Zitat von BernhardQXY: Ich finde auch nicht alles konservative schlecht.
Ich schon.
Wenn Du auf die Natur schaust,besteht Leben immer aus Bewegung und Veränderung. Conservare (lat.) behalten, bewahren, aufbewahren widerspricht meiner Meinung nach einem gesunden Leben und darf immer nur temporär dienen (z.B. als Obstkonserve für den Winter). Wer im Sommer lieber Konserven isst, statt die frischen Produkte, handelt imho lebensfeindlich reduziert. Und genauso sehe ich das mit dem krampfhaften Festhalten an einer Verbrenner Autoindustrie, die alle paar Jahre gepäppelt werden muss und schon längst keine Produkte mehr herstellt, für die sich ein heute 20jährigen Mensch anstrengen würde. Dann lieber progressiv neue Mobilität und Produkte erfinden und umsetzen.
Nur dass es leider keine wirklich progressiven Parteien zu wählen gibt, weil selbst linke Parteien sehr konservativ sind bzw. handeln.
Zitat von NurBen: Man muss natürlich im Hinterkopf haben, dass der amerikanische "rechte Flügel" nicht mit unserem "rechten Flügel" vergleichbar ist.
Bitte? September 2024:
"Eine rechtskonservative deutsche Agentur plant eine große Konferenz: Mit dabei sind auch die Macher des umstrittenen "Project 2025" und Vertreter der CDU."
Da sind selbst die Talkingpoints angeschaut und schlecht übersetzt.
Zitat von Zylinderella: In einem geschlossenen, gesunden System würden gesunde Menschen dafür sorgen
Uiuiuiui. Das geschlossene System war die DDR. In der eurpäischen Mitte gab's stets Wanderbewegungen. Daher gibt's ja auch kein deutsches Voll, sondern nur eine Gemeinschaft, die sich zu einer Nation formiert hat.
Es ist aber auch gar kein Problem, nicht "ein Volk" zu sein. Solidarität geht auch sehr gut ohne Tribalismus.
Zitat von Zylinderella: Mann würde mit den "Human-Ressourcen" fördernd umgehen.
Ist in der Geschichte noch nie passiert. Wirklich nicht. Das Fördern von 10% unter Drohgebärden gegenüber den 90% ist doch kein Fördern.
Zitat von ElGatoRojo: Diese Wunderwesen schlafen nie? Das kannst du deinem Meerschweinchen erzählen
Mit kleinen Kindern im Haus oder Pflegefällen sind 4 Stunden zusammenhängender Schlaf tatsächlich Luxus. Das wüsstest Du auch, wenn Du für andere nachts häufiger aufgestanden wärst und am nächsten Tag dennoch voll gearbeitet hättest.
Zitat von BernhardQXY: und wenn ich da Stimmen aus dieser Szene höre, von wegen das ein Berufsleben so anstrengend sei
Häh? Wo hörst Du denn solche Stimmen?
Ich höre immer nur Männer, die behaupten, dass eine Vollzeitstelle, das ach so harte Pendeln und ein bisschen Spülmaschine ausräumen und Rasenmähen und der Familienausflug am Sonntag alles an Leistung ist, was sie abrufen können.
Zitat von NurBen: Ich glaube niemand entschuldigt hochproblematisches Verhalten.
Zitat von NurBen: oh glaub mir, wenn ein Freund/Bekannter so ein Verhalten an den Tag legen würde, würde ich definitiv zurecht weisen.
Zitat von NurBen: Genauso wenig ist es Aufgabe von Männern sich da einzumischen.
Zitat von FrankM: Kann Sie wirklich die „männlichen Bedürfnisse“ verstehen und das Ausleben dieser Bedürfnisse zulassen? Ich meine damit z.B. das körperliche Messen mit anderen oder die Lust am Wettbewerb. Kann sie wirklich Verständnis für einen Sohn aufbringen ,der sich mit anderen hinter den Mülltonnen trifft, um die Sachen zu klären die zu klären sind? Testosteron macht halt was mit dem Menschen, das gilt es zu akzeptieren und Werte wie Fairness, Anstand und Kameradschaft zu vermitteln
Und dann merkt ihr nicht mal, dass ihr selbst es seid, die kleine Jungs zu "natürlichem" Gewaltverhalten konditioniert, das sich in "Kameradschaft" unter Fußballfans (50 Mio Deutsche, davon über 70% Männer) Bahn bricht und unter Alk. und Testosteronvergiftung dann beim Abtreten von Seitenspiegeln seinen Höhepunkt findet. Und das nur, weil das Auto mit Insignien eines anderen "Stammes" dekoriert war.
Und nein, das ist nicht mit ein paar Tausend Frauen, die in einer Halle beim Anblick schöner Männer kreischen, vergleichbar. Denn diese Frauen zerstören nichts und hassen auch niemanden, der etwas anderes schön findet.
Zitat von NurBen: Allerdings bezieht sich das Video als ein paar besoffenen Hooligans, nicht auf die restlichen zehntausenden männlichen Fans die das Stadium friedlich verlassen..
Nee, nee, da schau nochmal genau hin. Das waren alles schmerbäuchige Familienväter. Hools sehen anders aus und deren Tritte sind auch geübter.
Warum lieben es eigentlich Jungs von klein auf das Treten zu üben. Erst gegen Bälle, dann gegen andere Gegenstände, bei Wut auch gegen Menschen.
Bei welchen lebensbejahenden Tätigkeit war dieses Treten denn jemals von Nutzen?
Zitat von sinnet: dass sie sogenannten "guten" Männer die toxischen brauchen, weil nur im Vergleich mit denen, das bare minimum ausreicht, um als gut zu erscheinen
This!
💯Die toxische Männerkultur des Tretens und hinter Mülltonnen "klären" wird von Männern/Vätern, die ja so gegen Gewalt sind, gefördert, weil sie ganz genau wissen, dass derjenige weniger leisten muss, der die Macht hat, in anderen Angst auszulösen.
Daher stört es Männer auch gar nicht, wenn andere Männer auf die Idee kommen, zu schlagen, zu treten oder zu vergew. Das wird dann gerne mit "die anderen" und "Biologie" begründet und man selbst habe sich ja im Griff und böte Frauen und Kindern Sicherheit. Aber nur den eigenen. Und nur dann, wenn sie spuren und ihre Leistung nicht per Stoppuhr messen oder gar beziffern wollen.
Ihr merkt gar nicht, wie perfekt ihr die patriarchalische Struktur in Deutschland in 2025 repräsentiert.
Zitat von ElGatoRojo: Und manches an Reaktion die gegenüber ist einfach nur Spiegelung.
Nee, ist sie nicht. Da wären wir wieder beim "Aber die Frauen"-Argument, das zwischen "selber, selber, blöken alle Kälber" und "ja aber Chippendales sind auch schlimm" schwankt.
So lange ihr nicht zwischen Struktur und persönlicher Betroffenheit unterscheiden könnt, ist eine Debatte mit euch müßig.
Die "Ich vergew. niemanden und kenne auch keinen, der das tut, also gibt's das nicht oder es ist ein Einwanderungsproblem"-Schleife ist die gleiche, die aus dem "Fakt", dass die Bibel Gottes Wort ist, schließt, dass Menschen auf Dinos geritten sind.
Zitat von E-Claire: Was aber ja wiederum sehr typisches Zeichen für Privileg ist.
So true!
Zitat von unbel-Leberwurst: Was hat es denn jetzt in einer Geschlechterdebatte zu suchen, wenn sich Männer gegenseitig auf die Mappe hauen wollen?
Weil es die Gewaltkulisse ist, die Mädchen ab spätestens 11 Jahren sagt, dass sie lieb und nett sein müssen und einen Mann als Beschützer brauchen, wenn sie nicht auf die Mütze bekommen wollen. Der Kreis schließt sich dann bei "mir gefällt nicht, was Du schreibst, daher gibt's beim nächsten Usertreffen was...".
Und ja, ich erziehe meine Jungs dazu, dass sie das nicht nötig haben. Dass sie auch ohne Gewaltkulisse eine Frau finden werden, wenn sie bereit sind, nicht weniger zu leisten und sich nicht weniger zu kümmern als diese Frau. Und da nicht alle Frauen gleich viel leisten und sich gleich viel kümmern, passt auf jeden Topf ein Deckel.
Damit erziehe ich keine Jungs zu mehr Stärke und mehr Können. Denn mit der Peitsche der männlichen Gewaltkulisse in der Hand müssen Männer gar nicht das leisten, was weniger privilegierte Gruppen leisten müssen. Und deshalb werden die ersten Generationen von Männern in gleichgestellten Gesellschaften auch gnadenlos abgehängt werden. Weil ihr Vorbild an "guter männlicher" Leistung eben weniger ist als die durchschnittliche "weibliche".
Zitat von E-Claire: Jungs, in eurer Gruppe scheint etwas schief zu laufen, mögt ihr da nicht mal hinschauen
Nee, mögen sie nicht. Denn das gelingt nur, wenn man sich der Tatsache stellt, dass man(n) bislang nicht so toll war, wie man dachte, sondern ne Menge "free lunches" mitgenommen hat. Und dabei kann sich das subjektiv durchaus anstrengend und beschwerlich anfühlen. Das muss man keinem Mann absprechen.
In dem Zusammenhang finde ich die Forschung spannend, die Hinweisen nachgeht, dass bis zur Seßhaftwerdung der Menschen die Muskelkraft im Oberkörper von Männern und Frauen ausgeglichen hat und sich dann erst bei Männern verstärkte bzw. bei Frauen verloren ging. Use it or lose it gilt offenbar auch über ganze Zeitalter.
Zitat von Mann1989: dass viele Frauen automatisch davon ausgehen, dass der Mann kein grosses Interesse an den Kindern hat und sich für den geeigneteren Elternteil halten.
Zitat von Mann1989: Sozusagen haben manche Frauen das Gefühl der Vater sei nur Vater nach ihres Gnaden.
Zitat von Mann1989: Während Sie selbst glauben, es sei ihr gottgegebenes Recht über die Kinder zu verfügen, wie es ihnen passt.
Und ich behaupte, dass da kein Automatismus ist und nicht naturgegeben, sondern dass fast alle Frauen (die mit Gendervorurteilen und die ohne) die persönliche Erfahrung machen, dass sie sich kümmern, wo Väter keine dringende Notwendigkeit sehen. Es geht eben häufig (zumindest nicht den Frauen) um Macht und Besitz, sondern darum, dass jemand, den man liebt, optimale Versorgung und Chancen erhält. Und dass Männer sich in manchen Situationen selbst am meisten lieben, während Frauen mit viel Selbstkritik und internalisierter Misogynie aufwachsen.
Zitat von Mann1989: Da ich Mitglied bei IGM Schweiz bin, habe ich dort Geschichten mitbekommen, bei denen es mir die Haare aufgestellt hat.
Believe all men?
Zitat von HerrZ: Denn das sollte der Anspruch an beide Eltern sein. Und auch deren Wille - wir bleiben paritätisch Eltern.
Wenn das Wechselmodell der Standard in D/DACH werden soll, weil durch paritätische Zeitverteilung den Kindern am meisten gedient ist, müsste denn dann nicht viel eher den Kinderrechten entsprochen werden und beide Eltern zu mindestens 7 Monaten Elternzeit verpflichtet werden sowie zur paritätischen Betreuung am Nachmittag und bei Krankheit?
Können wir gerne so machen!
Die Kinderkranktage werden immer abwechselnd möglich. Bei einer 1wöchigen Grippe zahlt meine KK nur den ersten, dritten und fünften Werktag das verminderte Ausfallgeld. Und an den übrigen Tagen könnte der Vater (sofern GKV-versichert) den Kinderkrankenschein einreichen oder müsste eben Urlaub nehmen.
Das ist nur ein wenig mehr an Verwaltungsaufwand für eine gesellschaftliche Entwicklung, die zur Gleichberechtigung vor den Familiengerichten führt.
Das sollten euch eure Kinder doch wert sein, oder?