zitat von Mann1989: denn noch immer werden jährlich 30'000 - 40'000 Kindern von ihren Vätern entfremdet.
Alle zu Lasten der Väter? Das hat mich interessiert.
Chatsonic sagt dazu:
"Basierend auf den verfügbaren Informationen kann ich keine spezifische Statistik bestätigen, die besagt, dass in der Schweiz zwischen 30.000 und 40.000 Kinder ihren Vätern entfremdet werden."
"Eine Studie fand heraus, dass etwa 13,4% der Eltern und deren Kinder Opfer von elterlicher Entfremdung waren, wobei fast die Hälfte davon schwere Fälle waren.sharedparenting"
"Elterliche Entfremdung wird als ein Verhalten definiert, bei dem ein Elternteil versucht, die Beziehung des Kindes zum anderen Elternteil ungerechtfertigt zu beschädigen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sowohl Mütter als auch Väter Verursacher oder Opfer dieser Entfremdung sein können. ifstudies"
Vielleicht findest Du ja noch die Quelle, aus der Du Deine Zahlen entnommen hast, damit wir faktenbasiert diskutieren können.
Zitat von NurBen: I.d.R. ist es aber so, wenn ein Mann (oder auch Frau) vor der Ehe einen gesunden, sportlichen Lebenstil hatte, wird dieser sich nicht plötzlich ändern nur weil er/sie jetzt verheiratet ist.
Es gab erst kürzlich hier einen Thread, in dem nalea sehr aktiv war, wo ein Mann sich beschwerte und seine emotionale Affäre damit begründete, dass seine Frau zu dick und inaktiv geworden sei. Klassische Rollenverteilung mit Teilzeitmutti und zwei Kindern. Er hatte neben dem Job für 6 Sporteinheiten die Woche und Kaffeetrinken mit fremder Frau Zeit. Also kommt es wohl sehr auf die Arbeitsverteilung an, wer in einer Beziehung gesünder werden oder bleiben darf. Und in Deutschland wirkt sich eine Beziehung zu einem Mann auf die Gesundheit der Partnerin statistisch häufiger negativ aus.
Zitat von NurBen: Plötzlich nicht mehr das eigene Kind im Haus zu haben, hat selbstverständlich Auswirkungen.
Also dient das traditionelle Familienkonzept der mentalen(?) Stabilisierung von Vätern mehr als die Trennungsfamilie? Also leiden Kinder und Väter unter einer Trennung und nur den Frauen geht's danach besser. Warum ist das so?
Zitat von Mann1989: Und was ich bedenklich finde, dass bei Trennungen ganz automatisch davon ausgegangen wird, dass Väter so sind, wie Du deinen Ex beschreibst.
Ich glaube, es wird eher davon ausgegangen, dass Mütter die Kinder in der Regel im Blick haben und man sich bei Vätern eben nicht sicher sein kann.
Denn
Zitat von QueenA: Verantwortung kann nicht erst mit der Scheidung beginnen auch innerhalb einer Ehe gibt es Elternteile, die sich entziehen.
innerhalb der Ehe gibt es das überwiegende Engagement des Vaters hinsichtlich der Kinder eben in Deutschland immer noch zu selten. Und es überwiegt die Meinung, dass es gut sei, dass Väter alles lockerer sehen.
Die Familiengerichte sollen aber vor allem die Kinder(!) schützen. Daher der Rückgriff auf "die sicheren Bänke": Väter, die beruflich bislang nicht zurückgesteckt haben, werden wohl eher in der Lage sein, den Barunterhalt für die Kinder aufzubringen. Und wo das nicht reicht, springt Mutti und der Staat (Unterhaltsvorschuss und -beistandschaft) ein. Umgekehrt sind die Fälle, dass Mütter die Kinder nicht weiterhin körperlich versorgen können, so selten, dass nie darüber nachgedacht werden musste, einen "Naturalunterhaltsvorschuss" einzurichten.
Zitat von alleswirdbesser: wie soll ein WM in der Praxis umgesetzt werden bei den Vätern, die nicht wollen? Soll die Frau etwa auch noch hier machen und tun?
This! Wieviele Frauen tragen den Vätern die Kinder aktiv hinterher, statt nur den Umgang "zu fördern". Und wieviele verhindern den Umgang grundlos? Diese Zahlen hätte ich gerne mal gegenübergestellt.
Letztlich ist es doch so, dass in den meisten Familien von den Vätern gewollt ist, dass sie sich auf freiwilliger Basis in die körperliche Versorgung der Kinder einbringen können. Wer will, darf wickeln. Wer will, kann das Schwimmen beibringen. Wer will, macht am WE Ausflüge. Und wer gerade nicht will oder wegen Arbeitsstress nicht kann, kann jederzeit mit dem Hausfrauen- oder Teilzeitmutti-Argument die Kinder der Mutter überlassen und sich dennoch vom Homeoffice-Zimmer aus ganz als Vater fühlen und schauen, ob man fürs Abendritual wieder vorbei kommt. Alles mit dem guten Gewissen, der Ernährer zu sein. Und dem Wunsch, da nicht mit der Stoppuhr gemessen zu werden, weil man doch "alles" für die Familie gibt. Wie viel "alles" ist, soll dann individuell sein. Nur klappt das eben nach der Trennung nicht mehr. Dann wird "alles" plötzlich messbar und das Opt-in/Opt-out der Väter wird vom Gericht festgelegt. Die Familie wird nicht mehr auf einem von der Frau zu tragenden Silbertablett bereit gestellt, sondern muss in Eurozahlen und Tageszeiten selbst aufrecht erhalten werden. Und dann ist jeder Euro zu viel und jeder Tag zu wenig.
Hier die Fakten des statistischen Bundesamts:
"59,3% der Unterhaltspflichtigen zahlen den festgesetzten Kindesunterhalt vollständig und pünktlich." (Männer und Frauen)
Der durchschnittlich gezahlte(!) Kindesunterhalt beträgt 479 Euro.
Laut Deutschland.de kostet ein Kind in Deutschland die Eltern durchschnittlich:
"Unter 6 Jahre: 587 Euro pro Monat
6 bis 12 Jahre: 686 Euro pro Monat
12 bis 18 Jahre: 784 Euro pro Monat"
Wir haben das Rosenheimer Modell also längst, wenn Unterhaltszahler im Schnitt 479 Euro zahlen und der volle Unterhalt 587 bis 784 Euro kostet. Dann finanzieren die Barunterhaltsverpflicheten eben nicht die Kinder und schon gar nicht die Gelnägel der Mütter.