Hi TemetNosce,
ich glaube nicht, dass du unheilbar krank bist.
Ich denke eher, du hast deine Wut gezwungenermaßen in der Kindheit verdrängt.
Sie war aber da und hat sich letztendlich gegen dich selbst gerichtet.
Durch den Kontrollverlust, den du als Kind gespürt hast, weil du sowas gesehen hast, aber dagegen machtlos warst.
Und diesen Kontrollverlust kompensierst du dadurch, dass du Leute leiden lässt, bevor sie dir weh tun.
Oder dich als "wertlos" erachten.
Du gibst ihnen den Grund, dich zu hassen, schon im Vorlauf, weil du als Erwachsener noch keine andere Möglichkeit gefunden hast, mit Ablehnung umzugehen.
Da verschreckst du vielleicht lieber die anderen gleich, durch dein Verhalten, da kann man zumindest "steuern", wer einem in den Hintern tritt.
Man weiß immerhin, warum man nicht gemocht wird.
Man macht es quasi selbst.
Mir hat früher immer jeder gesagt: "Wenn man will, dass sich eine Beziehung verändert, muss man bei sich selbst anfangen."
Ich wusste damit nichts anzufangen, weil man ja eigentlich will, dass der andere sich gefälligst ändern soll.

Bis mir mal jemand gesagt hat: "Wenn sich in einer irgendwie gearteten Beziehung ein Teil verändert, KANN der andere nicht bleiben, wie er ist.
Er MUSS sich mit verändern, das passiert dann zwangsläufig. Immer."
Du musst vielleicht erst die Sache mit deinem Vater verarbeiten.
Manchmal geht das, wenn du mal auf den Tisch haust.
Nur meist erzeugt das eine Abwehrreaktion, der wirst du nicht gewachsen sein, bzw. es bringt dich vielleicht in eine Art "innere Bedrängnis". Du fühlst dich schlecht.
Sollst du aber ja nicht.
Am ehesten wirst du das vielleicht schaffen, wenn du das FÜR dich klären kannst.
Vielleicht sogar ohne Kontakt für einige Zeit.
Dem "Kind" in dir den Zuspruch verschaffen, den es verdient hätte, dir bewusst werden, dass du damals keine Verantwortung hattest, auch wenn deine Wut dir anderes suggeriert hat.
Schieb die Verantwortung dahin zurück, wo sie damals lag: Bei den damals Erwachsenen.
Ich halte es für wichtig für dein Weiterkommen, dass du dir den Unterschied zwischen damals und heute klar machst:
Damals magst du machtlos gewesen sein.
Aber das bist du nicht mehr.
Du bist erwachsen.
Dein eigener Herr.
DU entscheidest, wie du dich fühlst, nicht dein Vater.
Du darfst ruhig gehen, wenn dein Vater dich nervt.
Aber geh nicht mit dem Gefühl, die Flucht ergreifen zu müssen.
Geh mit dem Gedanken: "Ich bin erwachsen. Ich muss mir das nicht geben, ich kann stattdessen auch einfach etwas schönes machen, statt mich hier zu ärgern."
Das ist schwierig.
Und ich kann dir auch nicht sagen, wie man dahin kommt.
Das zu fühlen und dabei ganz gelassen zu bleiben.
Naja, das waren jedenfalls so meine Gedanken zu deinen Ausführungen bzgl. deines Vaters.
Zu der Ex: Ich würde mich fern halten, sofern nicht ganz klar ist, was sie sich davon erhofft oder was ihre Absicht dahinter ist.
Zur Not würde ich auch direkt fragen.
Ihr seid jetzt auf dem Stand, wo man ruhig Klartext reden kann.
Ich glaube nicht, dass sie sich rächen will oder dir schaden.
Aber vielleicht sucht sie eine Art von Verstehen, die du ihr nicht geben kannst.
Also so in der Art, dass sie jetzt die eine ist, die dich "gezähmt hat".
Vielleicht auch nicht, keine Ahnung, das weißt du am Besten.
Wenn du aber das Gefühl hast, dass DU irgendwie nur Absolution suchst, dann muss ich dir sagen: Benutz sie dafür nicht.
Kläre es für dich.
Und wenn sie etwas anderes sucht, als Antworten und vielleicht mehr Verständnis: Lass es lieber, das geht in die Hose.
Vielleicht rate ich gerade voll ins Blaue und alles ist völlig falsch.
Aber das dachte ich so beim Lesen deiner Zeilen.
Achso, das wollte ich dir noch sagen:
Ich habe viele Leute gesehen, die sich wie Ar...... verhalten haben, aber keine waren.
Die richtigen wissen es nämlich nicht...

LG