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Ich bin emotional manipulativ - Absturz / Neuanfang

TemetNosce

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Hallo.

Ich weiß, dass der/die ein oder andere mich für diesen Beitrag hassen wird. Dafür was ich alles getan hab, vlt. weil man selbst in einer solchen Beziehung gefangen war. Ich flehe euch an, mir eine Chance zu geben, ich will mich ändern und weiß einfach nicht mehr weiter.

Ich bin Anfang 30 und bin seit meiner Jugend in jeder Beziehung, ob kurz oder lang, sehr emotional instabil gewesen. Diese Instabilität habe ich an meinen Freundinnen ausgelassen. Ich war die ersten Monate natürlich "lieb", weil ich Menschen sehr gut manipulieren kann. Ich weiß was ich einer Frau sagen muss, wie ich gucken muss, welche Gesten ich machen muss, dass ich "Erfolg" habe. Meiner Partnerinnen waren in den ersten Wochen auch immer übernatürlich verliebt, haben ihr halbes Leben für mich umgekrempelt. Frauen die vorher nie heiraten wollte, wollten aufeinmal heiraten, Berufstätige sind auf Teilzeit gegangen, der eigene Freundeskreis hat sie nichtmehr wiedererkannt etc.

Aber irgendwann kippte meine Stimmung immer. Ich weiß nie woran es lag, aber nach den ersten Wochen/Monaten ging es los. Die Machtspiele, die Beleidigungen, die Komplexe, Nähe-Distanz, manchmal auch körperliche Gewalt und viele Grenzüberschreitungen. Die Art meines Missbrauchs war immer unterschiedlich, mal direkt (du bist fett, du musst deine B. machen lassen, ich hasse dich, meine Ex konnte besser ... als du), mal subtil (seufzen im richtigen Moment, Stichelein als "Witze" verpacken) und manchmal einfach hinterhältig (z.B. Gläser so am Tisch platzieren, dass sie bei der nächsten Berührung runterfallen, damit ich einen Streit anfangen kann... Oder mit Absicht das Essen heimlich versalzen, um die Kochkünste der Partnerin in Frage zu stellen...)

Die Liste meiner Aktionen sind teilweise grausam. Die meisten Frauen waren danach natürlich erstmal fertig mit der Welt. Eine war jahrelang danach Single, durch Bekannte habe ich erfahren, dass sie immer wieder erzählt habe, sie kann nach mir keinen mehr haben, ihr fehlt das Vertrauen. Ich fand es damals immer lustig... Ja gestört.
Eine andere entwickelte eine Essstörung, weil ich sie immer dazu gedrängt habe abzunehmen.

Ich würde mich nicht als emotionslos beschreiben. Ich weine sogar relativ schnell. Bei Filmen, beim Lesen, beim Musik hören... Ich kann sehr herzlich und warm sein. Es sind diese "Zustände" in der Beziehung wo ich dann einfach die "Kontrolle" verliere und denke, mein Partner ist schlecht, will mir etwas Böses und darum darf ich so mit ihm umgehen.

Nach einer Trennung (ich habe mich nie getrennt), habe ich nie meine Fehler eingesehen. Immer gab ich meiner Partnerin die Schuld und ich bestärkte mich damit, dass ich richtig gehandelt habe. Die längste Beziehung ging 5 Jahre.

Warum ich das nun alles schreibe? Der Grund ist eine erneute Trennung (nach 2 Jahren) Anfang dieses Jahres. Auch wenn mir keiner das jetzt glauben mag, aber ich hatte zum ersten mal richtige Schuldgefühle. Für alles. Und es hört bis heute nicht auf. Ich bekam die heftigsten Magenkrämpfe und Geschwüre, die bis heute anhalten. Ich kriege täglich Panikattacken und kann kein normales Leben mehr führen. Ich nehme täglich Beruhigungstabletten wegen meinen Heulkrämpfen. Die Geister die ich rief, werde ich nichtmehr los. Ich hab zum ersten mal "gesehen", was ich bin, ein Monster, der viele Frauen wie schei. behandelt hat und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen. Mir fallen einfach die ganze Zeit Streits ein, wie ich geschrien habe, was ich gesagt habe. Und jedes mal zucke ich zusammen und beginne zu heulen. Ich bin seit einigen Wochen auch in pyschotherapeutischer Behandlung, aber bis jetzt habe ich jede Woche nur einen Nervenzusammenbruch und wir machen keine "Erfolge".

Ich weiß nicht was an dieser Trennung anders war, ich habe bewusst keinen Kontakt mehr. Ich habe schon genug Schaden angerichtet. Selbst wenn ich jede Exfreundin wieder treffen würde und mich entschuldigen... Es nimmt nicht den Schmerz zurück den ich versucht habe und außerdem ist es egoistisch von mir, nur damit ich mich besser fühle und meinen Balast ablassen will, wühle ich wieder alles bei den anderen auf...

Ich will mich ändern, ich will aufhören mich zu hassen aber ich weiß nicht wie. Ich gebe mein Bestes, jeden Tag, aber es reicht nicht. Ich hab mein Leben umgekrempelt, keine Zig., kein Alk., kein Junkfood, 5 mal die Woche Sport, ich meditiere täglich. Obwohl ich ein starkes Verlangen nach "schnellem S." habe, bleibe ich allem fern. Ich möchte keinen Kontakt zu einer Frau, damit ich niemanden mehr schaden kann.

Ich freue mich über jeden Beitrag. Danke.

31.03.2017 20:10 • x 6 #1


Branda

Branda


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Hört sich nach Narzißmus an. Und wenn das so ist, sind das keine Schuldgefühle, sondern die Angst, daß du irgendwann alleine dasitzt. Du könntest ein "lesser" nach H.Todur sein. Hör dir seine Videos auf Youtube an, vielleicht erkennst du dich wieder.

31.03.2017 20:34 • x 1 #2


Diedieimmerlacht

Diedieimmerlach.


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Zitat von Branda:
Du könntest ein "lesser" nach H.Todur sein.


Wer ist das? Hast Du einen Link?

31.03.2017 20:41 • #3


TemetNosce

TemetNosce


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@Branda

Danke für deine Antwort, habe mir seinen Kanal jetzt gespeichert.

Laut dem Internet habe ich immer irgendeine Krankheit. Narzissmus, Borderline, Bipolar. Ich warte ab was die Therapie sagen wird. Aber wenn das so ist, was meinst du, dass ich mich nie ändern kann? Das ich garkeine Erkenntnis habe sondern nur Angst?

31.03.2017 20:46 • #4


Santosha1951


@TemetNosce

zuerst mal danke für deinen Post und deine Offenheit.
Wie @Branda erwähnt hat, sind die Anzeichen einer NPS deutlich vorhanden.

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es sich bei dir, wenn du wirklich eine NPSler sein solltest, nicht um Schuldgefühle handelt. Du reflektierst dich selbst ziemlich genau und das ist für meine Begriffe, sehr ungewöhnlich.

Normalerweise besteht bei "Bewusstlosen" ein völliger Mangel an Schuld, Eigenkritik, Scham und schlechtem Gewissen.
Sie lügen ohne mit der Wimper zu zucken. Sie täuschen Leute so geschickt und ohne jegliche Emotion, dass selbst Lügendetektoren versagen würden.

Ihre dominanten Negativprogrammierungen erlauben ihnen, wenn gerade in "voller Aktion" - weder Scham während ihrer Lügen, keine Schuldgefühle davor und danach und kein schlechtes Gewissen darüber.

Da alle diese Bewusstseinsattribute völlig fehlen, haben sie, unter dem Strich, in diesen Momenten wenig bis kein Bewusstsein.

Alle Worte von Liebe, Gemeinsamkeit, Zusammenarbeit und Loyalität sind verschwunden. Ein NPSler ist zu einem grausamen Verhalten fähig.

Die Betroffenen sind innerlich zerbrochen, der NPSler legt nochmal nach und bezeichnet sein "Opfer" an "geistesgestört", "krank" und "überempfindlich". Die Unverschämtheit, Grausamkeit und der Wahnsinn kennen in dieser letzten finalen Phase keine Grenzen.

Du schreibst, dass du in psychotherapeutischer Behandlung bist. Du wirst bestimmt wissen, dass diese Störung nicht heilbar ist. Psychotherapeuten und auch Neurologen arbeiten kaum mit Narz. weil sie nicht therapiefähig sind.
Es soll wohl einige wenige geben, die es schaffen, ihre Muster aufzubrechen und sich dem zu stellen, was dahinter liegt. Aber es ist höchst unwahrscheinlich, denn normalerweise bleiben die Menschen in ihren Mustern - bis zu ihrem Tod.

Vermutlich hat es bei dir mit einem zur Zeit unerträglichen Leidensdruck zu tun. Solange der noch erträglich war und du mit deinen Mustern durchgekommen bist, hast du daran festgehalten.
Erst jetzt, wo du nicht mehr kannst, bist du gezwungen, sie loszulassen und dich neu zu orientieren.

Ich kann das auch nur vermuten, weil ich keine Ärztin bin.

Was sagt denn dein behandelnder Arzt zu deiner jetzigen Situation? Wurde bei dir eine NPS diagnostiziert, oder wie bist du darauf gekommen. Das konnte ich leider aus deinem Post nicht ersehen.

Hier im Thread sind immer wieder Leute, die sich sehr gut auskennen mit dieser Störung. Z.B. @Gaylen59 ist eine sehr erfahrene Frau, die hier auch Hilfe anbietet.

Auf jeden Fall alles Gute für dich und viel Erfolg bei deiner Therapie

LG
Santosha

31.03.2017 21:32 • x 5 #5


TemetNosce

TemetNosce


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@Santosha1951

Danke für deinen Beitrag.

Ich hatte erst meine 4. probatorische Sitzung hinter mir und saß eigentlich jedes mal dort und habe erzählt was ich alles getan habe und weine jedes mal dabei. Es kam noch nichts raus, vorallem keine Diagnose. Die Therapeutin stellt bis jetzt nur vereinzelt Fragen, weil ich so aufgewühlt bin.

NPS, ich weiß nicht... Ich habe oft Probleme mit meinem Selbstbewusstsein...

31.03.2017 21:42 • x 1 #6


Mehrwert


ich habs als Betroffene (also als Opfer) genauso erlebt.

Dieser Typ war - wie ich später erfuhr - ein diagnostizierter Narzisst.

Die hinterlassenen Schäden in der Seele sind kaum in Worte zu fassen.

Ich kann nur hoffen, dass Du nie wieder eine Frau emotional v.e.r.g.e.w.al.t.i.g.s.t.

31.03.2017 21:48 • x 3 #7


Kontra

Kontra


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Zitat von TemetNosce:
@Santosha1951

Danke für deinen Beitrag.

Ich hatte erst meine 4. probatorische Sitzung hinter mir und saß eigentlich jedes mal dort und habe erzählt was ich alles getan habe und weine jedes mal dabei. Es kam noch nichts raus, vorallem keine Diagnose. Die Therapeutin stellt bis jetzt nur vereinzelt Fragen, weil ich so aufgewühlt bin.

NPS, ich weiß nicht... Ich habe oft Probleme mit meinem Selbstbewusstsein...

Auch das entspricht im Endeffekt einer der grundsätzlichen Ursachen einer NPS.
Ich habe auch zuerst an starke narzisstische Ausprägungen gedacht, gleichzeitig finde ich deine heftigen Panikattacken seit einiger Zeit sehr bezeichnend - tippe also vor allem auf ein: sich selbst negieren.
Du schreibst davon, wie du dich gemüht hast zu "gefallen", bzw die Frauen "für dich zu gewinnen" - das stelle ich mir wahnsinnig anstrengend vor. Und warum machst du das? Kann man _dich nicht lieben?
Zudem: Gibt es Veranlagung in deiner Familie zur NPS?

Finde deine Offenheit hier auch bemerkenswert, und es ist gut, dass du in Therapie bist.
Erwarte dir nur mit deinen "Geständnissen" keine Absolution - die kann es nicht geben. Nur eine tatsächliche Wesens- und Verhaltensänderung nach einer dringend notwendigen Analyse der Ursachen dieser Veranlagung hilft dir und damit auch deiner Umwelt weiter.

31.03.2017 21:52 • x 1 #8


Santosha1951


Zitat von Mehrwert:
ch habs als Betroffene (also als Opfer) genauso erlebt.

Dieser Typ war - wie ich später erfuhr - ein diagnostizierter Narzisst.

Die hinterlassenen Schäden in der Seele sind kaum in Worte zu fassen.

Ich kann nur hoffen, dass Du nie wieder eine Frau emotional v.e.r.g.e.w.al.t.i.g.s.t.



@mehrwert
was soll das denn jetzt. Hier wird niemand beleidigt.
Mach dich sichtbar, melde dich an, dann wissen wir in diesem Thread mit wem wir es zu tun haben.

Das Thema ist kein Kaffeeklatsch am Stammtisch. Hier wird ernsthaft diskutiert. Solltest du nochmal jemanden beleidigen, melde ich dich der Forenleitung.

31.03.2017 21:56 • #9


Santosha1951


@Branda

kannst du mir auch einen Link von H. Todur zukommen lassen?
Hab die Videos nicht gefunden.

Danke

31.03.2017 22:04 • #10


TemetNosce

TemetNosce


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@Kontra Ehrllch gesagt weiß ich nicht "wer" ich bin. Oftmals weiß ich nicht was gespielt ist und was "echt". Und es wechselt sich ab. Wenn ich mal dachte ich hatte am Abend zuvor "echte" Emotionen zugelassen, musste ich schnell feststellen, dass ich meine Gefühle wieder schnell verwerfe, wenn ich wütend werde oder einen Grund zum streiten suche. Viele Selbstzweifel.

NPS in der Familie... weiß ich nicht. Ich weiß bloß, dass mein Vater ähnliche Probleme mit meiner Mutter hatte. Viel Gewalt gegenüber meiner Mama.

Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Falls das stimmen sollte, dann kann ich mich ja gleich umbringen. Die Beschreibungen im Internet sind alle gleich: es wird sich nie etwas ändern.
Das gibt mir ja Hoffnung.

@Santosha1951
Schon gut, ich bin die Beleidigungen gewöhnt.

Er meinte übrigens "HG Tudor - Knowing the Narcissist". So findest du ihn auf Youtube (englisch).

31.03.2017 23:06 • x 1 #11


Ajvar


Zitat von TemetNosce:
Ich weiß bloß, dass mein Vater ähnliche Probleme mit meiner Mutter hatte.
Viel Gewalt gegenüber meiner Mama.

Die Beschreibungen im Internet sind alle gleich: es wird sich nie etwas ändern.

Deine Geschichte läßt ahnen wo der Ursprung deiner Problematik sein könnte,
möglich könnte Selbsthass sein, den du auf deine Partner projiziert hast.

Lasse dich von Diagnosen und Schubladen nicht schrecken, oft sind sie nur Faktor um abrechnen zu können. Leid entsteht durch Unbewusstheit, Anhaftungen, Wünsche und Erwartungshaltungen.

Es scheint so, als wäre etwas passiert, ein Knoten, der möglicherweise geplatzt ist und der dich bewusster machen und Schmerz fühlen lies, der aber gleich wieder weggedrängt wurde - ich vermute aus Selbstschutz.

Wichtig ist, dass du dem Therapeuten vertraust, dich angenommen und verstanden fühlst, es ist vielleicht auch wichtig für dich, dass du erstmal deine Emotionsladung abgeben kannst bevor die Therapie beginnen kann.
Ich finde es mutig, dass du dich all dem stellen willst und ich wünsche dir die Motivation und die Hoffnung, die du dazu brauchst.

Sport ist gut um Spannungen abzubauen, zuviel davon verhärtet die Muskeln und das kann sich ungünstig auswirken um Gefühle fühlen zu können, die eh schon dauerhaft durch Muskelspannung festgehalten werden.
Alles Gute!

31.03.2017 23:33 • x 4 #12


Esral


Mal etwas anderes: hat dich Eine Frau schonmal so richtig umgehauen? Hast du dich schonmal so richtig extrem verliebt?!
Ich denke die Frauen die du dir gesucht hast , für die waren deine Gefühle nicht stark genug und da hast du eben angefangen zu " spielen " weil das deinem Charakter entspricht.
Wenn Du Eine Frau triffst die du liebst wirst du das nicht tun
Wahrscheinlich ist es dir schon passiert und du wurdest schlimm zurückgewiesen.
Man kann alles ubertherapieren.
Ich halte solche Diagnosen für über eilt

01.04.2017 07:09 • #13


Branda

Branda


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Zitat von Santosha1951:
@Branda

kannst du mir auch einen Link von H. Todur zukommen lassen?
Hab die Videos nicht gefunden.

Danke


https://www.youtube.com/channel/UCge1h5 ... vIA/videos

01.04.2017 10:46 • x 2 #14


TemetNosce

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Danke für die letzten Antworten. Ich fand es gestern Abend etwas hart, dass mir direkt eine unheilbare Krankheit vorgeworfen wird.

Ob ich je eine Frau richtig geliebt habe? Ja, sehr! Ich weinte nach jeder Trennung in den ersten Wochen extrem. Aber das Gefühl verfliegt sehr schnell... In der Beziehung bin auch dann auch Phasenweise sehr verliebt und gebe alles, aber halt nur phasenweise.

Danke für alle Antworten, die mir eine Hilfestellung geben, was ich alles machen kann um mich zu ändern, damit kann ich etwas anfangen.

01.04.2017 17:42 • x 2 #15




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