Zitat von Balu85: das der oder die andere für dieses Wohlbefinden zu sorgen hat oder zumindest einen großen Teil dazu beitragen sollte
Es gibt im Grunde zwei funktionierende Modelle. Entweder treffen zwei "Geber" aufeinander und betüddeln sich gegenseitig. (So war ich früher. Ich ging davon aus, dass man sich um einander sorgt und an alle mitdenkt und die Großen für die Kleinen sorgen). Das geht aber nicht lange gut, wenn ein Geber auf jemanden trifft, der mit allem irgendwie doch unglücklich ist (Grüße @NineNinchen) Da geht selbst der ressourcenstärkste Geber irgendwann am Stock.
Oder es treffen zwei "Egoisten" auf einander, die halt selbst immer zusehen, dass es ihnen gut geht, bevor sie sich um allen anderen kümmern. Ich hab einen Freund, der so tickt. Und weil seine Frau und Kinder auch so sind, kommt bei denen keiner zu kurz.
Aber wenn das System nicht mehr funktioniert, muss man eben auch mal die Reißleine ziehen, als sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.
Und da lob ich mir die Emanzipation, die es jetzt auch seit zwei Generationen Frauen ermöglicht, die Reißleine zu ziehen. Unsere Omas mussten sich im Elend einrichten und wussten das auch von Anfang an. Die Erwartungshaltung war da eine viel niedrigere. Subjektiv waren die dann schon glücklich, keinen Säufer, Schläger oder Taugenichts erwischt zu haben. Denn selbst wenn, mussten sie es einfach aushalten.
@Mann1989: Bei Triage habe ich an eine medizinische oder militärische "Vorsortierung" gedacht. An Seenotrettung hatte ich nicht gedacht. Aber da auch "Verteilung von Ressourcen" zur Triage gehört, hast Du tatsächlich Recht, dass das (mal) vorkam. Und ich hatte Unrecht, dass das nie vorgekommen und rein ausgedacht ist.
Bei der Titanic sagt auch meine Suchmaschine:
"Diese Praxis war jedoch eher eine Ausnahme: Untersuchungen zeigen, dass bei den meisten Schiffsunglücken Frauen und Kinder nicht immer bevorzugt wurden, aber bei der Titanic war es so, dass der Kapitän und die Offiziere den Männern den Rückzug befahlen, damit Frauen und Kinder zuerst gerettet werden konnten."
Kam also vor.
Aber eher selten.
Also keine strukturelle Benachteiligung, sondern eine punktuelle Diskriminierung.
Zitat von Mann1989: Und deine Sichtweise, was Du als Erfolg beschreibst, finde ich sehr egoistisch.
Wenn ich meine Ziele erreiche, ist das mein Erfolg.
Wieso sollte das egoistisch sein? Wenn mein Ex-Mann seine Ziele erreicht (bei denen ich sogar ein ganzes Stück geholfen habe), ist das auch sein Erfolg.
Ich bin eben nicht dazu geboren worden, mein Leben nur in den Dienst anderer zu stellen. Und darauf zu warten, dass mir dann ein Mann das Leben ermöglicht, das ich mir selbst ermöglichen kann.
Ich denke, dass Du sehr in den Archetypen der finanziell abhängigen Frau denkst.
Zitat von Balu85: Aber irgendwie scheinst du auch eine gewisse Affinität dafür zu haben das alles was gesagt wird gegen dich gerichtet ist und das muss dann auch so sein und anders geht gar nicht und wenn das jemand anders sieht versteht er es nur wieder nicht.
Wenn jemand mich mit @Nalf "Du bist doch gescheitert" anspricht, soll ich das also nicht auf mich selbst beziehen? Es gibt 6 Zitate, in denen es um mein "Scheitern" und meine Unfähigkeit, einen Mann zu "halten" geht. Und das soll ich jetzt so auffassen, dass das ja gar nicht gegen mich gerichtet war,sondern jeder gemeint sein kann?
Na denn.
Zitat von ElGatoRojo: Darum geht es nicht, sondern um Pauschalbeschuldigungen
Wen habe ich pauschal beschuldigt?
Gib mir nur ein einziges Zitat, in dem ich jemanden beschuldige, weil er ein Mann ist. Dass Du es so empfindest, wenn ich Männern Mitverantwortung gebe, mag ja sein. Aber eine Pauschalbeschuldigung ist es nicht. Du musst Dich nicht angesprochen fühlen, wenn es auf Dich nicht zutrifft.
Der Gold-digger-Vorwurf geht ja auch regelmäßig ins Leere, weil Frauen genau wissen, was sie leisten.
Zu den Rechten im 17. Jahrhundert:
Ich hätte gelernt, dass Frauen in Städten vom 12. bis 15. Jahrhundert weitgehend gleichgestellt waren und selbständige Handwerkerinnen mit eigenen Zünften waren. Dem wurde dann mit der Hexenverfolgung ab Mitte 16. Jhdt. ein Ende gesetzt und gerade erfolgreiche, alleinstehende und gebildete Frauen als Sündeböcke für einen angeblichen Sittenverfall verfolgt und getötet.
Was übrigens tolles entstehen kann, wenn man die Menschen einfach mal sie selbst sein lassen kann, sie nicht unterdrückt oder ausnutzt, sieht man an den Beginen und Begarden. Schade, dass ich im Geschichtsunterricht von allerlei Machtbünden und Gewalttaten gehört habe, aber von den Beginen und ihren Solidaritätssystemen nichts.
Zitat von ElGatoRojo: Über die geschichtliche Entwicklung der Frauenemanzipation brauchst du mir keine Vorträge zu halten, denn die Lebenswirklichkeit von Frauen war vielfältiger als die ewigen Behauptungen über irgendeine Rechtslage
Endlich! Ein Experte!