Zitat von unbel-Leberwurst: Um genau so etwas geht es mir aber
Gut, da kommen wir dann einfach nicht auf einen Nenner.
Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, wenn über strukturelle oder gesellschaftliche Probleme gesprochen wird, einzelne Individuen in den Blick zu nehmen oder zu sagen: Bei MIR ist das aber ganz anders und so und so.
Wenn z.B. Rassismus oder politischer Extremismus als gesellschaftliche Herausforderungen bestehen, nützt es m.E. rein gar nichts, auf Individualeben zu gehen und sich 736 Beispiele konkreter Situationen und subjektiv verzerrter Erinnerungen schildern zu lassen. Da reicht mir ein Blick in offizielle Statistiken.
Zitat von Fenjal: schon in den Märchen sind Männer die Beschützer und Frauen die Schutzbedürftigen
Außer die bösen Stiefmütter
😬 die werden am Ende gefoltert (glühende Eisenschuhe (Schneewittchen), mit Nägeln ausgeschlagene Fässer (die Gänsemagd)) und getötet.
Da gibt es komischerweise auch nie Männer, die die "Führung" übernehmen oder aktiv beschützen, sondern die Frauen sind entweder bewusstlos (Dornröschen, Aschenputtel) oder werden verarscht (Rapunzel, Froschkönig). Bei Hänsel und Gretel lässt sich gar der Vater von der neuen Frau bequatschen, die eigenen Kinder auszusetzen.
Keiner dieser "Prinzen" zeichnet sich durch Heldenmut oder heroisches Verhalten aus: der eine schlappt durch die Dornenhecke, die sie sich an dem Tag just eh zufällig öffnet, beim anderen stolpert ein Sargträger blöd, der Typ von Rapunzel erreicht durch eine List den Zugang zum Turm und schwängert in der Folge eine Zwölfjährige, in Allerleirauh heiratet der Vater am Ende die eigene Tochter.
Ich glaub, der einzige Kerl, der aktiv eine Frau rettet, ist tatsächlich der Jäger in Rotkäppchen, wenn er den Wolf erschießt.
Abgesehen davon sind es mehrheitlich die Frauen selbst, die durch Aufgaben oder Listen ihre Notsituationen selbst beenden müssen.