Chilalla
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. ich bin zum ersten Mal in so einem Forum und es kommt mir seltsam vor, in so ein virtuelles Nichts zu schreiben. aber ich versuch´s
Ich bin seit acht Jahren mit einem Mann zusammen, von dem ich mich trennen möchte. Aber es gelingt mir nicht: Die Angst vor dem Alleinsein und der Leere danach ist derart groß, dass ich die Schmerzen, die das Leben mit ihm bereitet, immer wieder aushalte. Ich sage mir ungefähr jeden Tag "Du musst Schluss machen", ich wache früh auf, er und dieses Thema dominieren mein Leben und ich habe das Gefühl, abhängig zu sein - und so ist es wohl auch.
Am Anfang waren wir beide verheiratet; ich hab mich getrennt und bin in seine Stadt gezogen. Wir wollten zusammenziehen, haben Wohnungen angeschaut - bis er herzkrank wurde, eine große OP und viele Monate Reha folgten. all das hat sich über Jahre entwickelt. Nun ist es so, dass er sich mit seiner Frau soweit vertragen & arrangiert hat, dass sie zusammen bleiben. Und wir auch: Wir haben eine Lebensform, die viele gute Seiten hat. Da er nicht arbeitet, hat er viel Zeit: Wir verreisen oft und viel, wir gehen jede Woche einen Tag in die Sauna, er übernachtet jede 2. Nacht hier, er kennt alle meine Freunde und meine Töchter.
Seit seiner Krankheit habe ich versucht, mich zu arrangieren mit der Situation; er ist meine große Liebe. Ich war 20 Jahre verheiratet, und ich kann mich nicht erinnern, mit meinem Ex jemals so glücklich gewesen zu sein wie mit ihm. Aber die Zeiten, in denen er nicht da ist, weil er bei seiner Frau ist, sind manchmal schlimm. Manchmal auch nicht; sie sind 30 Jahre verheiratet und leben sehr getrennte Leben; ich fühle mich nicht als "Geliebte", sondern als seine "andere Frau". Manchmal. Und dann wieder sage ich mir, dass er nichts ändert für uns, dass er ein Opportunist ist, dass er zumindest seine Frau ständig belügt - sie schaut aber auch nicht hin.
Zusammengefasst könnte man vielleicht sagen, dass es sich anfühlt wie zwei Seiten einer Münze: Manchmal ist alles gut, ich sage mir: "Er hat eben zwei Beziehungen, ich habe eine", ich habe eigentlich ansonsten ein schönes Leben, ausgefüllt, Job & Freunde & Familie sind toll, alles ist gut. Und dann dreht sich die Münze, mir wird all sein Lug & Trug deutlich, sein ganzes ausgeklügeltes Doppelleben, das er über Jahre aufgebaut hat, um seine Frau und auch mich als eben zwei Leben nebeneinander laufen zu lassen, und ich sage mir, dass ich meine Zeit verschwende und mir einen Mann wünsche, der ehrlich und geradlinig ist - und nicht mit einer anderen zusammenlebt. Aber, wie gesagt: Meine Angst vor dem Alleinsein ist schlimmer als die Schmerzen.
Ich habe auch schon mehrfach versucht, mich zu trennen, aber er hat mich jedes Mal so engagiert zurückerobert, dass ich meine Entschlossenheit nicht aufrecht erhalten konnte.
Bitte beschimpft mich nicht. Hat jemand einen Rat, wie ich es schaffe, mich von ihm zu trennen? Oder muss das vielleicht gar nicht sein und ich komme irgendwie anders los?
