@sinnet Das war klassisches Negging. Wird von mir mittlerweile nur noch mit einem "scho recht" beantwortet. Ich bin für Kommunikation "hintenrum" nicht zu haben.
Zitat von FrankM: Kann sie wirklich Verständnis für einen Sohn aufbringen ,der sich mit anderen hinter den Mülltonnen trifft, um die Sachen zu klären die zu klären sind?
Mit einem Mann, der in seiner "Die rote Zora"-Phase hängengeblieben ist, hätte ich niemals ein Kind bekommen. Einer meiner Väter hat den Ziehsohn hinter der Papiermülltonne hervorgezogen und ihm gesagt, dass er nicht mit den letzten Spacken abhängen muss. Da war ich auf der Arbeit und mir wurde erst abends davon berichtet.
Zitat von Brightness2: Wie kommst du darauf, dass es dir als Ex-Partnerin zusteht, den Papa in seiner Vater-Rolle bewerten zu dürfen. Allein diese Kinderbesitzerinnen-Reflexe lassen erahnen, wie es zu Entfremdungen kommt.
Bei diesem Absatz sind wohl die Pferde mit Dir durchgegangen. Was fand da denn gerade für eine Hollywoodverknüpfung von der bösen Kinderbesitzenden Ex und dem liebenden Vater, dem die tatkräftige Next zur Seite springen muss, in Deinem Kopf statt.
Das Kind bestimmt, wer entbehrlich und wer unentbehrlich ist.
Meine Erfahrung sagt, dass schon in sehr jungen Jahren Kinder spüren, ob ein Elternteil oder Großelternteil oder die Ziehfamilie primär dem Kind zugewandt ist oder das Kind als Egoaccessoire für sich selbst braucht.
Und zu Deiner "Milchmädchenrechnung":
Zitat von Brightness2: als auch solche, die unter Mehrbedarf fallen
Weißt Du, was die durchschnittliche Höhe des "gezahlten Unterhalts" ist? Aber bei "da findet eine Frau einen Vater entbehrlich" (was da im übrigen gar nicht stand) warst Du wohl so rot gesehen, dass es auf das, was ich geschrieben habe, gar nicht mehr ankam.
Zitat von Florentine: Wann ist man unentbehrlich?
Imho wenn man Rituale schafft, die dem Kind Sicherheit und eine emotionale Beziehung geben. Voraussetzung dafür ist zeitliche Konstanz und emotionale Stabilität als Voraussetzung für Zugewandtheit.
Mein Ex ist durch die Trennung bzw. seinen Neuanfang ein bewussterer und zugewandterer Vater geworden. Er bekommt Familie ja nicht mehr dadurch, dass er nur mitkommt und dabei ist, wenn's passt, und sich jederzeit rausziehen kann. Wenn das Kind jetzt bei ihm ist, kümmert er sich auch oder organisiert selbständig das Omabackup.
Zitat von Birkai: Meiner Meinung dazu: Umgang unter Zwang wird wohl noch wenig förderlich für das Kindswohl sein als Abwesenheit eines Elternteils.
Obwohl das eigentlich nicht vorgesehen ist, konnte ich meinen Ex zum Umgang "zwingen". Ich hab ihm mit zwei Monaten Vorlauf den Kalender fürs nächste Jahr zugeschickt mit der Frage, ob das so für ihn ok ist oder er sich andere Termine wünscht. Und bei diesem Plan hab ich sichergestellt, dass das Kind ihn mindestens ein Mal pro Monat sieht. Hab das Kind dann hingefahren, zwei Tage vorher nochmal an den Termin erinnert und während der Fahrt nochmal angerufen, um sicher zu gehen, dass wir nicht vor verschlossener Tür stehen. Steht das Kind erst vor ihm und ich bin weg, kümmert er sich auch.
In den Jahren, in denen ich dachte, dass die beiden ihre Besuchstage selbst organisieren können, kam nicht jeden Monat ein Umgang zustande. Also scheint meine Methode doch einen gewissen "Zwang" beim Vater ausgeübt zu haben.
Hat den Vater aber auch alles nicht daran gehindert, zu behaupten, ihm sei das Kind "entfremdet" worden. Daher nehme ich Eltern, die sofort Entfremdung behaupten, wenn sie nicht täglich mit dem Kind telefonieren dürfen, für das sie sich nur wenige Tage wirklich Zeit nehmen, nicht mehr ernst.
Zitat von alleswirdbesser: Was erzählt man einem Kind, das für Papa Wochenende fertig gemacht und mit Kofferchen da sitzt und wartet, dass der Papa kommt
Wie eine Vorschreiberin schon meinte: Wenn's passiert, dann sofort mit Plan B gegen das Verlustgefühl angehen.
Bei einem meiner Kinder kündige ich den Vater gar nicht mehr an, sondern packe heimlich und schau dann, ob es einer dieser Termine ist, die kurz vorher per Textnachricht um Stunden verschoben oder ganz abgesagt werden. Hier wartet niemand mehr auf irgendwen. Wer da ist, ist da.
Hätte ich mich auf den Mann verlassen können, hätte ich mich ja nicht trennen müssen.
Zitat von Birkai: Dann steht ja noch das Rezidenzmodell als Rückfallebene zur Verfügung.
Und an der Stelle sind wir wieder bei den unterschiedlichen Rollenbildern.
Väter innerhalb der Familie und nach einer Trennung sehen ihre aktive Vaterschaft als Option. Wenn es sich mit dem Job vereinbaren lässt, übernimmt man(n) mehr Zeit. Wenn nicht, dann muss weniger reichen. Versteht man(n) sich mit der Mutter gut, schneit man gerne mal vorbei und bringt sich ein. Wenn nicht, ist auch das Engagement zum Kind reduziert. Ist man krank, steht im Stau, kommt was dazwischen oder geht es einem finanziell oder mental gerade nicht so gut, ist die Betreuung des Kindes eine Option, aus der man "ausoptieren" kann, weil ja immer die Mütter irgendwie darauf eingerichtet ist, das aufzufangen. Als hätten Mütter eine eingebaute Auffangstation.
Und wenn das in einer Familie so ist, verstehe ich jede/n Richter/in, der/die bei der Mutter die Residenz des Kindes einrichtet und den Vorteil eines Wechselmodells ausschließlich beim Vater sieht.
Wenn die Mutter die sichere Bank ist, die es bislang immer möglich gemacht hat, dass das Kind von einer anderen Kitamutter pünktlich abgeholt werden konnte, wenn sie selbst im Stau stand, dann nicht, weil ein Uterus zu besserem Zeitmanagement verhilft, sondern weil sie sich dafür verantwortlich fühlt, weder das Kind noch die Kita über Gebühr zu belasten und daher die Nummer von jemandem im Handy hat, der zur gleichen Zeit sein Kind abholt, für den Fall, dass sie nicht pünktlich da sein kann. Und diese Nummer ist häufig nicht die vom Vater. Wenn Väter bislang auf solche Situationen nicht eingerichtet waren oder dann immer die Partnerin anriefen, wie sollen sie es dann als Trennungsvater im Wechselmodell schaffen? Dann sind sie keine gleichwertige Sorgeperson für das Kind, selbst wenn sie gleichwertiges Elternteil sind.
Und das ist auch der Punkt, an dem der Respekt der Mütter für die Vaterrolle verspielt wird. Wenn die sich nur darauf beschränkt, dann, wenn man kann, das zu tun, was gerade gut erscheint, dann sind die Prioritäten falsch. Mütter sind keine (wie so häufig vorgeworfen wird) "Kinderbesitzerinnen", sondern nach wie vor viel zu häufig die besseren "Behüterinnen". Was nichts mit dem Geschlecht zu tun hat sondern nur etwas damit, ob man die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes mindestens so wichtig nimmt wie die eigenen und entsprechende Prioritäten setzt und sich Notfallnetze baut. Auch das ist mit mental load gemeint.
Diese ganz anderen Prioritäten von Vätern kann man hier im Forum häufig sehen. Und das wird dann noch als besonders männlich verbrämt. Als wäre rüpelig bis gewalttätig sein und locker bis nachlässig sein und keine Vorkehrungen zu treffen und hauptsächlich arbeiten zu gehen eine Geschlechterfragen, die einen Mann als Mann auszeichnet, der dennoch das Recht auf ein Wechselmodell möchte.
In den USA gibt es gerade den (vielleicht nur medialen) "Trend", einem nicht-kooperativen Vater, der "shared custody" (in etwa Wechselmodell) fordert, um dem Unterhalt und der "Gängelung" durch die Kindsmutter zu entgehen, die Residenz (bzw. "full custody") zuzuschieben und sich "wie ein Mann" zu verhalten, also arbeiten zu gehen, die Umgangstage wahrzunehmen, Unterhalt zu zahlen und ansonsten nicht mehr mit zusätzlichem Geld, Zeit oder Unterstützung zur Verfügung zu stehen. Und den Vätern dabei zuzusehen, wie sie unter realen Alleinerziehendenbedingungen wieder kooperativ werden und den Unterhalt dann doch nicht mehr als "Unsummen" empfinden. Ja, das geht voll über den Rücken der Kinder.
Mütter sind nicht qua Natur das bessere Elternteil und Väter hindert nicht ihr Testosteron und ihre finanziellen Verpflichtungen daran, ein gleichwertiger Vater zu sein. Sondern dass es für die einen optional ist, beim Elternabend aufzutauchen, und für die anderen Pflicht, es sei denn, sie haben Ersatz für sich gefunden, macht den Unterschied aus. Und wenn der auch von den Familiengerichten gesehen und gewürdigt wird und Vätern nicht das Privileg zugesprochen wird, dass sie automatisch für gleichwertig betrachtet werden auch wenn sie bislang alles dafür getan haben, das nicht sein zu müssen, halte ich das für keine Diskriminierung, sondern für eine Prognose aufgrund individuell gezeigtem Verhalten und dem gesellschaftlichen Erfahrungswert, dass Mütter erst das Kind abtrocknen und dann sich selbst.
Zitat von ElGatoRojo: Und wo es doch so einfach ist, mal locker so einen Spruch rauszuhauen.
Wenn ein Spruch über Männer rausgehauen wird, führt die persönliche Betroffenheit sofort zu Reaktionen. Werden andere benachteiligt, diskriminiert, ist dieser Reflex nicht da. Das meine ich, wenn ich behaupte, dass Männern (und damit auch Vätern) häufig die eigene Jacke näher ist als das Hemd des eigenen Kindes oder der eigenen Frau.
@NurBen Weil sie ihn auch da als Rückfalloption ersetzen und ausgleichen kann.