SusiM
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Unsere berufliche Verbindung wurde immer enger und es entstand eine echte Freundschaft. Wir entdeckten unedlich viele Gemeinsamkeiten, verstanden uns wortlos und konnten von Herzen miteinander lachen.
Ich ignorierte alle Zeichen und als meine Freundinnen schon alle sagten, dass da mehr ist, leugnete ich es. Er als treusorgender Familienvater, wird doch das Glück seiner Familie niemals aufgeben. Schon gar nicht wegen mir!
Doch dann passierte doch das Unvermeidliche. Wir küssten uns und es war der Himmel auf Erden. Ich habe an dem Tag sofort meinen Partner verlassen. Meine Beziehung war sowieso schon lange am Ende. Ich konnte es vor mir selber nicht verantworten, dass ich mit dem Mann weiter lebte, den ich betrogen hatte.
Es folgte eine Zeit von extremen Höhen und Tiefen. Ich liebe diesen Mann wie ich noch nie zuvor geliebt habe und er mich auch. Es war eine Explosion der Gefühle, da er genauso lange in mich schon verliebt war.
Doch wir kämpften beide mit unseren Gefühlen. Seine beiden Söhne sind noch relativ klein. Er hängt sehr an ihnen und durch seine eigene schwere Kindheit hat er sich geschworen, ihnen ein schöneres Leben zu bieten und sich niemals zu trennen. Nur seine Ehe bestand nur mehr wegen der Kinder.
Ich sagte ihm ganz oft, dass er sich von mir los lösen soll und zurück gehen soll. Die Kinder sind wichtiger als ich.
Aber es ging nicht. Wir können nicht ohne einander leben. Kaum sind wir zusammen ist alles gut und schön und es fühlt sich richtig an.
Inzwischen ist er geschieden, hat eine neue Bleibe, sieht seine Kinder so oft er will und ist ein gebrochener Mann. Sein Verantwortungsbewusstsein tötet ihn.
Er liebt mich von ganzem Herzen, aber je näher die endgültige Trennung von seiner Familie kam, desto mehr hat er auch mich aus seinem Leben geworfen und aufs Abstellgleis gestellt. Er möchte mich als Freundin und Kollegin nicht verlieren, ist sich sicher, dass er wieder zu mir zurück kehren wird aber braucht jetzt Zeit, seine Gefühle neu zu ordnen.
Und ich hänge fest in einer Schleife. Einerseits weiß ich, dass ich ihm Zeit geben muss, das alles zu verdauen. Es zeichnet ihn ja als Menschen aus, dass er nicht alles über den Zaun bricht und auch seiner Familie Zeit gibt, sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Aber wir sehen uns so gut wie gar nicht mehr. Ich stehe da mit meinem Herzen voll Liebe, weiß, dass es da einen Menschen gibt, der sie auch verdient hätte und warte und warte und warte. Meine Gedanken kreisen jede Sekunde nur um ihn. Ich befülle meine Freizeit mit ganz vielen Dingen, nur um nicht an ihn denken zu müssen.
Aber ich mag das alles nicht. Ich mag nicht mehr warten, ich mag nicht mehr geduldig sein, ich mag endlich in seinen Armen einschlafen und beim Aufwachen in sein verknittertes Gesicht blicken.
Ich will endlich Ruhe haben und endlich wissen, wie es weiter geht. Von ihm bekomme ich nur Antworten wie "Ich liebe dich, alles wird gut, lass mir noch Zeit." Ich warte seit Monaten, mir geht die Kraft aus.
