Zitat von Wurstmopped: Familie spielt hier nicht so die Rolle, die "entehrt" werden könnte.
Es geht um die Gesichtswahrung. Auch in Deutschland. Aber wie beschrieben: Je patriarchalischer die Strukturen, desto verbreiteter das Besitzstandsdenken, die Misogynie und die Femizide.
Zitat von Brightness2: sondern in der Tatsache, dass sich viele Frauen in Deutschland freiwillig innerhalb dieser Institution in Abhängigkeit begeben.
Sehr ich genau so.
Wenn man das aber zu Ende denkt, dann geht es nicht nur darum, nicht zu heiraten und sich finanziell nicht auf den Partner zu verlassen. Sondern Frau müsste auch konsequent nur durch anonyme Samenspenden schwanger werden. Sobald ein Mann weiß, dass ein Kind von ihm ist, hat er Macht über die Frau und kann sie einschränken und kontrollieren.
Ich fände die gesellschaftliche Anerkennung von Solomutterschaft übrigens wirklich gut. Aber ob die Männer da mitspielen wage ich zu bezweifeln.
Zitat von Mann1989: Solange es für das Eine einen Begriff gibt und für das andere nicht (finde beides nicht nötig)... Da wäre wir wieder bei der Gleichberechtigung.
Das soll kein Vorwurf an Dich persönlich sein, aber mir fällt schon auf, dass bei Männern das subjektive Diskriminierungsempfinden viel empfindlicher anschlägt als bei Frauen. Du hast ein Störgefühl, weil es den Begriff Maskuzid noch nicht gibt (weil das gesellschaftliche Problem von Morden an Jungs und Männern aufgrund ihres Geschlechts noch nicht erkannt wurde). Dass es die Begriffe Rabenvater oder männliche Sch.lampe nicht gibt, stößt Dir aber nicht diskriminierend auf. Und dass es bis heute keine für Frauen passenden Medikamente gibt, verursacht bei Dir ein geringeres Störgefühl als der Androzid.
Zitat von Mann1989: Ich gebe gerne zu, als Mann empfinde ich das als herabsetzend und nicht gleichwertig.
Verstehst Du dann jetzt, warum manche Frauen die grammatikalische Unschärfe des Genderns weit weniger schlimm finden, als ständig nur "leise mitgedacht" zu werden?
Zitat von Mann1989: Wenn es aber für etwas, das leider vorkommt "Femizid", einen Begriff gibt und für was anderes, das eben auch vorkommt keinen Begriff gibt, dann finde ich es wertend.
Wir haben den männlichen Begriff bislang einfach nicht gebraucht. Es gibt z.B. auch Männer, die das aufgrund von XY-Chromosomen und eigener Identität sind, und einen Uterus haben. Das ist sehr, sehr selten, aber kommt vor. Müssen sich diese Männer daran stören, dass ihr Körperteil keinen eigenen Namen bekommt, sondern als Uterus bezeichnet wird? Können wir nicht genauso von "Femiziden an Männern" sprechen wie von der "Frauenfußballmannschaft"?
Zitat von Mann1989: Für mich impliziert, dass es nur diesen einen Begriff gibt, als wäre das eine schlimmer als das andere.
Warum machst Du überhaupt solche Wertungsunterschiede?
Ein Femizid ist doch nicht "besser" oder "schlimmer" als ein Mord aus Habgier. Er zeigt nur, dass die Frau allein aufgrund ihres Geschlechts und nicht ihres Vermögens oder Verhaltens getötet wurde.
Und warum das wichtig ist?
Weil traditionell eine ganze Menge an Gewaltformen von Männern an Frauen in den Verantwortungsbereich der Frau gelegt wurden und werden. Ein blaues Auge? Hat sie ihn etwa psychisch unterdrückt oder provoziert? Eine Vergew.gung -> Warum hat sie ihn in ihre Wohnung gelassen und hatte einen kurzen Rock an? Die schwangere Frau wird die Treppe runter geschubst? -> Vielleicht wollte sie ihm das Kind ja unterschrieben und hat ihn vor Zeugung nicht gefragt?
Zitat von Mann1989: Vielleicht als Gedankenstütze, stelle Dir vor für einen Herrscher gäbe es den Begriff "König" und für die Frau dieses Königs gäbe es keinen Begriff.
Oh, das passiert doch umgekehrt ständig und fällt nur ganz wenigen Männern auf. Oder denkst Du etwas, Jesus hatte wirklich nur männliche Jünger? Die weiblichen blieben einfach unerwähnt. Für sie gibt es bis heute kein Wort. Und das seit rund 2000 Jahren. Und ja, ich gehe von der historischen Person aus, auf der vermutlich die Jesusgeschichten aus der Bibel basieren.
Genauso wie relativ wenige Männer von Frauen diskriminiert wurden, wurden auch relativ wenige hellhäutige Menschen von Schwarzen versklavt. Was natürlich dem Einzelnen, dem es dann doch passiert, nichts nützt. Aber das strukturelle Problem hatte und hat eben wirklich eine spezielle Richtung, die einer Einbahnstraße gleicht, auch wenn der einzelne Mann oder weiße Mensch da überhaupt nichts dafür kann.